19-Jähriger ertrinkt im Lago Laprello

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
7893141.jpg
Die Taucher erlangten kurz nach 22 Uhr am Montagabend traurige Gewissheit. Nach einer umfangreichen Suchaktion, die durch das Unwetter noch erschwert wurde, entdeckten sie den leblosen Körper des jungen Mannes am Boden des Lago Laprellos. Foto: Krocker
7891520.jpg
Die Wasserrettung der Feuerwehr durchkämmte nicht nur das Gewässer, sondern auch den Uferbereich. Foto: Krocker
7892528.jpg
Der Notarzt wartete vergeblich. Der 19-jährige Mann aus Guinea konnte nicht wiederbelebt werden. Foto: Krocker

Heinsberg. Es ist einer dieser tragischen Unfälle, die am Ende wohl nie restlos aufgeklärt werden. Am Pfingstmontag ertrank im Heinsberger Lago Laprello ein 19-jähriger Mann.

Für einen Tag am Badesee war der Pfingstmontag wie geschaffen. Strahlender Sonnenschein und um die 30 Hitzegrade verlangten geradezu nach einer erfrischenden Abkühlung. Eiscafés und Freibäder wurden zur wahren Pilgerstätte. Natürlich tummelten sich auch an dem See des Naherholungsgebietes im Herzen der Kreisstadt die Menschen und gönnten sich eine wohlige Erfrischung im kühlen Nass des Sees.

Einer von ihnen war auch der 19-jährige junge Mann aus Guinea, der schon seit einiger Zeit in Heinsberg lebte. Mit ein paar Freunden hatte er sich zum Lago Laprello aufgemacht, um den sonnigen Tag zu genießen. Dass es sein letzter sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand.

Es war so gegen 18 Uhr, berichteten später Zeugen, als der 19-Jährige zum letzten Mal im Wasser gesehen worden sei. Keine auffälligen Verhaltensweisen oder gar eine brenzlige Situation hätten Anlass zur Sorge gegeben. Was sich wenig später abgespielt haben muss, wird wohl nie ganz geklärt werden. „Da es keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt, wird die Staatsanwaltschaft wohl auch keine Obduktion veranlassen“, vermutet Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde.

Fest steht nur so viel, irgendwann zwischen 18 Uhr und 18.45 Uhr muss der 19-Jährige ertrunken sein, ohne dass es irgendjemand der Badegäste bemerkte. Als er zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht wieder am Strand aufgetaucht war, alarmierten Freunde die Rettungsleitstelle und die Polizei.

In Windeseile seien Feuerwehr, THW, DLRG und Polizei ausgerückt, um den Mann aus Guinea innerhalb und außerhalb des Wassers zu suchen. Das Unwetter erschwerte den Einsatz der Helfer jedoch derart, dass die Suche vorübergehend für 30 Minuten eingestellt werden musste. Erst gegen 22.10 Uhr herrschte die traurige Gewissheit, dass für den 19-Jährigen jede Hilfe zu spät kam. Taucher hatten ihn in fünf Metern Tiefe leblos am Boden des Sees gefunden.

„In der Naturbadestelle am Lago Laprello wurden bislang keine Unfälle verzeichnet“, ist Wolfgang Paulus, der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Heinsberg, bedrückt über den Tod des jungen Mannes. „Es gibt zwar Strömungswirkungen im Zentrum des Lago, aber nicht in dem zugelassenen Bereich der Naturbadestelle, das ist von Tauchern der Feuerwehr vor der Freigabe eingehend erkundet worden.“

Die 17-jährige Taucherin aus Wassenberg, die im letzten Jahr schwer verunglückte, habe sich außerhalb dieses Gebietes befunden. Der Mann aus Guinea befand sich allerdings, als die Taucher ihn fanden, im für das „Baden auf eigene Gefahr“ offiziell zugelassenen Bereich, der durch eine Bojen-Kette gekennzeichnet ist. Auch hier erreicht der Lago eine Tiefe von bis zu 26 Metern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert