Via Belgica wird modern interpretiert

Von: mabie
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Bereits beim Römerfest im Jahr 2008 in Rimburg hatten die Menschen Gelegenheit, das typisch römische Leben einmal näher kennenzulernen. Hierbei trafen auch Kämpfer zu Fuß und auf dem Ross aufeinander. Foto: mabie

Übach-Palenberg. 3500 Euro pro Jahr - so viel lässt sich die Stadt Übach-Palenberg ihre Beteiligung an der interkommunalen Kooperation zur „Via Belgica” kosten. Das beschloss der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss in seiner letzten Sitzung.

Hinter dem Projekt verbirgt sich die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden, die an der historischen römischen Trasse, heute mit „Via Belgica” bezeichnet, verbirgt. Die Strecke wurde schon einmal beim Römerfest im vergangenen Jahr thematisiert.

Dazu waren tausende Menschen nach Rimburg geströmt. Bei der „Via Belgica” handelt es sich um eine der drei Hauptstraßen, die zur Zeit des Römischen Reiches von Köln aus das Land erschlossen. Neben den bereits festgezurrten Linien der „Limesstraße” und der „Agrippastraße” soll sie vor allem die Verbindung zwischen Historie und Tourismus herstellen.

Auf dem Weg von Köln zum Zielort Boulogne-sur-Mer durchschneidet die historische Trasse auf rund sechs Kilometern Länge auch Übach-Palenberger Stadtgebiet. So ist die heutige Brünestraße in Boscheln ebenso Teil der Verbindung wie „Gut Blaustein”, das allein auf 470 Fundstücke - Ziegel wie Keramik - blicken kann.

Ziel der modernen Interpretation der „Via Belgica” soll sein, mit einem Radweg und auch einer Strecke für Kraftfahrzeuge, alle Sehenswürdigkeiten und Fundstücke miteinander zu verknüpfen. In einem ersten Schritt muss die Verwaltung rund 24.000 Euro investieren, um bestehende Wege auszubessern beziehungsweise zu erneuern. Um das ganz auch erfahrbar zu machen, sollen einheitliche Markierungen und Wegzeichen entlang der gesamten Strecke errichtet werden.

Dazu kommen besondere Kieferbäume, die, angelehnt an die bekannten römischen Pinien, alle rund 500 Meter den Verlauf der Trasse zusätzlich verdeutlichen sollen. Meilensteine oder in die Straße eingelassene Stahlbänder sorgen für weitere Erkennbarkeit. An Umstiegspunkten vom Pkw auf das Fahrrad werden so genannte „Mansiones” eingerichtet. Die Parkflächen erinnern an den typischen Grundriss eines römischen Hauses, Informationen per Flyer oder elektronischen Einrichtungen geben weitere Hinweise.

Abgerundet wird das Projekt mit so genannten Zeitfenstern, die an historisch oder baulich markanten Orten, eingerichtet werden. Für Übach-Palenberg sollen dies das Schloss Rimburg, die Rimburger Brücke, die St. Petrus- oder auch Karlskapelle, das Römerbad im Naherholungsgebiet, der Wasserturm an der Bergehalde, das Carolus-Magnus-Centrum (CMC), das Schloss Zweibrüggen, die künftige Klangbrücke und der Willy-Dohmen-Park sein.

Zur Verwaltung des ganzen Aufwandes wird beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Geschäftsstelle eingerichtet. Dafür sind per anno dann 3500 Euro durch die Stadt Übach-Palenberg zu entrichten. „Das ist vom Grundsatz her sehr beeindruckend”, befand SPD-Sprecher Joachim Fröhlich. Der Beigeordnete für Planen und Bauen, Volker Schlüter, ergänzte in diesem Zusammenhang, dass durch die grenzübergreifend einheitliche Gestaltung der Wiedererkennungswert eine ganz große Rolle spiele.

Auch von der CDU war Zustimmung zu vernehmen. „Es liegt im Plan der Euregionalen, unsere Stadt attraktiver zu machen”, schloss deren Vertreter Josef Fröschen.
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