Geilenkirchen-Rischden - Vielfarbige Kunstwerke am Abendhimmel

Vielfarbige Kunstwerke am Abendhimmel

Von: Georg Schmitz
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Der Dremmener Günter Ermer ma
Der Dremmener Günter Ermer macht bei der Modellflugshow des MFC Ikarus in Geilenkirchen seinen Schaumstoffflieger startbereit. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Rischden. Bei der vom Modellflug-Club (MFC) „Ikarus Geilenkirchen” in Rischden veranstalteten zweitägigen Modellflugshow sind die Miniaturausgaben flugtechnischer Errungenschaften teilweise dicht über den Menschen geschwirrt, zum Teil aber auch in Wolkennähe durch die Lüfte.

Die Erreichbarkeit der Wolken war am verregneten Sonntag weniger schwer, aber am Samstag strahlte die Sonne mit den Teilnehmern um die Wette.

Die Begeisterung bei den aus ganz Nordrhein-Westfalen angereisten Modellflugfreunden und rund 500 Besuchern war groß. Die Freude wurde auch durch kleinere Windböen nicht getrübt. Der kleine, aber feine Flugplatz in Rischden ist ein Mekka für Modellflugfreunde und erfreute sich schon in den 60-er Jahren großer Beliebtheit. Damals wurden hier bereits unter der „Luftsportvereinigung Selfkant” Deutsche und sogar Europäische Meisterschaften, vornehmlich im Fesselflug ausgerichtet.

Das in ganz Westdeutschland einmalige Gelände präsentierte sich den Akteuren und vielen Hundert Besuchern am Wochenende von seiner besten Seite. Nicht zuletzt deshalb, weil der Bauhof der Stadt Geilenkirchen im Vorfeld den Rasen gemäht und das Areal hergerichtet hatte.

Für die Unterstützung fand MFC Ikarus-Vorsitzender Wolfgang Chudziak auch nette Dankesworte. Ikarus hatte die Beköstigung der Besucher und Teilnehmer mit Getränken, Grillspezialitäten und Kuchen übernommen und eigens für den Event einen Teil des Geländes zum Zelten zur Verfügung gestellt.

Günter Ermer aus Dremmen widmete sich erstmals im Alter von 15 Jahren dem Modellflugsport. Weniger erfolgreich, wie er heute zugibt. Aber nach 18 Jahren Pause wurde er vor acht Jahren wieder aktiv und trat vor fünf Jahren dem MFC Ikarus bei. „Der, der mit dem Schaum fliegt”, wird Günter Ermer heute genannt, und das hat seinen Grund in der Bauart seiner Modellflugzeuge. „Meine Modelle sind aus Elapor, und diese recycelten Cola-Flaschen werden wie Styropor geschäumt”, erklärt er dem Zuschauer. In der Reparaturfähigkeit sei dieser Schaumstoff unübertroffen. Wenn ein Modellflugzeug einen Schaden erleidee, würden die defekten Teile mit Schaum- oder Heißkleber geklebt.

Loopings

Günter Ermer schnappt sich die Fernsteuerung sowie eines seiner vier flugfähigen Modelle und legt los. Über Funk dirigiert er sein Flugzeug dahin, wo er es haben will, und auch die Landung klappt perfekt. Neben seinen vier intakten Modellen besitzt er weitere sechs, aber die werden entweder repariert oder befinden sich im Bau. Ikarus-Vorsitzender Wolfgang Chudziak besitzt 25 flugbereite Modelle, aber er betreibt den Sport auch durchgehend viele Jahrzehnte. „Der nächste Flug kann immer ein Absturz sein”, sagt Ermer der sich mittlerweile auch als erfahrener Hallenpilot einen Namen gemacht hat. Die Hallenflieger wiegen übrigens unter 200 Gramm, alleine dadurch unterscheiden sie sich von den größeren Modellen. Ein solches besitzt Friedbert Jansen aus Ratheim, der seit 35 Jahren dem Geilenkirchener Club die Treue hält. Er wirft gerade den 100 Kubikmeter-Boxermotor seiner „Jak” an, die verfügt immerhin über eine Spannweite von 2,60 Meter.

Für die Zuschauer ist der Kunstflug, so wie ihn Friedbert Jansen betreibt, ein toller Blickfang, denn die flotten Flitzer sausen steil in die Höhe, drehen Loopings oder fliegen mit den Rädern nach oben nur wenige Meter über dem Boden.

Bei der Geschwindigkeit fragt sich der Betrachter, wie der Flugzeugführer überhaupt so schnell reagieren kann.

Immer dabei war der Vierbeiner „Nelly”, der sich gemütlich auf dem Rasen herumwälzt und durch den Flugbetrieb gar nicht stören ließ. Auch nicht durch die tief fliegenden Hubschrauber von Thomas Nacken, der auf diesem Gebiet ein Fachmann ist.

Jets und Hubschrauber

Am Wochenende stand eine große Modellpalette an Flugzeugen für den Einsatz und die Ausstellung bereit, inklusive Jets und Hubschrauber. Ein besonderes Highlight war die Nachtflugshow am Samstagabend, bei der die Flugmodelle mit LED-Beleuchtung ihre Runden drehten. Die Flieger zauberten fantastische, vielfarbige Kunstwerke in den Himmel, die man so in Geilenkirchen noch nicht gesehen hatte. Begeistert waren die zu diesem Zeitpunkt immerhin noch 200 Zuschauer auch vom abschließenden Feuerwerk, das kurz vor Mitternacht den Himmel erhellte.
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