Geilenkirchen - Zahl der Asylbewerber steigt rasant: Stadt sucht Lösungen

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Zahl der Asylbewerber steigt rasant: Stadt sucht Lösungen

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Flüchtlingen vorbehalten: Das städtische Haus in der Flurstraße hilft, den Engpass an Unterbringungsmöglichkeiten zu decken. Foto: Schmitz

Geilenkirchen. Von Anfang 2013 bis heute ist die Anzahl der Asylbewerber in Geilenkirchen von 25 auf 99 gestiegen. Das stellt die Stadt im Hinblick auf die Unterbringung vor Probleme, und deshalb wird derzeit nach Lösungen gesucht. „Eine dezentrale Unterbringung hat sich bewährt“, lässt der Erste Beigeordnete Herbert Brunen wissen. Ein menschenwürdiges Leben genieße Priorität.

Ganz ohne kleinere gemeinsame Unterkünfte kommt aber auch die Stadt Geilenkirchen nicht aus. Die derzeit im städtischen Gebäude am Limitenweg untergebrachten Obdachlosen werden in Kürze alle in das frühere Flüchtlingsheim Kogenbroich umziehen. In böser Erinnerung sind die Anschläge von Unbekannten auf das Gebäude, als es noch von Flüchtlingen bewohnt war. Nach dem Wegzug der Obdachlosen aus dem Limitenweg in Süggerath werden die dortigen Häuser mit Asylbewerbern belegt. Auch der Container hinter dem Bahnhof und das städtische Haus in der Flurstraße sind Flüchtlingen vorbehalten. „Die Kapazitäten gehen zur Neige, deshalb müssen wir uns auf dem freien Wohnungsmarkt umsehen“, sagt Brunen.

So würden aktuell zwei Häuser in der Fliegerhorstsiedlung für Asylbewerber angemietet und bezugsfertig hergerichtet. Für die Zukunft seien weitere Asylbewerber zu erwarten. „Die Entwicklung ist nicht absehbar“, wirft Hermann-Josef Lehnen vom Jugend- und Sozialamt ein. Der Bund verteile die ankommenden Flüchtlinge auf die Länder, das Land weise sie nach einem Schlüsselsystem den Kommunen zu. Es seien überwiegend Einzelpersonen und nur wenige Familien, die in Geilenkirchen ein vorübergehendes Zuhause finden.

Asylberechtigt seien Personen, die im eigenen Land politisch oder wegen ihrer Religion verfolgt würden und deren Leib und Leben bedroht sei, erklärt Herbert Brunen. Die Flüchtlinge bekämen für das laufende Asylverfahren zunächst eine Aufenthaltsgestattung. Es folge entweder die Anerkennung als Asylberechtigter mit der Ausstellung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis. Oder es werde von der Ausländerbehörde eine Duldung erteilt, die aber laut Gesetzgebung immer zur Ausreise verpflichte. Oft seien aber keine Papiere wie ein Pass vorhanden und es könne nicht ausgewiesen werden – denn wohin ? „Wir haben schon Asylverfahren gehabt, die über zehn Jahre liefen“, sagt Lehnen. „Die Entwicklung ist nicht langfristig kalkulierbar.“ Halte die Stadt Wohnraum bereit, werde er vielleicht nicht belegt. Seien die Kapazitäten aber ausgelastet und es kämen weitere Flüchtlinge hinzu, müssten sogar Hotelzimmer angemietet werden.

Ausgaben von 311.000 Euro

Der Erste Beigeordnete beklagt sich nicht über die Aufgaben, weil er der Meinung ist, dass die Kommune die Aufgaben am besten lösen kann. „Das Land sollte aber für eine ausreichende Finanzausstattung sorgen.“ Lehnen ergänzt: „Die finanziellen Zuweisungen reichen nicht aus, um die Kosten nur annähernd decken zu können.“

Lehnen nennt Zahlen: Für das laufende Jahr 2014 seien für die Asylbewerber bis Anfang September bereits 321.000 Euro an Ausgaben für die Stadt aufgetreten. Die Zuweisungen des Landes sind dabei berücksichtigt und abgezogen. Für das ganze Jahr 2013 hatten sich die Netto-Ausgaben für die Stadt auf 311.000 Euro belaufen. Damit steht fest, dass die Gesamtausgaben für das laufende Jahr bis Ende 2014 weit überschritten und auf über 400.000 Euro anwachsen werden.

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