Viele Stiftungen führen zur Kunst am Kreis

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
Ein wenig ruppig, der Wind. Am
Ein wenig ruppig, der Wind. Am Kreisverkehr David-Hansemann- und Brünestraße wurde am Mittwoch mit vereinten Kräften die Skulptur von Willi Arlt enthüllt, die eine neue Form von Kulturförderung und Sponsoring einleiten soll.

Übach-Palenberg. Kräftige Farben waren gewünscht, des Frühlings wegen. Nun leuchten Stiefmütterchen in Weiß, in Gelb, gar in Violett aus drei Rabatten den Verkehrsteilnehmern entgegen, die den Knotenpunkt David-Hansemann- und Brünestraße benutzen.

Wenn sich die Autofahrer dafür Zeit nehmen. Was ihnen ohne Werbetafeln gänzlich entgehen würde, ist die Tatsache, dass die Oberflächengestaltung des Kreisel eine reine Stiftung ist - und der Platz sogar mit Kunstförderung identifiziert werden kann.

„Es handelt sich um ein neues Konzept von Sponsoring für Kreisverkehre”, zum ersten Mal in dieser Form in Übach-Palenberg. Das hatte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch schon in der Einladung an eine überschaubare Gruppe von Förderern und Mitarbeitern formuliert, die sich am Mittwochmittag an der Verkehrsanlage im Schnittpunkt der Landesstraße 225 und der Kreisstraße 27 sammelten.

Etwa zwei Jahre alt ist die Idee, umgesetzt worden ist sie jetzt, auch dank ständigen Bemühens von Corinna Weinhold (UWG-Fraktionsvorsitzende), wie der Verwaltungschef bei der namentliche Begrüßung hervorhob. Sehr förderlich für das Projekt zudem die Arbeit des städtischen Kulturbüros, wie Martina Waliczek gerne hörte.

Geschildert wurden die Leistungen der Sponsoren, am Ort selbst Norbert Zehnpfund, der dieses „Kultur und Marketing” kreierte, sowie das Ehepaar Biggi und Dieter Spiertz. Unter den Gästen auch Udo Jastrinski, Vorsitzender des „Aktionskreises pro Übach”.

Der leicht kegelförmige Kreisverkehr vor den hellen Hallen der Schokoladenfabrik trägt im Zen­trum einen Betonsockel, der zu drei Seiten hin mit Werbetafeln - für einen nahen Metallbetrieb und ein Fitness-Studio - ausgestattet ist; dies zunächst einmal für zwei Jahre. Der Clou sitzt obenauf: Eine Metallplastik aus leicht rostigem Stahl („Corten”), die von Willi Arlt, Künstler aus Lindern, geschaffen worden ist.

Die rund 150 Kilo schwere Skulptur soll durchaus ein Symbol für die Stadt Übach-Palenberg darstellen, vertraute der Künstler den Gästen an. „Ein Würfel, der auf der Spitze steht, zeigt mit einer Ecke nach unten, zum Bergbau, der einst wichtigsten Industrie in Übach Palenberg. Doch die anderen Ecken weisen in alle Richtungen, zeigen damit die Weitläufigkeit und auch nach oben.”

Die sechs Flächen des Kunstkörpers seien ein Synonym für den Facettenreichtum der Stadt, auch betont dadurch, dass jede Seite in vier Einzelelemente zerlegt ist. „Der Kubus an sich steht für die Vielfältigkeit der Stadt und die Schlichtheit der Form für die Modernität”, sagte Willi Arlt, der anlässlich der „Kunsttour” 2011 mit der Idee vertraut gemacht wurde.

Licht kommt von innen

Wie ein Halbmond umschließt an einer Seite die Silhouette des alten Wasserturms den Würfel, als „Reminiszenz an die alte Zeit”, die des Bergbaus, erläutert der Künstler. Kunst aber bleibe kontrovers, lenkte Willi Arlt ein, auch an diesem Platz. Er hoffe, die Menschen könnten sich mit diesem Kunstwerk - das bei Dunkelheit von innen beleuchtet ist - anfreunden und die Symbolik ihrer Stadt bei jedem Hinsehen erkennen.

Die Kommune selbst musste sich finanziell an all dem nicht beteiligen, betonte der Bürgermeister. Dank des großzügigen Sponsorings wären Stadtkasse und Technischer Dienst entlastet worden. Was auch für den zukünftigen Pflegezustand der Kreiselgestaltung gilt. Gärtnermeister An­dreas Löschner wird das übernehmen, der schon an die nächste Sommerbepflanzung denkt. Stiefmütterchen raus, Begonien hinein. Vielleicht in kräftigem Rosa.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert