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Zweijährige Bewährungsstrafe für Drogenhandel mit Ecstasy-Pillen und Amphetaminen

Von: Herbert Keusch
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren ist ein 26-jähriger Angeklagter aus Geilenkirchen davon gekommen.

„Wir hatten wie der Staatsanwalt große Bedenken”, erläuterte Richter Thomas Schönig das Urteil des Schöffengerichts. Andererseits habe der Angeklagte das Gericht sehr beeindruckt mit seinem Lebenslauf nach der kurzen, aber sehr heftigen Phase des Handels mit Drogen.

Zu Beginn der Verhandlung hatte Strafverteidiger Reiner Jobst eine Erklärung des Angeklagten vorgelesen. In dieser Erklärung ging Jobst auf die Gründe für den Drogenhandel seines Mandanten ein. „Er hat seine Mutter an Krebs leiden und sterben sehen und hat deshalb mit 16 Jahren eine bis drei Gramm Cannabis und 0,5 Gramm Speed täglich konsumiert”, erklärte der Verteidiger.

In der Zeit von Oktober 2007 bis Anfang 2008 habe er Handel mit den Drogen betrieben, dann aber gesehen, dass es so nicht weiter gehe. „Er hat eine schulische Berufsausbildung zum Techniker abgeschlossen und hat heute nichts mehr mit Drogen zu tun”, so der Strafverteidiger. Er habe inzwischen eine feste Anstellung.

Pillen verkauft

Staatsanwalt Bernhard Schubert stellte die Anklage vor. In insgesamt acht Fällen von unerlaubtem Drogenhandel habe sich der Angeklagte schuldig gemacht. „Er hat zunächst 1000, anschließend 2000 und wenig später 10000 Ecstasy-Pillen verkauft.”

Im November 2007 hätten nochmals in zwei Fällen 10000 Pillen den Besitzer gewechselt, einmal sei der Verkauf in Essen erfolgt. „Auch ein Kilogramm Amphetamine hat der Angeklagte nach Essen geliefert.” Zwei weitere Verkäufe von 10000 und 5000 Ecstasy-Pillen seien in Herzogenrath erfolgt.

Nach seiner Erklärung zu Verhandlungsbeginn ergriff nochmals Strafverteidiger Reiner Jobst das Wort. „Ich bin sicher nicht betriebsblind und möchte die Straftaten meines Mandanten nicht bagatellisieren, denn bei den zur Aburteilung anstehenden Straftaten hätten wir vor zwei Jahren über eine Freiheitsstrafe von etwa drei Jahren gesprochen.”

Aber der Angeklagte habe sich nach diesen Taten vorbildlich verhalten, habe eine Berufsausbildung abgeschlossen und stehe mitten im Leben. „Wenn wir ihn jetzt einsperren, ist das alles vorbei, das wäre völlig kontraproduktiv.” Deshalb schlage er vor, zu einer Gesamtstrafe von nicht mehr als zwei Jahren zu kommen, die dann zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Ein Geständnis

Durch seinen Anwalt legte der 26-Jährige dahingehend ein Geständnis ab, als er zwei Fälle des Handels mit 10.000 Ecstasy-Pillen nicht begangen habe. Diese beiden Verfahren wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Schöffengericht vorläufig eingestellt.

„Der Angeklagte hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, sich des Verbrechens des Handeltreibens mit Drogen schuldig gemacht zu haben”, begann Staatsanwalt Bernhard Schubert sein Plädoyer. Durch seine eigene berufliche Entwicklung könne man heute von einem minderschweren Fall ausgehen, wobei er die Taten mit erheblichen Drogenmengen absolut nicht verharmlosen wolle.

Andererseits sei der Angeklagte nicht nur vorbestraft gewesen, er habe auch unter laufender Bewährung gestanden. „Ich beantrage eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die nicht völlig ohne Bedenken zur Bewährung ausgesetzt werden können.”

Das Nachtatsverhalten seines Mandanten sei vorbildlich gewesen, sagte zunächst Strafverteidiger Reiner Jobst. „Er hat sich an den eigenen Haaren aus dem Drogensumpf gezogen, und ich glaube, dass man bei der Strafaussetzung wirklich keine Bedenken haben muss.”
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