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Witz und Satire halten sich gedruckt weit bis ins neue Jahr

Von: Markus Bienwald
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Buchhändler Franz-Josef Fürk
Buchhändler Franz-Josef Fürkötter (l.) und Pfarrer i.R. Johannes de Kleine stellten im Rahmen der „Buchwelten - Literatur im Gespräch” gleich fünf lesenswerte Werke aktueller Literatur vor. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Warme Getränke, dicke Kuscheldecken und Tee bis zum Abwinken. Da fehlt in dieser oft zu Unrecht als „dunkle Jahreszeit” verunglimpften Winterszeit eigentlich nur noch ein gutes Buch, um das vor allem abendliche Wohlgefühl zu vollenden. Oder den Jahreswechsel literarisch-ruhig zu vollziehen.

Das passende Material dazu lieferte die jüngste Auflage der „Buchwelten” in der Buchhandlung Fürkötter. Leider musste Autor Kurt Lehmkuhl, auch Redakteur unserer Zeitung, aus aktuellem Anlass absagen. Dennoch gelang es Franz-Josef Fürkötter und Pfarrer i. R. Johannes de Kleine blendend, die knapp zwei Dutzend Gäste in der Buchhandlung an der Konrad-Adenauer-Straße zum einen bestens zu unterhalten und zum anderen mit aktuellem Lesestoff zu versorgen.

Katharina Hackers „Eine Dorfgeschichte” gehörte dazu. Darin geht es um ein Kind, das in einem Dorf im Odenwald aufwächst. Die augenscheinliche Idylle trügt aber, denn unheimliche Keller unter den Häusern, das „Teufelsgrab” am Ortsrand und eine Geschichte um Vertreibung und Schrecken wird die Frage nach Geborgenheit und Einsamkeit, nach Liebe, Leben und Tod gestellt.

Um Letzteres ging es auch beim zweiten Buch, „Die Erbschaft” von Nicholas Shakespeare. Dort dreht sich alles um Andy Larkham, der auf der Suche nach der Beerdigung seines ehemaligen Lieblingslehrers in die falsche Trauerfeier stolpert, ganz nebenbei eine Reise durch sein altes und ein unerwartetes neues Leben erlebt und schließlich das Beste aus Tragödie und Romanze vereint.

Romantik ist auch ein Stichwort beim weiteren vorgestellten Werk „Die romantischen Jahre” von Paul Ingendaay. Viel Witz und beißende Satire machen das Werk zum Lesespaß, in dem es sich um gekannte Frauen dreht, die oft nur das große Versprechen sind, aber nichts einlösen. Daher ist sich Hauptfigur Marco Theunissen noch nicht sicher, was er von Angela, die er gerade erst kennengelernt hat, überhaupt halten soll.

Was Ermittler Enzo Mackay in Peter Mays Krimi „Das Grab im Weinberg” von der frisch gefundenen, aber schon etwas länger dort befindlichen Leiche des Weinkritikers Gil Petty halten soll, wird natürlich auch erst später klar. Doch deutlich wird, dass das Geschäft mit den „edlen Tropfen” oft härter geführt wird, als der Normalsterbliche es wahrhaben will.

Blick in die Geschichte

Mehr Einblicke in die deutsche Geschichte offenbarte auch das letzte vorgestellte Buch, „Der Fall Collini” von Ferdinand von Schirach. Er beweist sich darin als Sprachanalytiker, der es dennoch versteht, ein dunkles Kapitel deutscher Historie mit einem großartigen Spannungsbogen aufzubereiten.

Bei so viel vorgestelltem Lesevergnügen konnte es daher für die begeisterten Gäste der „Buchwelten” wieder nur ein Urteil geben: Füße hoch - und dem Lesevergnügen einfach freien Lauf lassen.
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