Vereinsfusion geglückt: Aufstieg in die A-Liga

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Gegen Süsterseel taten sich sowohl SVG als auch Scherpenseel schwer. Alexander Aretz brachte damals mit diesem Kopfball seine Mannschaft in Führung. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der Trainer strahlt, der Vorsitzende zeigt sich äußerst zufrieden – die erste Mannschaft der SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath ist in die A-Liga aufgestiegen. „Die Fusion der beiden Fußballclubs hat sich als der richtige Weg herausgestellt“, blickt Michael Bender, der erste Vorsitzende des neuen Gebildes, zufrieden auf das Ergebnis und die zurückliegenden zwei Jahre.

„Die Chemie hat gestimmt“, erinnert sich Michael Bender an die ersten Gespräche der SVG Langbroich-Schierwaldenrath mit den Verantwortlichen des FC Eintracht Birgden. „Im Grunde hat die Zusammenarbeit von der ersten Minute an funktioniert!“

Dabei waren die Konstellationen sehr unterschiedlich. Die SVG Langbroich-Schierwaldenrath formierte sich 1951 aus Fortuna Langbroich und Westwacht Schierwaldenrath. Dieser Verein, zeitweise geführt von DFB-Vorstandsmitglied Willi Hennes, erlebte goldene Zeiten. Ab 1987 spielte man sogar unter Ulli Hüning drei Jahre in der Landesliga.

Lange ist es her und 2011 war es soweit, dass man Probleme hatte, den Spielbetrieb bei den Herren aufrecht zu erhalten. Man erkundete kurz und erfolglos die Lage beim SV Breberen. Dann kamen die Birgdener ins Spiel. mittlerweile weiß man: Hier begann die Geschichte einer Zusammenarbeit, die alle Rivalität der Vergangenheit hinter sich ließ und den Fußballfreunden auf und neben dem Platz eine solide Perspektive bietet.

Der FC Eintracht Birgden, Mitte der 20er Jahre gegründet, ist immer nur in den Kreisligen unterwegs gewesen. Hier spielten die Jungs aus dem Dorf – Geld hat nie eine Rolle gespielt. Zu abschreckend waren wohl die Beispiele aus der Nachbarschaft. Der FC Gangelt-Hastenrath war fünf Jahre nach der Gründung pleite – der Preis dafür, dass man mit vielen ortsfremden Spielern das Abenteuer Landesliga gewagt hatte.

Als die SVG an die Birgdener herantrat, gab es dort im Grunde keine Notwendigkeit für eine Fusion. „Hier waren die Birgdener weitsichtig“, zieht Michael Bender jetzt noch seinen Hut vor der Entscheidung, einen funktionieren Verein auf die Zukunft auszurichten. Zielstrebig und harmonisch seien die Verhandlungen gelaufen.

Mit ein bisschen „Bammel“ seien beide Vorstände dann in die Mitgliederversammlungen gegangen. Denn die Hürden lagen hoch: Birgden brauchte 75 Prozent Zustimmung, bei der SCG waren sogar 80 Prozent nötig. Natürlich gab es auch kritische Stimmen – vor allem aus der Riege der langjährigen Vereinsmitglieder. „Nachvollziehbar und verständlich“, fand man das in Reihen der Fusionsbetreiber.

„Ich freue mich immer, wenn ich genau diese Leute am Sportplatz sehe und wenn sie mit viel Engagement die Mannschaften unterstützen“, freut sich nicht nur Michael Bender über die Integration derer, die sich mit dem neuen Verein schwer taten. Ein wichtiges Kriterium war natürlich auch der Nachwuchs. Hier wurde gebündelt und aktuell ist man durchweg gut besetzt – teilweise arbeitet man mit anderen Vereinen zusammen, erinnert sich Willi Jansen, der zweite Vorsitzende.

Stefan Horstmannshoff war bereits Trainer in Birgden gewesen und übernahm nun das neue Team. Im ersten Jahr war man in der B-Liga oben dabei, „verpasste aber den Punch in den wichtigen Spielen“, erinnert sich Torsten Kreiten, der den Verein als Trainer übernahm, als Horstmannshoff in Dremmen engagiert wurde.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen der gerade abgelaufenen Saison begann mit dem ersten Spieltag. Die ersten acht Begegnungen sah man immer die Rot-Weißen aus Frelenberg vorne; die letzten zehn Spieltage durchgehend die SVG. „Was die Frelenberger gemacht haben, hat uns nicht sonderlich interessiert“, so Torsten Kreiten selbstbewusst. „Frelenberg ist weit weg!“ Geografisch kann man das so sehen – was die Tabelle anging, gab es ein spannendes Duell auf Augenhöhe.

Die beiden Begegnungen der Kontrahenten endeten jeweils 0:0. Punktgleich waren sie vor dem letzen Spieltag – zehn Tore hatte die SVG mehr geschossen. Die Frelenberger reisten zum letzten Spiel nach Palenberg. Ein Lokalkampf, bei dem Frelenberg zwar mit 4:1 siegte, aber nichts geschenkt bekamen. Da hatte die SVG es leichter: Beim feststehenden Absteiger Bauchem dauert es bis zur 21. Minute, als das erste von acht Toren fiel.

„Danach habe ich mir keine Sorgen mehr gemacht und nach dem Abpfiff gab es eine tolle Feier“, so Trainer Kreiten, der mit dem Team noch nach Mallorca reisen wird, um die Saison zünftig abzuschließen. Sechs Spieler aus den Dörfern der SVG stoßen aus der Jugend zu den Seniorenmannschaften. Es wird also auch in der A-Liga dabei bleiben, dass die Zuschauer die Spieler kennen, dass man als Team siegen und verlieren wird.

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