Traumergebnis für den neuen SPD-Chef

Von: Manfred Hahn
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Blumen für Alf-Ingo Pickartz, den neuen Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes Übach-Palenberg (rechts). Ihm gratulieren sein Vorgänger Heiner Weißborn (2. v. r.) sowie SPD-Geschäftsführer Georg Overländer, Vorstandsmitglied Bärbel Bartel und SPD-Bundestagskandidat Norbert Spinrath (von links). Foto: M. Hahn

Übach-Palenberg. Der Stadtverband der SPD in Übach-Palenberg hat einen neuen Vorsitzenden. Mit einem Traumergebnis – 53 von 54 abgegebenen Stimmen – wählten die Mitglieder am Mittwochabend den 51-jährigen Alf-Ingo Pickartz zum Nachfolger von Heiner Weißborn, der das Amt acht Jahre lang geführt hatte.

Bei der Mitgliederversammlung in der Gaststätte Rimburger Acker, durch die Vorstandsmitglied Bärbel Bartel führte, gab es keinen Gegenkandidaten.

Heiner Weißborn, der seinen Rücktritt bereits im Oktober angekündigt hatte und weiterhin Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat bleibt, blickte in seinem Bericht zur Fraktionsarbeit auf die Haushaltsberatungen zurück.

Erneut nahm er Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch ins Visier, der seine Rede zur Einbringung des Haushalts 2013 zu einer Wahlkampfrede der CDU gemacht habe. Als skandalös bezeichnete er die Aussage des Bürgermeisters, unter der SPD-Führung seien zu viele Bäume in der Stadt gepflanzt worden, die nun teure Pflege brauchten. „Das von einem Bürgermeister, der selbst zweimal im Jahr zu Pflanzaktionen aufruft, das gehört sich nicht“, sagte Weißborn.

Auch die Behauptung, die SPD habe die Verschuldung der Stadt herbeigeführt, sei falsch. Vielmehr habe die CDU bei den wichtigen Beschlüssen mitgestimmt. Außerdem habe Bürgermeister Jungnitsch selbst beim Ü-Bad mit Investitionen, Renovierungskosten und Hinnahme des jährlichen Defizits für rund zehn Millionen Euro Schulden gesorgt.

Wenn der Bürgermeister beim Neujahrsempfang von einer Verbesserung für den Rathausplatz gesprochen habe, habe er verschwiegen, dass ein „Filetstück“ des Platzes verkauft worden sei, was künftige Planungen und Nutzungen erschwere. Für das neue Haushaltsjahr, so Weißborn weiter, habe man mit der von der CDU angeregten zu großen Zahl der Ausschüsse aufgeräumt.

Die Neubesetzung der verbleibenden oder zusammengelegten Ausschüsse nutze die SPD dazu, noch mehr sachkundige Bürger in die Arbeit einzubinden. Den SPD-Mitgliedern dankte er für die Zusammenarbeit in den vergangenen acht Jahren. Es sei gut, wenn die Führung von Stadtverband und Fraktion nun auf zwei Personen verteilt werde. Das ergebe ein vernünftiges Tandem, und damit könne man sich in beiden Funktionen mehr auf Einzelheiten konzentrieren. „Das ist gut für die SPD“, schloss Weißborn und erhielt reichlich Beifall.

„Kreis Heinsberg rot...“

Gast der Stadtverbandsversammlung war der SPD-Bundestagskandidat für den Kreis Heinsberg, Norbert Spinrath. Die Pause während der Stimmauszählung nutzte dieser, der sich zum dritten Mal der Wahl stellt, zu einem Grußwort und zur Einstimmung auf den Bundestagswahlkampf, der, so Spinrath, auch schon ein Stück Wahlkampf für die Kommunalwahl 2014 sei.

Wie auf Bundesebene, so Norbert Spinrath unter anderem, klaffe auch im Kreis Heinsberg die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. „Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch der Kreis Heinsberg rot wird“, sagte er.

Er werde sich im Falle seiner Wahl vor allem um Themen wie soziale Gerechtigkeit, Bildungsrecht für alle Kinder, Gleichbehandlung im Gesundheitswesen und Altersvorsorge kümmern.

Mit großem Beifall wurde anschließend das beinahe einstimmige Ergebnis bei der Wahl von Alf-Ingo Pickartz zum neuen Stadtverbandsvorsitzenden zur Kenntnis genommen. Der 51-Jährige hatte sich vor der Wahl vorgestellt. Seine Wurzeln habe er in Übach-Palenberg, auch wenn er einst in Herzogenrath in die SPD eingetreten sei. Nachdem er, der zwei Autohäuser gegründet hatte, nun bei einer berufstätigen Frau und „großen Kindern“ zu Hause arbeiten könne, käme ihn eine neue Herausforderung recht, sagte er. Von den Niederlagen, die er bislang erlebt habe, sei die Wahlschlappe von 2009 die schrecklichste gewesen. Nun wolle man dies, auch breiter aufgestellt, wettmachen.

Zu den Zielen, die er sich für die neue Aufgabe gesetzt habe, zählten unter anderem mehr direkte Kontakte zu den Genossen, Mitglieder- und Sponsorenwerbung, die Unterstützung von Bürgerinitiativen und die Gründung eines regelmäßigen auch für Nichtmitglieder offenen Stammtisches, der als Ideenschmiede dienen soll. Für seine Startphase bar er den Stadtverband um Geduld bis zum Sommer.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit „fähigen Genossen und vor allem mit kompetenten und leidenschaftlich kämpfenden Frauen“, wie es sie in der Übach-Palenberger SPD gebe. Sein Verhältnis zu seinem Vorgänger und die Zusage künftiger Zusammenarbeit bekräftigte Alf-Ingo Pickartz mit dem Zuruf „Heiner, du bist der Beste!“

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