Geilenkirchen - Verpasste Chancen: Die Internetseiten der Parteien

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Verpasste Chancen: Die Internetseiten der Parteien

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Welche Partei soll es sein? Beim Blick auf die Internetseiten der Parteien findet man die gewünschten Informationen nicht immer. Grafik: Hans-Gerd Classen, Foto: Daniel Gerhards

Geilenkirchen. Es könnte so einfach sein: Die Entscheidung, bei welcher Partei man bei der anstehenden Kommunalwahl sein Kreuzchen macht, könnte schnell fallen. Jede der in Geilenkirchen antretenden Parteien hat schließlich eine Internetseite.

Doch den Parteien gelingt die Kommunikation via Web in vielen Punkten nur unzureichend. Ein Blick auf die Internetseiten der Parteien zeigt, was sie gut und was sie schlecht machen.

Die Internetseite der Geilenkirchener CDU wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt und übersichtlich. Auf der Startseite stehen zwei große Bilder abwechselnd im Zentrum. Das eine zeigt ein Fahrzeug, das von oben bis unten mit CDU-Motiven beklebt ist. Fragt sich, was dabei die Information für den Wähler sein soll. Das zweite besteht aus einer Grafik. In der Mitte steht der Schriftzug: „Geilenkirchen liegt uns am Herzen.“ Gut so, aber irgendwie auch selbstverständlich für eine Partei.

Wahlprogramm fehlt

Mehr politische Inhalte vermutet man unter dem Punkt Kommunalwahl. Aber ein Wahlprogramm oder eine Zusammenfassung der politischen Ziele findet man dort nicht. Dafür eine Liste der christdemokratischen Kandidaten – inklusive Name, Bild, Wahlkreis jedes Kandidaten. Aber was tun, wenn der User den Kandidaten für seinen Wahlkreis direkt kontaktieren will? Telefonnummern und E-Mail-Adressen Fehlanzeige. Da muss man schon hoffen, dass der Kandidat gleichzeitig im Parteivorstand ist. Nach ein paar weiteren Klicks findet man deren Telefonnummern und E-Mail-Adressen.

Ganz interessant ist ein Blick an die rechte Seite der Homepage. Dort zeigt ein Zähler ganz genau, wie viele Leute sich online für die CDU interessieren. Im vergangenen Monat waren das immerhin rund 4200 Nutzer. Also im Schnitt rund 140 pro Tag. Es steckt also Potenzial in der Website.

Die Seite der Geilenkirchener SPD wirkt sehr modern. Auch dort gibt es große wechselnde Bilder im sogenannten Slider. Direkt darunter findet man die Kategorie Nachrichten. Wer darin aktuelle Themen erwartet, wird enttäuscht. Der letzte Eintrag, den der sozialdemokratische Webmaster dort eingestellt hat, datiert vom 8. April. Etwas alt für die heiße Phase des Wahlkampfes.

Dafür ist die Übersicht über die Direktkandidaten der SPD gelungen: Bild, Name, Wahlkreis, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse. Das passt.

Wer neben den Personen auch etwas zu den Inhalten der Partei erfahren möchte, wird mit schlagwortartiger Darstellung abgespeist. Es gibt nur knappe Stichwortlisten, ein komplettes Wahlprogramm sucht man vergebens. Dafür gibt es ein ausführliches Kommunalpolitisches Programm aus 2013.

Ein Link zum Wahlprogramm steht bei den Grünen dagegen gleich oben auf der Startseite. Das ist gut. Noch besser wäre, wenn es zusätzlich eine knappe Zusammenfassung des 21-Seiten-Papiers gäbe.

Knappere Informationen sucht der Nutzer vielleicht unter dem Punkt Aktuelles. Dort fällt zunächst auf, dass die Einträge nicht mit Daten versehen sind. Das täuscht aber nur kurz darüber hinweg, dass die meisten Einträge alt, einige sogar längst überholt sind. Man findet – wohlgemerkt in der Kategorie Aktuelles – das Wahlprogramm aus 2009, eine Stellungnahme zum Haushalt 2010 und eine Einladung zum Stadtgespräch am 19. September. Welches Jahr gemeint ist, bleibt bei letztgenanntem Punkt fraglich. Und ein Text trägt die Überschrift „Nicht wirklich etwas Neues“. Das trifft auch auf die Kategorie Aktuelles der Grünen-Homepage zu.

Zurück zur Wahl. Grüne Kandidaten sucht man vergebens. Es gibt nur eine Auflistung von Personen, die in der Partei aktiv sind. Immerhin: Adressen und Telefonnummer sind dort verfügbar. Nicht mal im Online-Terminkalender findet man einen Hinweis auf die Wahl. Das ist im Grunde auch kein Wunder. Denn es gibt nur eine Übersicht über die Termine des ersten Halbjahrs 2013.

Auf der Website der Geilenkirchener FDP wird man zunächst ein wenig erschlagen. Es gibt viel Text, wenige Bilder. Man hat den Eindruck, dass man Zeit und Muße mitbringen muss, um sich relevante Informationen herauszusuchen.

Knackiger ist schon das bereitgestellte Wahlprogramm. Es umfasst fünf Seiten mit liberalen Positionen. Die zum Programm passenden Gesichter bleibt die liberale Website aber schuldig. In einem recht langen Text, in dem es um das FDP-Wahlkampfteam geht, steht lediglich der Satz: „Eine ausführliche Vorstellung der einzelnen Kandidaten finden Sie in Kürze auf unserer Homepage.“ Eine gelungene Vorstellung beim potenziellen Wähler sieht anders aus.

Die Homepage der Freien Bürgerliste unterscheidet sich sehr stark von den Webauftritten der etablierten Parteien. Der Zusammenschluss hat keine Vorlage einer Parteizentrale, die er nutzen kann. Dass ihr Web-Auftritt anders ist, macht ihn aber nicht unbedingt schlechter. Das sechsseitige Wahlprogramm findet man auf Anhieb, eine zusätzliche, noch kürzere Zusammenfassung zum schnellen Überfliegen wäre schön. Weniger schön ist, dass der neueste Beitrag in der Kategorie Aktuelles vom 21. März datiert. Da passen Kategorie und Inhalt nicht zusammen.

Die Kandidaten sind aufgelistet – mit Name, Bild und einem recht ausführlichen Steckbrief. Bis Freitagmittag fehlten E-Mail-Adressen und Telefonnummern völlig. Und in der Kategorie Ansprechpartner fand man bis dato 16 Gesichter. Nur bei zwei Ansprechpartner war eine E-Mail-Adresse hinterlegt, Telefonnummern fehlten komplett.

Kurz nachdem wir unseren Text zum Internetauftritt der Geilenkirchener Parteien auf unserer Homepage online gestellt hatten, reagierte die Bürgerliste, indem sie Kontaktdaten hinzufügte. Fraktionschef Christian Kravanja bedankte sich in den Leserkommentaren zu diesem Artikel sogar für die „unabhängige Prüfung unserer Internetseite“.

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