Viele Leckereien im Angebot: Prumefest im Pflaumendorf

Von: g.s.
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Sieht nicht nur lecker aus: Martina Klinkenberg, Anneliese Hendrikx, Irene Deckers, Herbert Heinrichs, Agnes Heinrichs und Gertrud Plum (v.l.) bieten köstliche Pflaumenfla an. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Hatterath. „Hatterath ist ein altes Pflaumendorf“, macht Gabi Kals-Deußen deutlich. So ist es auch zu erklären, dass der 420-Seelen-Ort mit einem „Prumefest“ zum zweiten Mal des köstlichen Obstes gedachte.

Mehrere hundert Menschen fühlten sich zu der kleinen ovalen Frucht mit hartem, ungenießbarem Kern hingezogen. Rund um den Dorfplatz und das ehemalige Feuerwehrhaus drehte sich alles um Pflaumen und die Leckerein, die sich aus dem Früchtchen herstellen lassen. Frische „Prumefla“ beispielsweise, mit oder ohne Sahne, je nach Wunsch. Dazu eine Tasse Kaffee – und schon war der Tag für die Genießer von Nah und Fern. Selbstverständlich konnten die frisch gepflückten Pflaumen oder daraus hergestellte Marmelade und Pflaumenlikör auch käuflich erworben werden.

Das Prumefest förderte die schönsten Anekdoten zu Tage, die die alten Hatterather zum Besten gaben. So wusste die Familie Kohnen, dass sie in den 1960er-Jahren mal an einem Tag 50 Zentner Pflaumen gepflückt hatte, die dann von Lastwagen abgeholt und überall verkauft wurden. Damals habe Bäcker Kohnen schon morgens die Backbleche für die Pflaumenfla inklusive Teig bereit gehalten. Mittags seien die Frauen gekommen und hätten den Teig mit Pflaumen belegt. Die fertige Fla konnte dann schon nachmittags um 15 Uhr abgeholt werden.

Dann stieg ebenfalls in den Sechzigern die hochschwangere Frau Bertrams am Sonntag auf die Leiter und pflückte fleißig Pflaumen, bis in die Nacht hinein. Wenige Stunden später lag sie im Kreißsaal und entband ihren Sohn. Ihre Arme waren vom Pflaumenpflücken zerkratzt, und so fragte der Arzt, wo denn die Wunden an ihren Armen herkämen. „Vom Pflaumenpflücken“, lautete die wahrheitsgemäße Antwort, die der Arzt allerdings nicht glauben wollte. Früher habe es mehr Pflaumenbäume als Einwohner in Hatterath gegeben, war noch zu hören. In Erinnerungen schwelgend, ging der Tag wie im Fluge vorbei. Auch im kommenden Jahr will die IG Hatterath wieder mit einem Prumefest aufwarten.

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