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Übach-Palenberg: St. Petrus muss 68.000 Euro einsparen

Von: Franz Windelen
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Setzt auf Ökumene: Norbert Fr
Setzt auf Ökumene: Norbert Franzen schließt eine Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde nicht aus. Foto: Windelen

Übach-Palenberg. Nein, es wird keine Kirche geschlossen oder gar verkauft. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Das kann Pastoralreferent Norbert Franzen im Gespräch mit unserer Zeitung den Gläubigen in der St. Petrus zusichern.

Das Kirchliche Immobilienmanagement für das Bistum Aachen (KIM) hat der Übach-Palenberger Großpfarre aufgegeben, 33 Prozent der jährlichen Unterhaltungskosten einzusparen. Von den rund 220.000 Euro, die die Pfarre errechnet hat, sind das 68.000 Euro.

„Angesichts dieser Vorgabe des Bistums haben wir uns überlegen müssen, wo wir künftig in den sechs Einzelgemeinden in St. Petrus auf Bistumszuschüsse für Instandsetzungen am ehesten verzichten können”, sagt Norbert Franzen. Den Rotstift ansetzen will St. Petrus bei der Kirche in Boscheln, und zwar in Höhe von 16 200 Euro, beim Pfarrhaus Boscheln (1360), bei der neuen Kirche Frelenberg (28.566) bei der Kirche Marienberg (22.197), beim Theresienheim Palenberg (1304) und beim Pfarrsaal Übach (3110).

„Unterm Strich sind dies sogar 72.753 Euro, also noch etwas mehr als die vom Bistum geforderten 33 Prozent”, sagt der Pastoralreferent. Entscheidungsrelevant für die Pfarrverantwortlichen sind die pastorale Nutzung und Bedeutsamkeit der Immobilien. Franzen erläutert die Bewertungskriterien, wie die Zahlen zustande kommen: „Diese richten sich nach Kubikmetern umbauten Raums, entscheidend ist der Bruttorauminhalt.”

Nach diesem System werden die gesamten Unterhaltungsposten - egal ob auf Schwarz oder Rot gesetzt - errechnet. Die Kirche in Übach etwa hat die meisten Kubikmeter vorzuweisen und benötigt 37.400 Euro, das relativ kleine Jugendheim in Boscheln hingegen muss sich mit 2200 Euro zufrieden geben.

Auch wenn die Gelder aus dem Bistum nicht mehr so fließen, ist für Norbert Franzen sicher, dass in den nächsten Jahren auf jeden Fall kein Gotteshaus verkauft werden muss: „Das Bistum hat Erhebungen durch die Josef-Stiftung durchführen lassen. Die sagen aus, dass wir in den nächsten zehn Jahren keine schwerwiegenden und teuren Sanierungen in unseren acht Kirchen und Kapellen zu befürchten haben. Das, was wir leisten müssen, können wir aus eigener finanzieller Kraft stemmen”, verweist Franzen auf die erfreuliche Prognose im Gutachten.

Sollte allerdings einmal die Heizung kaputt gehen, etwa in der Boschelner oder Frelenberger Kirche, wo es keine Bistumszuschüsse mehr gibt, müssen sich die Gläubigen womöglich darauf einstellen und etwas wärmer anziehen. „Denn das Geld, das wir hier aus eigenem Portemonnaie zahlen, geht natürlich bei den Personalkosten und im pastoralen Bereich verloren”, räumt der Pastoralreferent ein. Aber eins steht für Franzen fest: „Wir werden, solange es geht, an unseren Kirchen festhalten - solange bis die ersten Heiligenfiguren runterfallen.”

Vor diesem immer enger werdenden Budget der Pfarre ist es nach Worten Franzens ein enormer Vorteil, dass die katholischen Kindergärten seinerzeit in die Trägerschaft Pro Multis GmbH übergeben wurden, die die Personalkosten übernimmt. Und Franzen denkt über weitere Möglichkeiten laut nach, die in der Finanznot Linderung verschaffen und die vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Seniorenarbeit förderlich sein könnten: „Warum sollte man nicht auch beim Leistungsangebot ökumenisch denken und handeln? Die evangelische Kirchengemeinde in Übach-Palenberg hat die gleichen Probleme wie wir, und wir sollten uns nicht gegenseitig Konkurrenz machen.”

So könnte man strategisch günstig gelegene Räume gemeinsam nutzen - etwa den Jugendkeller der Übacher Pfarre oder die evangelische Erlöserkirche in der Nähe des Schulzentrums. Und da kreist noch eine gewinnbringende Idee über St. Petrus: „Wir müssen Einnahmen generieren. Deshalb sollten wir darüber nachdenken, nicht unbedingt benötigte Räume umzubauen und zum Beispiel als Wohnraum zu vermieten. Etwa im Theresienheim. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.”
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