bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

Übach-Palenberg: Die Weichen stehen auf Wachstum

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
6839496.jpg
Der Wasserturm als Symbol der Stadt Übach-Palenberg wurde gereinigt, um seine Struktur besser untersuchen zu können. Foto: Markus Bienwald
6839627.jpg
Die Schokoladen- und Brotfabrik wächst immer noch. Foto: Markus Bienwald
6839551.jpg
Die Derivate-Diskussion ist überstanden, was erstaunlicherweise auch ohne städtischen Juristen ging. Foto: Markus Bienwald
6839628.jpg
Die Schildkröten sind wieder zurück an der Rimburger Brücke. Jetzt sind sie noch besser gegen Diebstahl geschützt Foto: Markus Bienwald
6839558.jpg
Der Verkehrsinfarkt auf der Heerlener Straße im Stadtteil Scherpenseel scheint auch weiterhin unausweichlich zu sein. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Wer nach einem Jahr Bilanz zieht, hat oft eine Liste dabei. Da gilt es, Häkchen zu machen oder bestimmte Sachen einfach nur abzuhaken. Das ist in der ehemaligen Zechengemeinde nicht anders gewesen.

Auch im Jahr 51 nach Ende der Steinkohlenförderung der Gewerkschaft Carolus Magnus ist die Wirtschaft nach wie vor das Zünglein an der Waage. Und da gab es in der Stadt einige Projekte, die realisiert wurden. Die größte Baustelle mit der Schokoladen- und Brotwarenfabrik im Gewerbegebiet Holthausen sei da nur beispielhaft genannt. Der Plan, eine Fertigungsstätte für Milchpulver zu errichten, erfreute die Wirtschaftsförderer besonders.

Eine andere Großbaustelle für das Fachmarktzentrum könnte aber – so befürchtet es ein Teil der Kaufmannschaft – auch negative Auswirkungen auf die ohnehin nie als gemeinsam anzusehenden beiden Zentren Übach und Palenberg haben.

Eine Stadt mit zwei Herzen ohne Blutversorgung? Nicht nach dem Willen der Christdemokraten, denn sie peitschten auch gegen den Widerstand der SPD die zumindest einspurige Öffnung der Aachener Straße durch. Ob der Bypass gegen den Herzinfarkt Palenbergs, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Gudduschat diese nun umgesetzte Forderung der 1980er-Jahre nennt, damit tatsächlich geschaffen wird, bleibt abzuwarten.

Kräftige Dusche für den Turm

Hier muss die Box zum Häkchen machen leer bleiben, an der Stelle des eigenen Kulturgutes darf hingegen ein Punkt zugefügt werden. Denn den fleißigen Sängern vom Männerchor aus Boscheln sei Dank, gibt es bald eine CD, auf der die Stadt in all ihrer Schönheit besungen wird. Auch vom Wasserturm ist da die Rede, der früher als begehbares Industriedenkmal diente und in Zukunft wohl nur noch Servicekräften zugänglich sein wird. Der Turm erhielt eine kräftige Dusche, die nicht nur zur Sauberkeit beiträgt, sondern auch zeigt, wie es um seine Struktur steht.

Die befindet sich auch in Sachen Nahversorgung derzeit komplett im Umbruch, zumindest in Gedanken der Planer. So liegen schon länger Pläne in der Schublade, um Palenberg rund um den früheren Bahnübergang und heutigen Parkplatz mit einem neuen Wohn- und Geschäftshaus zu beglücken. Derzeit bietet sich mit einer abrissreifen Bude noch ein trostloser Anblick, aber vielleicht wächst sich das Ganze ja noch zu einer ansehnlichen Bahntangente aus.

Ein Missstand sondergleichen ist sicherlich auch die Heerlener Straße in Scherpenseel. Unendlich viel Schwerlastverkehr quetscht sich täglich durch dieses binationale Nadelöhr, diverse Lösungsansätze wurden diskutiert, verworfen, glühend verfochten oder vehement bekämpft, ohne wirklich entscheidend näher an eine Lösung gerückt zu sein.

Renaturierung

Nie wieder gerade soll auch der Verlauf der Wurm sein, zumindest dort, wo es vom Wasserverband Eifel-Rur gewünscht ist. Für einen leicht siebenstelligen Betrag wurde dort in diesem Jahr die Renaturierung zwischen Marienberg und Zweibrüggen abgeschlossen. Und schon mäandert der Fluss seinem Namen gemäß wieder durchs Tal, zumindest auf ein paar hundert Metern. Sich langsam aufeinander zubewegen: das sollten die Schildkröten an der historischen Rimburger Brücke symbolisieren. Doch sie wurden gestohlen und mussten ersetzt werden.

Schildkröten zurück

Nun sind sie zurück, wieder in Bronze, wieder am ursprünglichen Platz und noch besser gegen Diebstahl und Vandalismus gesichert. Das Hickhack um die kleinen Panzertiere hatte da ganz andere Dimensionen, aber es scheint derzeit – nach dem überstandenen Rechtsstreit um die Derivate – noch viele andere Gründe zu geben, sich parteiübergreifend oder auch parteiintern nicht zu mögen. Einer davon ist ohne Zweifel die Geschichte des Juristen in städtischer Anstellung. SPD, UWG und Grüne beantragten ein „Nein“ gegen den Paragrafenmann vom Amt, und mit einem einfachen Rechenexempel wäre das auch durchgegangen. Bei der entscheidenden Abstimmung gab es dennoch ein Votum für den Juristen, weil Abgeordnete anders votierten oder einfach fehlten.

Dass die Nähe der Kirche zu ihren wohl statistisch immer weniger aktiven und gemeldeten Gemeindemitgliedern nachzulassen droht, kann man mit einem Häkchen oder einem Fragezeichen versehen. Denn während die frühere Hütte der Begegnung in Marienberg nun endgültig ihre Funktion als Gotteshaus verloren hat, brachte der Kampf der Gläubigen für eine Kirche an anderer Stelle etwas Einzigartiges hervor.

So erstrahlt die im Volksmund Karlskapelle genannte St.-Petrus-Kapelle in Palenberg nun an vielen, sicherlich noch nicht an allen Stellen, in frischem Glanz und wird auch wieder rege genutzt. Nicht zuletzt, als in diesem Herbst erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg der Kamin wieder rauchende Lebenszeichen von sich gab, war die Freude in der Bevölkerung groß.

Entsetzen pur herrschte hingegen bei den Freunden der katholischen Kirche in Frelenberg, wo der immer wieder um sich greifende Vandalismus für Unverständnis, Wut und eine dicke Rechnung gesorgt hat.

Bald abrechnen können die Planer übrigens in Sachen U3-Betreuung. Denn der Rechtsanspruch hat nun nach langer Ankündigung gegriffen, und aktuell zehn von zwölf Kindertagesstätten sind fit gemacht. So hat die Bilanz in der Stadt mit den zwei Herzen am Ende nicht nur für ein paar Häkchen gesorgt, sondern lässt immer wieder Raum für Frisches. So soll es auch sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert