Völkerverbindender Austausch: „Wir brauchen ein Europa der Herzen”

Von: Georg Schmitz
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Die Schulorchesterleiter Laura Schmidt und Thomas Kamphausen (v. rechts) freuen sich über den Besuch der Schülerinnen und Schüler nebst Begleitern aus dem katalonischen Lleida. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Aus einer nicht mehr aktiven Partnerschaft mit einer Mönchengladbacher Schule entstand 2004 ein völkerverbindender Schüleraustausch zwischen dem Chor „Coral Shalom” aus Lleida bei Barcelona und dem Schulorchester des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula Geilenkirchen.

Zum dritten Mal sind 25 junge Chormitglieder im Alter von acht bis 18 Jahren und drei Betreuer noch bis Sonntag bei ihren Freunden in Geilenkirchen zu Gast. Schnell hatten sich die Gäste aus Katalonien bei den deutschen Familien eingelebt, nur die hiesigen Temperaturen von 18 Grad bei der Ankunft waren für sie etwas gewöhnungsbedürftig, denn: „Bei uns in Lleida sind es 40 Grad”, erinnert sich Chorleiterin Marie Carme Valls.

Die St.-Ursula-Lehrer Thomas Kamphausen und Laura Schmidt koordinieren den Aufenthalt der Spanier und haben deshalb ein mehrtägiges Besuchsprogramm zusammengestellt. Kamphausen erinnert sich noch an den ersten Besuch der St.-Ursula-Musiker in Lleida im Jahre 2004. „Eine Woche lang haben die 30 Schülerinnen und Schüler in spanischen Gastfamilien gelebt und das Land nicht aus einer touristischen Perspektive kennengelernt”, erläutert der Musiklehrer.

Ebenfalls im familiären Umfeld lernen die Chormitglieder aus Lleida derzeit die Umgebung von Geilenkirchen kennen, wobei die Konversation untereinander in Englisch und Französisch abläuft.Lehrerin Armelle Schmitt übersetzt allerdings bei Bedarf ins Spanische. „Es geht nicht um einen Austausch zur Förderung der Sprache, die Musik dient als verbindendes Mittel der Verständigung, sagt Kamphausen und schwärmt weiter: „Das Europa, das wir brauchen, ist das Europa der Herzen.” Jeder scheinbar noch so unbedeutende Austausch von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen trage zur Völkerverständigung bei.

Auch die spanischen Schüler vermitteln mit ihrem Gesang bei ihrem Besuch in Deutschland einen Eindruck von ihrer Kultur. Von den drei gemeinsamen Konzerten von Chor und Schulorchester fanden bereits zwei in Köln und Geilenkirchen statt. Hier begeisterten die jungen Sängerinnen und Sänger das Publikum mit Folklore aus Katalonien und dem Baskenland.

Besuch in Aachen

Der katalonische Kulturverein in Köln hatte den Chor in die dortige St. Gertrud Kirche geholt. Natürlich stand auch ein Besuch des Kölner Doms und des Schokoladenmuseums auf dem Tagesplan. Das letzte Konzert bestreitet „Coral Shalom” zusammen mit dem St.-Ursula-Schulorchester am Samstag, 5. September, in St. Nikolaus Gangelt.

Die jungen Katalonen sind größtenteils bei Familien in Gangelt, Geilenkirchen, Heinsberg, Selfkant und Übach-Palenberg untergebracht, die sie schon aus früheren Begegnungen kennen. Das erleichtert den Umgang miteinander und vertieft die bisherigen Beziehungen weiter. Bei einem Rundgang durch Geilenkirchen lernten die jungen Leute aus Lleida unter anderem die Sehenswürdigkeiten der Stadt an der Wurm kennen.

Am Donnerstag stand eine Führung über die Nato-Airbase auf dem Programm und am Freitag erkundeten die Spanier die europäische Kulturhauptstadt Essen. Thomas Kamphausen ist besonders der Stadt Geilenkirchen, der Völkerverständigungsstiftung der Kreissparkasse Heinsberg und der Volksbank Randerath-Immendorf dankbar, ohne deren Unterstützung der Austausch in dieser Form nicht möglich gewesen wäre. Der Stadt Geilenkirchen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn der Besuch des Chores ist eingebunden in die Länderpräsentation „Geilenkirchen blickt auf Europa” - und da ist 2010 bekanntlich Spanien an der Reihe.
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