Wolf für einen „schlanken Staat mit Kernaufgaben”

Von: g.s.
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Dr. Ingo Wolf (M.) begrüßte
Dr. Ingo Wolf (M.) begrüßte auf dem Geilenkirchener Marktplatz mit Reiner Latten (2.v.l.) einen alten Bekannten. Darüber freuten sich auch Markus Melchers (l.), Wolfgang Gudduschat aus Übach-Palenberg und Landtagskandidat Stefan Lenzen (v.r.). Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Auf Einladung der FDP-Kreistagsfraktion sowie der Stadtverbände Geilenkirchen und Übach-Palenberg sprach der frühere Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Ingo Wolf, im Hotel Jabusch in Geilenkirchen zum Thema „Innere Sicherheit und Ordnung”.

Zuvor traf er auf dem Marktplatz mit Reiner Latten, dem Ehrenpräsident des rheinischen Bauernverbands, einen alten Weggefährten wieder. Kreisfraktionsvorsitzender und Landtagskandidat Stefan Lenzen sowie die beiden Stadtverbandsvorsitzenden Markus Melchers (Geilenkirchen) und Wolfgang Gudduschat (Übach-Palenberg) hießen den Ex-Innenminister herzlich willkommen.

„Die FDP steht für einen schlanken Staat und konzentriert sich auf die Kernaufgaben und dazu gehört die Innere Sicherheit”, eröffnete Melchers den Reigen der kurzen Ansprachen. Der gleichen Meinung war auch Stefan Lenzen, der gegen die Grünen schoss: „Statt für mehr Polizei auf unseren Straßen, plädieren Grüne für den Schutz von Eidechsen und Fröschen.” In Bezug auf die Polizei ist Wolf als damaliger Oberkreisdirektor von Euskirchen und somit Leiter der dortigen Kreispolizeibehörde und späterer Innenminister ein ausgewiesener Fachmann. „Privat vor Staat”, laute die Devise der FDP. „Das heißt aber nicht: privat ohne Staat”, stellte Ingo Wolf klar. Es brauche den Staat, was aber wiederum nicht heiße, dass der Staat „in jeder Ecke rumspionieren” soll oder dass er die Freiheitsrechte derart einschränkt, so dass man sich nicht mehr bewegen könne.

Es gelte aber, mehr Polizeipersonal für den operativen Dienst freizusetzen. „Polizeibeamte müssen auf die Straße”, mahnte der ehemalige Innenminister. Es müssten in einer Region nicht fünf Polizei-Leitstellen existieren, die zu viele Beamte im Innendienst binden würden. „Wir müssen dafür sorgen, dass in jedem Streifenwagen junge Polizisten sitzen”, ging er auf die derzeitige Überalterung in dem Beruf ein. Die Anforderungen an den Polizeiberuf seien höher geworden. Wolf nannte als Beispiel das Deeskalationstraining, das jeder Beamte durchlaufen muss.

NRW habe auch eine respektable Quote von nicht deutschen Polizisten, aber „wir können noch mehr gebrauchen”. Der Polizeiberuf sei gefragt, in NRW gut bezahlt und mittlerweile auch ein Karriereberuf. Kriminalität werde es wohl immer geben, und dagegen müsse man auch präventiv arbeiten. Hier sei auch gesellschaftliches Engagement gefragt, die Menschen müssten hingucken und mehr Zivilcourage zeigen. Es dürfe nicht sein, dass viele wegschauen, wenn nebenan einer zusammengeschlagen werde. „Wenn jemand fällt, muss ihm geholfen werden - nicht noch drauf treten”, so Ingo Wolf.” Er verwies auf immer wieder auftretende Einzelfälle von unglaublicher Brutalität, die dann medienwirksam verbreitet würden. „Kontrolle ja, aber nicht auf Kosten der Freiheit”.
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