Übach-Palenberg - Wie man Einbrechern die „Zeit stiehlt“

Wie man Einbrechern die „Zeit stiehlt“

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Mit unterschiedlichen Methoden gehen Einbrecher vor, um an ihr Ziel zu gelangen. Bei einer Info-Veranstaltung der CDU in Scherpenseel erfuhren Interessierte, wie man sich dagegen wappnet. Foto: imago/Wiegand Wagner
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Dank für einen interessanten Vortrag: (v.r.) Organisator und stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Dietmar Lux, die Kriminalhauptkommissare Liebernickel und Ulbrich, die Vorsitzenden der Senioren Union und der Jungen Union, Artur Wörthmann und Robert Kohnen.

Übach-Palenberg. Auch in Übach-Palenberg sind Einbrecher unterwegs. Schnell und hemmungslos dringen sie in Häuser oder Geschäfte ein. Durch geeignete Vorsorgemaßnahmen kann den Einbrechern „Zeit gestohlen werden“, so ein Rat von Kriminalhauptkommissar Wolfgang Ulbrich von der Kreispolizeibehörde Heinsberg anlässlich einer Informationsveranstaltung des CDU-Ortsverbands Scherpenseel.

Nach der Begrüßung von fast 80 Interessierten aus dem ganzen Stadtgebiet im „Grenzlandhof“ durch den Organisator, Vize-Ortsverbandschef Dietmar Lux, gaben die Hauptkommissare Ulbrich und Jakob Liebernickel gerne ihr Fachwissen zum vorbeugenden Schutz vor Einbruchdiebstahl weiter.

Hauptreferent Ulbrich nannte einige statistische Zahlen. Dabei überraschte er die Anwesenden mit der Aussage, dass Einbrüche meist spontan erfolgen. Etwa drei bis fünf Sekunden benötigt ein Einbrecher, um ein normales ungesichertes Fenster aufzuhebeln um dann in das Haus, in die Wohnung einzudringen. Die Aufenthaltsdauer von Einbrechern in den Häusern oder den Wohnungen beläuft sich – auch statistisch festgestellt – auf etwa zehn bis 15 Minuten. „Schnell rein und schnell wieder heraus“ könnte das Motto der Einbrecher beschrieben werden.

Der geldwerte Schaden eines üblichen Einbruchdiebstahls beläuft sich auf etwa 2000 bis 3000 Euro, so Wolfgang Ulbrich. Diese materiellen Schäden sind meist durch eine Versicherung gedeckt. Viel gravierender sind aber die psychischen Folgen für die von dem Einbruch betroffenen Menschen.

Schutzbedürfnis feststellen

Zu den im Kreis Heinsberg jährlich rund 900 zur Anzeige gebrachten Wohnungseinbrüchen zählen auch die etwa 300 Anzeigen, bei denen es die oder der Einbrecher beim Versuch belassen mussten. Hier waren die diversen Möglichkeiten, in ein Haus oder in eine Wohnung einzubrechen, derart gesichert, dass dem Einbrecher die Zeit davonlief oder aufmerksame Nachbarn einschritten.

Viele Maßnahmen, die dazu dienen, den „Widerstandszeitwert“ zu erhöhen, wurden von Wolfgang Ulbrich vorgetragen. Eine Kernaussage: „Das persönliche Schutzbedürfnis feststellen und bereit sein, für die eigene Sicherheit Geld auszugeben.“ Hierzu gehört auch, alle für Einbrecher erreichbaren Elemente festzustellen, die ohne Steighilfe erreichbar sind. Selbstverständlich sollte es den Eigentümern sein, dem Einbrecher keine Steighilfen, wie eine auf frei zugänglichem Grundstück lagernde Leiter, als Einbruchshilfe zur Verfügung zu stellen.

Für Neubauten und Bauherrn muss gelten, nur einbruchshemmende Fenster, Rollläden, Türen, oder Gitter nach Norm fachgerecht einbauen zu lassen. Ältere Häuser und Wohnungen können nachträglich einbruchshemmend ausgestattet werden. Die fachgerechte Montage von nachrüstbaren Sicherungen, ebenfalls nach Norm, sei immer sinnvoll, so der Hauptkommissar. Abschreckend, weil bei einem Einbruch nur mit großem Zeitaufwand zu überwinden, sind schon Türschutzbeschläge, Profilzylinder oder Panzerquerriegelschlösser sowie Lichtschachtsicherungen.

Eine Vorbeugung besonderer Art ist der „wachsamer Nachbar“, gab Wolfgang Ulbrich weiter: „Achten Sie auf unbekannte Personen und auf verdächtige Situationen nebenan. Alarmieren Sie in Verdachtsfällen sofort die Polizei über den Notruf 110“, brachte der Fachmann die nachbarschaftliche Hilfe auf den Punkt.

Im Anschluss an den rund 90-minütigen kurzweilig gestalteten Vortrag beantwortete Wolfgang Ulbrich eine Anzahl von Fragen zu konkreten sicherheitstechnischen Problemen. Die Veranstaltung hatte viele interessante Aspekte aufgezeigt, betonten die zufriedenen Gäste. Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Dietmar Lux im Namen der CDU Übach-Palenberg bei den beiden Hauptkommissaren für die vielen guten Anregungen.

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