Geilenkirchen - White Horse Theatre: Wind und Jubel vom Publikum

White Horse Theatre: Wind und Jubel vom Publikum

Von: Eva Kehmer
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Das „White Horse Theatre“ in dem Stück „Maid Marian“. Die Schauspieler amüsierten, auch in englischer Sprache, das junge Publikum mit viel Witz und Humor. Foto: Eva Kehmer
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Schüler aus der Unterstufe, die im Publuikum saßen, wurden mit in die Szene des Bühnenspiels einbezogen – und hatten selbst viel Spaß dabei.

Geilenkirchen. Schon mehrere Male hat das „White Horse Theatre“ in der Aula des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula gespielt. Freitag war das wieder der Fall. Zuerst unterhielten die vier englischsprachigen Schauspieler die Unterstufenschüler mit dem Stück „Maid Marian“. Später wurde auch den Oberstufenschülern mit dem Stück „Look Back in Anger“ englisches Theater näher gebracht.

Das „White Horse Theatre“ ist zur europaweit größten professionellen Theatergruppe dieser Art geworden und durchschnittlich 350.000 Schüler bekommen jährlich die Stücke zu Gesicht, hauptsächlich an Gymnasien, Real- und Hauptschulen, aber auch in Kulturhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen, mittlerweile auch an immer mehr Grundschulen.

Die vier Berufsschauspieler, zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 23 und 25 Jahren, kommen vor allem aus England, nur einer der männlichen Darsteller stammt aus Australien. Mit wenigen Requisiten fördern sie das Interesse an der englischen Sprache und der Theaterkultur.

Legende vereinfacht

Sie starteten mit dem Stück „Maid Marian“ von Peter Griffith, der das Theater 1978 gründete. Es erzählt die britische Legende von Robin Hood vereinfacht und auf ironische Art und Weise. Es geht vor allem um die junge und klevere Marian, die den unsympathischen Sheriff von Nottingham heiraten soll, sich aber in Robin Hood verliebt. Daraufhin beginnt der Sheriff Robin Hood zu verfolgen, um ihn aus dem Weg zu schaffen, damit er Marian zur Frau nehmen kann.

Dem jungen Publikum angemessen, verwendeten die Schauspieler ein leichtes Vokabular und interagierten mit den Schülerinnen und Schülern, indem sie ihnen Fragen stellten oder dazu aufforderten, Geräusche zu machen, wie etwa den Wind imitieren oder laut zu jubeln. Einige Schüler wurden sogar auf die Bühne geholt, um einen kurzen Part in dem Stück zu übernehmen. Über solche Aktionen und mit Wortwitz sowie zeitaktuellen Anspielungen – auf Star Wars bis zu Lady Gaga – erreichte das Ensemble die Aufmerksamkeit der Schüler.

Am Ende zeigten die Schüler deutliches Interesse an den englischen Gästen, stellten ihnen auch Fragen über deren Person oder nach der Vorbereitung auf die Vorführung.

Zorn auf Mittelschicht

Eine Stunde später ging es weiter mit dem zweiten Stück, diesmal für die Oberstufe und Erwachsene. In dem Stück „Look Back in Anger“ von John Osburne zeigt das Ensemble das Leben von vier jungen Menschen, Jimmy, Alison, Cliff und Helena, die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben. Sie gehören zur Nachkriegsgeneration in England, und vor allem Jimmy ist voller Zorn auf die gehobene Mittelschicht, zu der auch seine Frau Alison gehört.

Cliff ist ebenfalls der gehobenen Schicht abgeneigt, weshalb beide die hochnäsige Helena verabscheuen. Schließlich verlässt Alsion ihren Mann, da sie ihm nicht erzählen kann, dass sie schwanger ist. Jimmy und Helena kommen sich trotz ihrer Aversionen gegeneinander näher, doch als Alison ihr Kind verliert, entschuldigt sich Helena für ihr Fehlverhalten. Das Ende kommt überraschend, denn trotz der Differenzen finden Jimmy und Alison wieder zusammen.

Die vier Schauspieler zeigen, dass sie durchaus in der Lage sind, ein komplexes und mit Emotionen gefülltes Stück authentisch zu spielen und nicht nur mit Spontanität und Humor begeistern können. Von der Kussszene bis zum nervlichen Zusammenbruch war in der Bühnenaufführung alles vorhanden. So bekam die spannende Perfomance auch von den Oberstufenschülern großen Beifall.

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