Viel Prominenz beim Umwelttag in Geilenkirchen

Von: g.s.
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Wie mobil können Menschen mit
Wie mobil können Menschen mit schweren Behinderungen sein? Julia Sturm (Bild) aus Wassenberg zeigte anhand einige Beispiele, wie man auch mit Prothesen ein Auto fahren kann. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Erfolgsgeschichte des Grünen Umwelttages in Geilenkirchen wurde auch mit der 6. Ausgabe dieser „Öko-Messe” fortgeschrieben. Diesmal der Ehrengast: Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Er nahm sich Zeit für das vielfältige Angebot im Loherhof.

Bärbel Höhn, ehemalige NRW-Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte als erste hochkarätige Grüne die Schirmherrschaft für den „2. Grünen Umwelttag” im Jahr 2004 übernommen. Seitdem geben sich alle zwei Jahre bekannte Persönlichkeiten auf dem Gelände des Sportparks Loherhof in Geilenkirchen die Türklinke in die Hand. 2008 war es Claudia Roth, 2010 NRW-Umweltminister Johannes Remmel und am Sonntag der Cem Özdemir, der mit seinem rund drei Stunden dauernden Besuch die Bedeutung dieser großen innovativen Umweltmessen in NRW hervorhob.

Auf Initiative des Ortsverbandes von Bündnis90/Die Grünen stellten Unternehmen, Verbände und Organisationen auf mehr als 5000 Quadratmetern im Innen- und Außenbereich des Sportparks ihre Produkte aus den Bereichen Ökologie, Umweltschutz und Gesundheit vor. Waren es bei der Premiere im Jahre 2002 noch 26 Teilnehmer, so wurden die Erwartungen mit 73 Ausstellern am Sonntag übertroffen.

Der große Zuspruch durch das Publikum und das zunehmende Interesse von Seiten der Teilnehmer bestärkt die Grünen darin, die Umweltmesse auch künftig weiterzuführen. „Wir wollen das Bewusstsein der Verbraucher für ökologische Produkte sensibilisieren”, nennt Sprecher und Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden die Intention eine der größten Umweltmessen in der Euregio. Der Sportpark Loherhof am Ortsausgang von Geilenkirchen Richtung Immendorf bietet nicht nur ideale Rahmenbedingungen für den Umwelttag, die Betreiber gehen auch mit gutem Beispiel voran. Schon bei der Planungsphase hat man großen Wert auf eine ökologische Ausrichtung der Sportstätte gelegt. Mit eigenem Windrad und Blockheizwerk werden bis zu 90 Prozent des Energieverbrauchs selbst erzeugt.

Beim Grünen Umwelttag zeigten die überwiegend in der Region ansässigen Unternehmen aus den Bereichen Energie, Bauen, Wohnen, Gesundheit, Klimaschutz, Garten- und Landschaftsbau, naturnahem Tourismus, Solartechnik und mehr ökologische und gesundheitsfördernde Alternativen auf. Energietipps zur Altbausanierung gehörten ebenso zum Angebot wie Informationen über Einsparpotentiale im Elektro- und Beleuchtungsbereich. Für Umsteiger von Öl oder Nachtstromspeicher bot sich der Wechsel auf Holzpellets an. „Fossile Energien sind out, regenerative Haustechnik ist in”, brachte es ein Unternehmen auf den Nenner.

Mobilität und Lebensart

Der Verein der E-Mobilfreunde in der Region Aachen hatte eine Auswahl an Elektroautos mitgebracht, und auch ein Energie- und Wasserversorger befasste sich mit diesem Zukunftsthema. „Wir bringen Schwerbehinderte zum Fahren”, sagte Julia Sturm vom Reha-Mobilitätszentrum Wassenberg. Der Betrieb beschäftigt sich mit dem behindertengerechten Umbau von Fahrzeugen und ist seit 16 Jahren auf schwerstbehinderte Menschen spezialisiert.

Julia Sturm nennt sogar ein Extrembeispiel: „Einem Mann ohne Arme und Beine konnte geholfen werden. Er fährt heute eigenständig Auto.” Gasgeben, Bremsen und Lenken werden über eine besondere Einlage am Armstumpf ermöglicht.

Franziskusheim, Sanitätshaus, Tanzschule, Salzgrotte, Buchhandlung, ein Bio-Hofladen aus Saeffelen, der ATV Geilenkirchen, das Netzwerk Tagesmütter und -väter und viele andere Interessengruppen stellten ihre Angebote den über den Tag verteilten rund 2000 Besuchern vor. Wellness-Massagen konnten die Gäste direkt ausprobieren, und auch auf die Bedeutung von Fahrradtouren aus Sicht des gesundheitlichen und erholsamen Aspektes wurde hingewiesen. Eine Modenschau mit Tragbarem aus ökologisch und sozialverträglich hergestellten Materialien zog die Blicke der Besucher ebenso auf sich wie die Fahrten mit dem elektrisch betriebenen „Segway”-Roller. Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Ruth Seidl und Reiner Priggen sowie der Fraktionsvorsitzende der Geilenkirchener Grünen, Jürgen Benden, zeigten dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir bei einem Rundgang die Palette dessen, was auf Ressourcenschonender und ökologischer Basis möglich ist und hier ausgestellt wurde. Zudem beschäftigten sich verschiedene Referate mit den Themenkomplexen.
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