Weihnachtsbäckerei: Gewusel zwischen Mehl und Teigblech

Von: Andrea Schever
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Stolz machen sich Amelie, Matheo, Johann und Georg (v.l.) über die Plätzchen her, die sie mit Mutter Veronica gebacken haben. Foto: Schever

Geilenkirchen-Tripsrath. Wenn gleich vier Kinder wild durcheinanderrufen „Ich möchte als erster!“, dann ist für Mutter Veronica Konsequenz angesagt. So müssen die kleine Amelie (3), Bruder Matheo (7) und die zu Besuch gekommenen Zwillinge Johann und Georg (8) lernen, in einer Reihe zu stehen und zu warten, bis sie mit Ausstechen der Plätzchen dran sind.

Für Veronica Roelofs aus Tripsrath steht in diesen Tagen nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal Backen an. Aus Butter, Zucker, Nüssen und anderen Zutaten bereitet sie den Teig, den sie mit ihren Kindern und den Kindern einer Freundin abends gemeinsam zum allseits beliebten Gebäck verarbeiten möchte.

Aufgeregt hüpfen die vier durch die Küche und können es kaum abwarten zu den Ausstechformen zu greifen. Die Motive reichen vom klassischen Stern über Herzen, hin zum Rentier und Schneemann, von der Zuckerstange bis zum Bonbon.

Und schon geht das Drängeln los, denn jedes der Kinder möchte loslegen. Dank der Geduld der seit vier Jahren als Tagesmutter arbeitenden Brasilianerin klappt es wunderbar, die vier zu bändigen. Sie erzählt, dass Matheo und Amelie ihr häufig beim alltäglichen Kochen und Backen helfen. Gemüse waschen, Teig ausrollen – alles, was die Kleinen erledigen können und wollen, lässt Mutter Veronica sie tun, selbst wenn es dadurch manchmal einige Minuten länger dauert.

Anfangs klebt der Teig auf der Arbeitsplatte fest, es fehlt etwas Mehl. Schon muss die Mutter die kleinen Wilden, die mit den Förmchen ausgerüstet sind, zurückhalten: „Einen Moment, das klappt so noch nicht.“ Beim zweiten Ausrollen ist der Teig dann ablösbar.

Die Jungen variieren munter mit den Formen und stechen Kreise, Schneemänner und Handschuhe aus. Amelie dagegen ist „ganz Mädchen“ und nimmt immer nur die zwei Herzförmchen. Über jedes geglückte Teigherz freut sie sich und jubelt kurz, bevor sie ihren Bruder und die befreundeten Zwillinge wieder an die Reihe lässt.

Zwei volle Backbleche werden mit und mit gefüllt und von Veronica in den Ofen geschoben. Während die Plätzchen hochbacken, laufen die Kinder munter durch die Wohnung. Ein kurzer Moment für Veronica zum Verschnaufen und die vorbeilaufende Amelie festzuhalten, um ihr Mehl von den Ärmeln zu klopfen.

„In den Weihnachtstagen vermisst man seine Familie schon sehr“, sagt Vero­nica Roelofs. Aber dafür bleibt ihr bei den nunmehr vier umherlaufenden Kindern kaum Zeit.

Nach (in Kinderaugen ungemein) langem Warten sind die gebackenen Plätzchen dann auch irgendwann abgekühlt, werden mit Schokolade und reichlich bunten Streuseln verziert. Einzelne Exemplare dürfen sofort genascht werden, der Rest wird dann aber für die kommenden Weihnachtstage verwahrt.

Einen Teil des Teiges legt Veronica Roelofs – zum Unmut der vier Kinder – beiseite und erklärt: „Den restlichen Teig verarbeite ich dann mit den Tageskindern, die am anderen Tag kommen. Das gehört für mich einfach dazu, wenn man Kinder hat und im Winter überall die Lichter und Dekorationen sind – bei dieser Stimmung backe ich einfach gerne mit den Kleinen.“

Denn egal ob mit den eigenen oder den Tageskindern: Diese gemeinsame Beschäftigung lässt bei jedem die Augen leuchten.

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