Geilenkirchen - Verlegung des Weinfestes sorgt für Unmut

Verlegung des Weinfestes sorgt für Unmut

Von: Georg Schmitz
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Das diesjährige Weinfest mit
Das diesjährige Weinfest mit seinen Holzhütten wird auf dem Marktplatz stattfinden. Der guten (Trink-)Laune der vergangenen Jahre dürfte dieser Umstand wohl keinen Abbruch tun. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Nicht so recht anfreunden können sich viele Geilenkirchener Geschäftsleute mit der Tatsache, dass das allseits beliebte Winzerfest in diesem Jahr auf den Marktplatz verlagert wird. Aufgrund brandtechnischer Auflagen können die geplanten 31 Beschicker des 7. Weinfestes vom 2. bis 4. September ihre Holzhütten diesmal nicht mehr auf dem Friedlandplatz aufbauen.

Geschuldet ist der Umzug zum Marktplatz nicht zuletzt den tödlichen Ereignissen bei der Loveparade in Duisburg. Denn seit diesem Unglück sind die Behörden für größere Veranstaltungen sensibilisiert und prüfen die Sachverhalte stets genauer.

Der Aktionskreis (AK) Geilenkirchen hatte nun seine Mitglieder zu einer „Sondersitzung” in das Gerberhaus eingeladen, um sich mit der Thematik zu befassen. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die umliegenden Einzelhändler in Hünshoven durch die diesjährige Verlegung des Weinfestes einen Nachteil für ihr Geschäftsumfeld sehen.

Aber auch Jörg Stamm, selber mit einem Herrenausstatter-Geschäft gegenüber dem Marktplatz etabliert, gab den „Kontrahenten” recht: „Der Charakter dieses Weinfestes hat immer von diesem Platz gelebt.” Buchhändler Peter Lyne von de Berg machte seinem Unmut Luft: „Alles findet mittlerweile auf dem Marktplatz statt.”

Zoofachhändler Ralf Finders war der Meinung, dass sich im Hinblick auf die Rettungswege auf dem Friedlandplatz noch einiges regeln ließe, damit das Winzerfest zukünftig wieder dort veranstaltet werden könne.

Zum alles entscheidenden Thema „Rettungswege” meldete sich der Sachbearbeiter für Brandschutz beim Ordnungsamt der Stadt Geilenkirchen zu Wort. „Die Erreichbarkeit der Gebäude durch die Feuerwehr ist zwingend vorgegeben”, so Ralf Dechene. Anforderungen und Sicherstellung der Rettungswege müssten gewährleistet sein.

„Grundsätzlich müssen die Buden fünf Meter von der Wohnbebauung entfernt sein”, zitierte Dechene die entsprechende Brandschutztechnische Vorschrift der zuständigen Bauordnung. „Je Nutzungseinheit (Wohnung) muss eine mit Mitteln der Feuerwehr gegebene Erreichbarkeit des zweiten Rettungsweges gewährleistet sein”, so Ralf Dechene.

Die Vorschriften habe es immer schon gegeben, doch seien in der Vergangenheit oftmals die Augen zugedrückt worden. Nach der Loveparade allerdings sei in neuen Erlassen geregelt, wie mit Veranstaltungen umzugehen ist.

„Wenn etwas passiert, sieht die Stadt mit dem Bürgermeister an der Spitze alt aus”, sagt der Brandschutzfachmann. Selbst der Vorstand des Aktionskreises werde dann in Haftung genommen.

Als Kompromiss konnten sich die Geschäftsleute die Reduzierung des Abstandes der Buden von der Wohnbebauung von fünf auf vier Meter vorstellen. Allerdings müsse dann ein Sicherheitsdienst in der Nacht ein wachsames Auge auf das „Budendorf” werfen und immer Feuerlöscher zur Hand haben.

AK-Geschäftsführer Rüdiger Strübig betonte, dass trotz Reduzierung von fünf auf vier Meter nicht alle 31 Beschicker auf dem Friedlandplatz untergebracht werden könnten. Wenn verschiedene Händler nur 50 Meter weiter ihre Zelte aufschlügen, seien für diese Umsatzeinbußen programmiert.

„In diesem Jahr lässt sich das ohnehin nicht mehr ändern. Wir sollten daraus lernen und unseren Fokus auf 2012 richten”, meldete sich Kulturamtsleiter Gort Houben zu Wort.

Das sahen die meisten AK-Mitglieder genauso und gingen mit der Meinung von Rüdiger Strübig konform, für das Weinfest im nächsten Jahr ein neues Konzept zu entwickeln. „Hier sind die Ideen der Mitglieder gefragt”, so der AK-Geschäftsführer.
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