Von neuen Straßen und Siegertypen: Der Jahresrückblick

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Nachdem Hein Gottfried Fischer (Mitte, mit Kopfbedeckung) als Gangelter Bürgermeisterkandidat gescheitert ist, tritt er nun in der Gemeinde Selfkant an. Alles, was die dortigen Wähler wissen sollten, erzählt dieses Bild.
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Wo mag das Jahr 2016 die Gangelter und ihre Gemeinde hinführen? Verlassen kann man sich jedenfalls darauf, dass die B56n wieder nicht fertig wird. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Dieter Erfurth, Geschäftsführer der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, ist nun Rentner.
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Cool sein im Gangelter Freibad: Eventuell schon bald zu flexibleren Öffnungszeiten.
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Die falschen Töne wurden mehr: Da bekam die Friedenskirche eine neue Orgel.
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Vilje (4) freut sich in Schierwaldenrath über einen tollen Kindergarten.

Gangelt. Die Zusammensetzung des Gemeinderates ist nach der Kommunalwahl noch bunter geworden. Ein Grüner ist hinzugekommen und die Freien Wähler haben zwei Sitze bekommen. Bürgermeister Bernhard Tholen wird den Blick auf sein sensationelles Wahlergebnis genossen haben.

Trotz Gegenkandidat Hein Gottfried Fischer konnte er sein Ergebnis um fünf Prozent steigern und holt fast 86 Prozent der Stimmen. Allerdings hält sich auch Fischer für einen Siegertypen. Schließlich habe Tholen sein Ergebnis nur um fünf, er selbst seines aber von Null auf 14 Prozent gesteigert. Tholen regiert, Fischer zieht es in den Selfkant, wo 2015 ein neuer Bürgermeister gewählt wird.

Dass Schweigen nicht immer Gold ist, wurde Rene Stegemann zum Verhängnis. Die FDP war der große Wahlverlierer und musste zwei ihrer drei Sitze im Rat abgeben; Fraktionschef Stegemann nahm seinen Hut, Ingrid Heim übernahm den Sitz. Rainer Mansel konnte sich gleich zweimal feiern lassen. Er holte nach Berta Breuer (1984) und Franz van den Eynden (2004) zum dritten Mal ein Direktmandat für die SPD und wurde mit seiner „Interessengemeinschaft Spielplatz“ mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Den erhielt auch der Nabu, der mit seiner herausragenden Arbeit das Landschaftsbild im Rodebach schon geprägt hat, als noch niemand an den Naturpark dachte.

Entwickelt sich die B56n zu einer unendlichen Geschichte? Nach einem Rechtsstreit um eine Bauvergabe passiert viele Wochen lang nichts und nun wurde die Fertigstellung auf 2016 verschoben – vorläufig. Das heißt auch, dass sich Gangelt mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes Zeit lassen kann. Die Anbindung an die B56n ist für Investoren maßgeblich.

Freibad bleibt ein Minusgeschäft

Gangelt bleibt schuldenfrei und hat einen ausgeglichenen Haushalt. Trotzdem arbeiten alle Fraktionen an Sparvorschlägen; die UB und die Freien Wähler brachten mit der Idee flexibler Öffnungszeiten erstmals das Freibad ins Gespräch. Hier hat die Gemeinde in diesem Jahr 70 000 Euro in neue Elemente für die große Rutsche investiert. Das Bad bleibt aber alljährlich ein Minusgeschäft.

Sportlich halten die Concorden aus Stahe/Niederbusch die Fahne hoch. Sie stehen weit oben in der C-Liga. Gangelt/Hastenrath dümpelt im Mittelfeld der B-Liga, in der A-Liga kämpfen Breberen und der Verein mit dem längsten Namen weit und breit, SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath 2012, gegen den Abstieg.

Eine Straße für Heinrich Aretz

Heinrich Aretz hat nun in Birgden eine eigene Straße, und Franz Beckers nahm im 42. Jahr die Sportabzeichen ab; beide sind Vorzeige-Ehrenamtler. Ein Paradebeispiel für die Kooperation zwischen der Gemeinde und den Dorfgemeinschaften ist das Feuerwehrhaus in Breberen. Für den tollen Umbau kam das Geld aus der Gemeindekasse und die Bevölkerung liefert 5000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. In Birgden wurde der Kindergarten in Rekordzeit umgebaut und der Umzug der Kleinen in die Schule und das Bürgerhaus waren schnell beendet. Mit Begeisterung wurde die Erweiterung des Schierwaldenrather Kindergartens gefeiert und im Rodebachtal fanden sich viele Hundert Reiter zum Tag des Pferdes ein.

Die falschen Adressaten

Der erste Laufwettbewerb in Gangelt wurde ein voller Erfolg, und der Wohnmobilplatz war durchgehend gut belegt. Die „Aufregung“ um die nicht erfolgte Öffnung der Hastenrather Straße in Gangelt hat sich gelegt.

Dafür hat die CDU mit einem Paukenschlag ein Thema auf Platz eins katapultiert, das seit vielen Jahren schwelt. In einem unglücklich formulierten Schreiben wurden die Probleme des Bauhofes öffentlich gemacht. Das heißt: Öffentlich waren sie schon lange, denn Beschwerden über unerledigte Arbeiten waren seit Jahren immer wieder in der Diskussion – angepackt wurde das Durcheinander nicht. Die Mitarbeiter waren aber die falschen Adressaten. Viel zu viele Aufgaben für ein schrumpfendes Team, das dazu scheinbar noch von jedem Ortsvorsteher gesteuert werden konnte, waren das Problem. Man arbeitet intensiv und mit ersten Erfolgen an einer Neuaufstellung.

Mit dem Ergebnis könnte man den Jahresrückblick 2015 beginnen.

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