Selfkant - 1. August ist ein markanter Tag für den Selfkant

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1. August ist ein markanter Tag für den Selfkant

Von: agsb
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Im August blickt der Selfkant auf den 50. Jahrestag seiner Rückführung nach Deutschland. Viele Bilder und Dokumente werden für eine Ausstellung dieser deutschen Nachkriegsgeschichte gesammelt. Foto: agsb

Selfkant. Der 31. Juli 1963 wird nicht nur für den Selfkant stets ein historisches Datum bleiben. Um Mitternacht gab die Regierung der Niederlande insgesamt drei annektierte Gebiete entlang der Grenze an Deutschland zurück. Die drei Gebiete waren der Selfkant, Suderwick (in der Nähe von Bocholt) und Elten (Stadt Emmerich).

1946 hatten die Niederlanden die deutschen Gebietsstreifen als Wiedergutmachung für die unter deutscher Besatzung erlittenen Kriegsschäden zugesprochen bekommen. Mit Zustimmung der Alliierten durften die Niederlande 1949 kleinere Grenzveränderungen im Umfang von 69 Quadratkilometern durchführen. Die Selfkantorte Hillensberg, Wehr, Tüddern, Süsterseel, Schalbruch, Isenbruch, Havert-Stein, Höngen mit Heilder wurden am 23. April 1949 unter niederländische Auftragsverwaltung gestellt, die Grenzen wurden neu festgelegt. Zum 1. August 1963 erfolgte nach Zahlung von 280 Millionen D-Mark die Rückführung. Der Jahrestag zur Rückführung war für die niederländische Stiftung „Cultuur en Grensgeschiedenis“ Anlass, ein Projekt zu starten. „Es ist ein Stück unvergessene Geschichte. Natürlich nicht für die Menschen, die direkt betroffen waren. Man stößt auf Unglauben. Man kann sich normalerweise so ein Anspruchsdenken des liberalen niederländischen Königsreiches kaum vorstellen“, so Manuela Friedrich von der Stiftung, die das Forschungsprojekt in der Millener Propstei vorstellte. Unterstützt wird Manuela Friedrich von Peer HM Boselie vom Euregionaal Historisch Centrum Sittard-Geleen sowie –auf deutscher Seite – von der Heimatvereinigung Selfkant und weiteren ehrenamtlichen Helfern.

Die Heimatvereinigung wurde eigens nach der Auftragsverwaltung 1949 gegründet, man wollte hier das „Deutsche“ hochhalten. Die 14 Jahre der Auftragsverwaltung prägten den Selfkant. „In Millen lebten damals viele arme Leute. Durch die Niederlande blühte unser Ort richtig auf. Viele bekamen Arbeit bei Philipps oder DSM“, erinnerte sich Gotthard Grein während der Runde in der Propstei.

Ziel dieses Projektes ist es, viele Zeitzeugen aus dieser niederländischen Auftragsverwaltung zu befragen. Ferner ist man auf Suche nach Bildern, Dokumenten oder sonstigem Verwertbaren aus diesen 14 Jahren. „Die Zeitzeugen sind besonders wichtig“, erklärte die Projektleiterin und erhielt gleich durch Gerd Passen, den Vorsitzenden der Heimatverein Selfkant, eine erste Geschichte.

„Mein Familienname wurde Pahsen geschrieben. Aber Niederländer kannten kein ‚hs‘, und so wurde aus dem ‚h‘ ein ‚s‘. Und nun kommt das Kuriose: Bei der Rückführung anno 1963 wurde dann aus dem Doppel ‚s‘ ein ‚ß‘“, erläuterte der Vorsitzende.

Die Mitglieder der Heimatvereinigung kannten ebenfalls Geschichten, die das Leben  damals schrieb. Die Schmuggelgeschichten aus dieser Zeit füllen ein Buch. Für die Stiftung ist es auch wichtig, wie die unter der Auftragsverwaltung geborenen Kinder diese Zeit erlebten. Diese 14 Jahre haben die Menschen und die Orte im Selfkant geprägt. Wer bei diesem Projekt mitmachen möchte, erhält unter Telefon 0031/633058194 oder im Internet unter st.cultuurengrensgeschiedenis@mail.com erhalten. Ansprechpartner auf deutscher Seite ist Manfried Huben aus Süsterseel, Telefon 02456/4478. Diese gesamte Ausstellung wird  ihren Platz finden im Haus der Niederlande in Münster sowie im Zollmuseum Rotterdam.

Der Selfkant feiert im August seine Wiedereingliederung, das Fest ist eingebunden in die Isenbrucher Kirmes. Dann soll auch eine Ausstellung der Gemeinde Selfkant zu sehen sein.

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