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Türsteherprozess: In der Disco „darf man nicht schlafen“

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Die Prozessserie gegen sechs ehemalige Türsteher einer Geilenkirchener Diskothek wurde mit dem siebten Verhandlungstag fortgesetzt. Drei Zeugen wurden am Freitag von Richter Thomas Schönig zu mehreren Tathergängen gehört.

Wie Tage zuvor ging es um einen Vorfall, bei dem Mitarbeiter des Dürener Sicherheitsdienstes im Dezember 2011 Gäste der Diskothek geschlagen und gegen deren Auto getreten haben sollen. Ein als Zeuge geladener 42-jähriger Polizeibeamter, der zu dem Einsatz gerufen worden war, sagte aus, dass er bei Eintreffen den Geschädigten und mindestens zwei Zeugen angetroffen habe. Die Gruppe habe ihm gesagt, dass eine Person geschlagen worden und gegen das Auto getreten worden sein soll.

„Als Täter wurde ein etwa 1,80 Meter großer Türsteher mit Glatze beschrieben“, so der Beamte. Daraufhin habe die Polizei einen 42-jährigen Türsteher aus Heinsberg ausgemacht und diesen auch befragt. Der Türsteher habe im Verlauf des Gesprächs gesagt, dass einer der Gäste zwei Schüsse aus einer Schusswaffe abgegeben hatte. „Das erscheint mir mehr als Räuberpistole, denn sonst wären wir wegen der Schüsse und nicht wegen einer Körperverletzung alarmiert worden“, so der Polizeibeamte. Die Polizei hätte die Personen überprüft und das Auto durchsucht, aber keine Waffe gefunden.

Ein 28-jähriger Zeuge aus Geilenkirchen sagte aus, dass die Gruppe junger Männer keinen Einlass in die Diskothek bekommen hätte. „Wir sind nach der Nationalität gefragt worden und haben gesagt, dass wir Russen sind“, so der 28-Jährige. Dann habe man ihnen sofort den Eintritt verwehrt. Sie seien zum Auto zurück gegangen und hätten auf die bereits in der Disco befindliche Freundin gewartet. Das hintere rechte Fenster sei offen gewesen, als er plötzlich eine dunkle Faust im Auto gesehen habe. Dann habe er etwas wie Schläge vernommen, die sich später als Tritte gegen das Auto herausgestellt hätten.

„Mehrfach geschlagen“

Die Gruppe sei bis zur Straße gefahren und habe dort das Auto angeschaut, wo Streifen und Schäden entdeckt worden seien. Nach früherer erster Aussage des 28-Jährigen waren etwa fünf Mann der Security auf das Auto zugelaufen und hätten dagegen getreten. „Mein Freund hatte nur einen Kratzer an der Lippe“, hatte er ausgesagt.

Verhandelt wurde ein weiterer Vorfall zum Schaden eines Gastes einer Dürener Diskothek. Der auch in Geilenkirchen tätige beklagte 31-jährige Türsteher aus Baesweiler soll dort einen Gast körperlich misshandelt haben. Der als Zeuge geladene 34-jährige Bürokaufmann aus Hürth sagte aus, dass er auf dem Balkon in der 2. Etage die Augen etwas geschlossen hätte, um die Musik zu genießen. „Hier darf man nicht schlafen“, sei plötzlich ein Security-Mitarbeiter neben ihm gewesen. Der habe dann einen zweiten Türsteher herbeigerufenen und beide hätten ihn mit den Händen auf dem Rücken rausgebracht. „Die waren vollkommen unprofessionell, die haben mich behandelt wie den letzten Dreck“, so der Geschädigte. Draußen, außerhalb des Bereiches der Überwachungskameras hätte man ihn dann mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen. „Der war dabei, der hat auch geschlagen“, erkannte er in dem 31-jährigen Baesweiler im Gerichtssaal einen der Türsteher wieder.

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