Erkelenz - 2000er-Grenze als Ziel: Prinz Franz II. jagt den Bützchen-Rekord

2000er-Grenze als Ziel: Prinz Franz II. jagt den Bützchen-Rekord

Von: Heike Ahlen
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Prinz Franz II. von Erkelenz ist in diesen Tagen nicht ohne sein Bütz-O-Meter unterwegs. Die Roermonder Weinkönigin Lieke ist die Nummer 606 auf seiner Liste. 2000 Frauen will er bis zum Sessionsende bützen. Foto: Heike Ahlen

Erkelenz. Die holde Weiblichkeit steht Schlange. Jede Frau möchte gerne einen der 2000 Küsse ergattern, die Prinz Franz II. von der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG) in dieser Session zu vergeben hat. Und Beeilung ist angesagt, denn über die Hälfte der begehrten Bützchen ist schon weg.

Bei Prinz Franz II. ist alles klar geregelt: Erst drücken, dann küssen, lautet die Devise. Denn außer seinem Hofstaat hat der erste Mann der EKG auch ein sogenanntes Bütz-O-Meter dabei – ein kleines blaues eiförmiges Gebilde mit einem weißen Knopf. Jeder Kuss wird gezählt. Und von den „närrischen“ Nummern wie der 111, 333 oder auch 1111 gibt es Fotos im Internet auf der Seite des Prinzen.

„Es gibt Frauen, die passen das regelrecht ab, eine dieser Zahlen zu erwischen, hat der Hofassistent für Kommunikation und Transport, Stephan Görtz, beobachtet. Am Anfang der Session war er ja noch skeptisch gewesen, ob 2000 Küsse nicht ein zu hoch gestecktes Ziel sein könnten.

„Zur Not müssen wir dann Veilchendienstag noch ein Frauen-Gefängnis besuchen“, hatte er gut gelaunt verkündet. Jetzt sieht es allerdings eher danach aus, als ob die Damen an den Tagen des Straßenkarnevals schon leer ausgehen werden, so fleißig hat der Prinz bislang gebützt. Aktuell stehen stattliche 1208 Küsschen auf der blau-weißen Zähluhr.

Die Idee zum Bütz-O-Meter stammt aus Erkelenz – und zwar vom Minister für besondere Angelegenheiten, Reiner Tetz. Es ist auch keine neue Idee. Genauer gesagt stammt sie von 1991. Da war nämlich Reiner Tetz Prinz Reiner I. von Erkelenz. Er beschreibt die Idee zum Bütz-O-Meter so: „Da steht man morgens auf – und bumms, ist die Idee da.“ Auf stolze 1996 Bützchen brachte er es in seiner Session. Das Ur-Bütz-O-Meter liegt bei noch Tetz zu Hause im Schrank, natürlich mit dem Original-Zählerstand. Und genau der soll von Franz II. jetzt überboten werden.

Das Motto des feschen Prinzen Franz II., der übrigens genau 10 mal 11 Jahre später auf Franz I., den ersten Erkelenzer Prinzen überhaupt aus dem Jahr 1904, folgt, lautet: „Werr bruuke kee Jesetz, en Erkelenz rejeert et Hätz“ und ist eine Anspielung auf den bürgerlichen Beruf des Prinzen: Franz Rick ist Rechtsanwalt, seine Fachbereiche sind Verkehrs- und Insolvenzrecht. Zwischen dem Gericht und der Bütt muss er ganz schön umschalten, denn wann immer er im Karneval auftritt, sind seine Reden gereimt. Als Anwalt macht er eher auf Ungereimtheiten aufmerksam.

Seinen Orden ziert folgerichtig auch die Justitia – allerdings im Erkelenzer Mariechen-Kostüm.

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