Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Umbau der Konrad-Adenauer-Straße: Startschuss fällt Mitte Mai

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
probesitzen-bild
Bitte neben dem Abfallbehälter „Frog” auf der Bank „Vertica” Platz nehmen: Bürgermeister Andreas Borghorst lässt sich von Franziska Brauner (l.) und Jennifer Veen vor der Bauausschusssitzung zum Probesitzen auf einer Vorführbank einladen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Wir sitzen hier jetzt seit vier Stunden und haben noch eine gewaltige Tagesordnung vor uns”, stöhnte am Dienstagabend CDU-Parteichef Franz-Michael Jansen. Der Umwelt- und Bauausschuss hatte an diesem Abend ein Mammutprogramm zu bewältigen.

Und zu Beginn war auf den Zuschauerrängen kein Platz mehr zu bekommen. Schließlich ging es um die Neugestaltung der Konrad-Adenauer-Straße zwischen der alten Poststraße und dem Kreisverkehrsplatz am Markt. Und ausgerechnet diesen Tagesordnungspunkt wollte Dr. Stephan Evertz (Grüne) vertagt wissen.

Grundlage dieser Maßnahme sei eine vom Stadtplanungsbüro Meyer-Brandis vorgenommene Verkehrsanalyse. In einigen Jahren werde sich die Verkehrssituation in Geilenkirchen aufgrund der geplanten Unterführung der Bahngleise ändern. „Die Konrad-Adenauer-Straße wird an Bedeutung verlieren”, sagte Evertz. Außerdem sei es ein „Unding”, die Planung zu beschließen und später eine Bürgerversammlung einzuberufen. „Wir müssen dem Bürger Leitlinien vorlegen. Dann kann auch noch die Bürgermeinung mit einfließen.

Die Bürger haben lange genug gewartet. Außerdem hätte eine Verschiebung fatale Auswirkungen auf die Fördermittel”, wandte sich Jansen gegen den Antrag. Sein Unverständnis äußerte auch Kurt Sybertz (SPD): „Heute ist es nur eine Information, entschieden wird doch erst im Rat”, sagte er, während Johann Graf (Bürgerliste) nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden wollte.

Stadtplaner Jochen Meyer-Brandis ging nochmals auf die Grundidee ein, aus einem stark zergliederten Straßenraum mit vielfachen Sichtbarrieren und dominantem Fahrverkehr eine bummelfreundliche Einkaufsstraße mit Boulevardcharakter zu machen. Dunkle und rustikale Materialien sollen durch helle und elegante Oberflächen ersetzt, die Fahrverkehrsfläche reduziert und die Straße begrünt werden.

„Sie haben die Chance, nicht nur alles schicker und schöner zu machen, sondern etwas für die Besucher zu tun”, sagte Meyer-Brandis. Der Stadtplaner betonte die deutlich breitere Laufbereiche für Fußgänger, die absolute Barrierefreiheit für Behinderte, die warmen und freundlichen Töne. Die Innenstadt prägende Gebäude wie Haus Basten, die evangelische Kirche und die Fassade von St. Ursula sollen ebenso wie Grünelemente angestrahlt werden.

Joachim Scheller stellte für das Planungsbüro das Grünkonzept vor. Sieben Bäume sollen demnach im Bereich des Gymnasiums entfernt werden. Anstelle der heutigen wilden Grenzbepflanzungen und der ungeordneten Vegetation entstehe mit einer Heckenreihe, in die Sitznischen integriert seien, ein neuer übersichtlicher Straßenraum. Mobile Baumcontainer sollen für Grün in der Innenstadt sorgen.

Für „Pepp in der Innenstadt” - so Meyer-Brandis - soll die Gestaltung des Kreisverkehrs mit dem Symbol einer Windrose sorgen. Die vier Himmelrrichtungen sollen durch die senkrecht stehenden Buchstaben O, S, W und N angezeigt werden. Auch die Buchstaben können in der Nacht angestrahlt werden.

Für die Grünen übte deren Sprecher Jürgen Benden Kritik: „Ein Alleinstellungsmerkmal wäre eine offene Wurm. Aber das wurde mit dieser Planung beerdigt. Wie der Sargnagel der wurm farblich gestaltet wird, ist doch egal. Eine beleuchtete Windroswe im Kreisverkehr ist lächerlich.” Ins gleiche Horn stieß Toska Frohn (FDP): „Die Windrose ist das Hässlichste, was ich je gesehen habe.” Kurt Sybertz (SPD) meinte in Richtung Stadplaner: „Über den Kreisverkehr sollte man noch einmal nachdenken. Wenn Sie Nachhilfeunterricht brauchen, geben wir Ihnen gerne Vorlagen.”

Franz-Michael Jansen bezeichnete die Planung als „gelungen”, wobei aber die Windrose in der CDU-Fraktion auf geteilter Meinung gestoßen sei. „Da kann man etwas anderes finden.” Stephan Evertz kritisierte für die Grünen, die Verkehrsflächen für Autos seien größer geworden zu Lasten der Grünflächen. Diesen Vorwurf wies Meyer-Brandis energisch zurück: „Der Bereich für die Menschen wurden stark verbreitert.” Und Jansen meinte schließlich: „Wir wollen die Qualität Geilenkirchens als Einkaufsstadt verbessern.

Und der Boulevard wird so breit, dass die Lebensqualität zunimmt.” Grüne und FDP stimmten schließlich gegen die Planung, die Bürgerliste enthielt sich, die CDU stimmte zu. Mitte Mai werden die Bagger anrollen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert