Unterstützung für junge Sternchen am Schlagerhimmel

Von: Laura Beemelmanns
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Beim letzten Schliff für die neue Maxi-CD: Musikproduzent Gerd Geradts (46) und Schlagersängerin Michaela Bertleff (27). Fotos (2): Beemelmanns Foto: Beemelmanns

Gangelt. Schlagersängerin Michaela Bertleff hat sich vor dem Mikro in Position gebracht und Kopfhörer aufgesetzt. „Kannst du mich hören?“, fragt Gerd Geradts, der in der Regie die Lautstärkenverhältnisse einstellt. „Nein, noch nicht“, antwortet die 27-Jährige. „Jetzt?“ „Ja, jetzt. Test, Test.“ „Gut, dann konzentrieren wir uns jetzt mal auf die erste Strophe“, antwortet der 46-Jährige. Die Aufnahme kann beginnen.

Gerd Geradts ist Komponist und Musikproduzent. Vor 20 Jahren hat er sein erstes Musical geschrieben und sein ganzes Leben lang Musik gemacht. Er arbeitet täglich in seinem eigenen Tonstudio in Gangelt-Hastenrath – manchmal bis tief in die Nacht hinein. Kreativität hält sich nunmal nicht an bestimmte Uhrzeiten. So ist es auch an diesem Abend. Es ist 22 Uhr. Mit Michaela Bertleff arbeitet er seit rund zehn Jahren zusammen. Am Anfang haben sie Cover-Lieder eingesungen, nun widmen sie sich Songs, die Geradts eigens für seine Nichte geschrieben hat. Heute geht es um den Feinschliff.

Die Sängerin schließt die Augen, scheint ganz tief versunken. Dann singt sie – wahnsinnig gefühlvoll. Die Ballade, die sie aufnimmt, ist für ihre erste eigene Maxi-CD und heißt „Dieses Lied“. Es ist den Eltern gewidmet – als Dankeschön für alles, was sie ihr im Laufe der Jahre gegeben haben.

„Hast du abgespeichert?“, fragt Bertleff vorsichtig. „Ähm, ja, das wäre eine gute Idee.“ Hat er nicht. Geradts hat gelauscht und vergessen, den Aufnahmeknopf zu drücken. Macht nichts. Die 27-Jährige singt sich eh erst warm. „Es dauert oft eine halbe Stunde,  bis ich mich wohl genug fühle“, sagt Bertleff, „erst dann ist der Moment der richtige.“ Das hat nichts mit Geradts oder dem Ambiente im Tonstudio zu tun, sie versucht nur, sich gedanklich auf eine große Bühne zu befördern, damit das Feeling stimmt – und der Klang. Bei sehr fröhlichen Songs ist es anders. „Dann muss man ein Lächeln auf denn Lippen haben“, sagt Bertleff. Das ist ein Satz, den Geradts ihr eingetrichtert hat. „Das stimmt auch“, sagt Bertleff.

Die Ideen zu den Liedern kommen dem Musikproduzenten meist am Klavier. Für alle Fälle hat er immer sein Handy dabei, mit dem er Melodien oder Texte auch spontan aufnehmen kann. „Das ist dann oft in schlechter Qualität, aber so vergesse ich nichts“, sagt Geradts.

Geradts unterbricht die Sängerin. Die legt den Kopfhörer ab und kommt in die Regie. Geradts spielt die erste Strophe und den Refrain ab, reguliert noch einmal die Lautstärkenverhältnisse. Die Instrumente dreht er ein klein wenig lauter, die Stimme etwas leiser. Fertig. Klingt wie aus dem Radio.

Vor ein paar Wochen hat der Musikproduzent die Instrumente eingespielt: Klavier, Bass, Schlagzeug und Gitarre. Das „Gerüst gebastelt“, wie er sagt. Dann singt er einen Text bestehend aus einem einfachen „du-dududu“ auf die Melodie ein. Diese Aufnahme hört sich Bertleff eine Woche lang an. Daran erkennt sie, welches Wort sie wie singen und betonen soll. Erst danach folgen die Aufnahmen. So vergehen einige Wochen. „Wenn man die Songs zu oft hört, hört man die Details auch nicht mehr heraus“, sagt Bertleff. Zu viel und zu lange an einem Stück arbeiten geht also auch nicht. Auch wenn sich beide ohne Worte verstehen. „Wir sind beide sehr emotional“, sagt Bertleff.

Die neue CD wird in den nächsten zwei bis drei Monaten rauskommen, dann wird Bertleff sie promoten. Und das nächste Projekt ist auch schon in Angriff genommen: ein neues Musical, das diesmal Geradts Frau geschrieben hat. Bertleff soll darin eine musikalische Rolle spielen.

Geradts dreht „Dieses Lied“ noch einmal lauter. Beide lauschen und lächeln. „Das war eine gute Aufnahme“, sagt er.

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