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Versickerungsmulde ein Biotop für Mensch und Tier

Von: Georg Schmitz
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In einer freiwilligen Aktion greifen die Kogenbroicher zum Spaten und pflanzen 30 Obstbäume im Umfeld der Versickerungsmulde. Hinten rechts im Bild der tonnenschwere Findling. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Kogenbroich. Jahrzehnte mussten die Bürger von Kogenbroich mit Hochwasser kämpfen, das soll jetzt ein Ende haben. Nach der Fertigstellung eines Regenrückhaltebeckens atmen die 83 Einwohner der Geilenkirchener Stadtteils endlich auf.

Doch eigentlich kam es für das im Fachjargon „Versickerungsmulde” genannte große Loch zum Auffangen des aus den oberen Feld- und Wiesenflächen herabstürzenden Wassers noch zu keiner Bewährungsprobe. Sturzfluten blieben seit der Fertigstellung im Dezember 2011 bisher aus.

Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr „Grünes Licht” für den Bau der 70.000 Euro teuren Auffangbeckens gegeben. Nun haben sich die Kogenbroicher in der Zwischenzeit Gedanken über die Verschönerung des Bereiches rund um die Mulde gemacht. Versickerungsmulde, Flutmulde oder Regenmulde - so ganz einig sind sich die Männer nicht über den Namen des Wasserloches, dessen Umfeld sie naturnah gestalteten.

Auf Initiative der Dorfgemeinschaft wurde das etwa 10.000 Quadratmeter große Gelände oberhalb der Flutmulde mit Obstbäumen bepflanzt. „Insgesamt pflanzen wir 30 Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumenbäume”, erzählt Uwe Jöris. Zusammen mit Dieter Wagels, Leo Schaps, Toni Strömer, Dieter Offergeld, Lutz Ewert, Helmut Hintzen und Heinz Kohnen greift Uwe Jöris zum Spaten, um die notwendigen, 50 Zentimeter tiefen Löcher für die drei Jahre alten Setzlinge zu graben. Die Hochstämme wurden von der Stadt spendiert.

Die rund zweistündige Aktion erregt die Aufmerksamkeit der auf der Landstraße 42 fahrenden Autofahrer. In Straßennähe liegt neben der Versickerungsmulde ein etwa fünf Tonnen schwerer Findling, der bei den Flutmulde-Arbeiten im Dezember zum Vorschein kam. „Der ist mehrere Millionen Jahre alt”, schätzen die Männer. Der Findling soll als Monument an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnern, deshalb werden dort Gedenk-Plaketten mit den Namen der Gefallenen und Vermissten aus Kogenbroich angebracht.

Auch die zehn Menschen, die nach dem Krieg durch Minen ums Leben kamen, sollen hier Erwähnung finden. Die Stadt hat in der Muldensenkung Rollrasen ausgelegt und somit ebenfalls zur Ansehnlichkeit des Objektes beigetragen. „Entlang der Landstraße wird noch eine Wildstrauchhecke gepflanzt”, sieht Landschaftsbauer Leo Schaps in die Zukunft. Wenn die Obststreuwiese in Blüte steht, sich der Rollrasen verfestigt hat und die Hecke grünt, wird sich das Gelände zu einem schönen Biotop für Mensch und Tier entwickelt haben.
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