Geilenkirchen - Trauercafé: Trost und Hilfe zur Selbsthilfe

Trauercafé: Trost und Hilfe zur Selbsthilfe

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Am ersten Freitag im Monat ist Trauercafé-Zeit in Geilenkirchen. Traude Peters, zweite Vorsitzende bei Camino, weist den Weg. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Seit rund zehn Jahren gibt es das Trauercafé in Geilenkirchen beim Verein „Camino“. Inzwischen ist auch in Übach-Palenberg eine Adresse der Ehrenamtler eingerichtet.

„Als wir vor zehn Jahren unsere Vision von einem Trauercafé umsetzten, waren wir die ersten im Kreis Heinsberg. Begonnen haben wir ganz klein, mit zwei Gästen, die uns viele Jahre die Treue hielten und durch ihre ganz persönlichen Erfahrungen für unsere akut Trauernden ebenfalls zu Helfern wurden“, erinnert sich die jetzige Vorsitzende Renate Kaspar.

Durch frühere Gäste oder deren Angehörige, aber auch durch Öffentlichkeitsarbeit hat das Trauercafé mittlerweile regelmäßig Besucher in Geilenkirchen. „Wir freuen uns über die gute Resonanz“, sagt Renate Kaspar. „Unser Trauercafé soll in erster Linie eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Der Austausch mit anderen Betroffenen, von denen Trauernde enorm profitieren, zeigt, dass man nicht allein in seinem Leid ist.“

Das soll helfen, Kräfte zu mobilisieren, um sein Schicksal annehmen zu lernen und wieder eine Zeit lang zu „überleben“. So werde es dem Verein zumindest immer wieder gesagt, „ein wunderschönes Kompliment“, empfinden die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin Traude Peters, „das uns sehr freut und zeigt, dass unser Trauercafé eine wichtige Instanz auf dem schweren Weg zurück ins Leben ist.“

Der Umgang im Trauercafé ist zwanglos und herzlich. Man trifft sich zu Kaffee, Tee und Kuchen. Jeder, der neu in die Gruppe kommt, wird von den anderen Betroffenen wie auch von den professionell geschulten ehrenamtlichen Mitarbeitern herzlich aufgenommen, schildern die Vereinsaktiven. Die Gesprächsthemen sind breit gefächert. Besucher erzählen ihr Schicksal und erfahren, dass man ihnen Gehör schenkt. Hilfreiche Informationen sollen darüber hinaus ausgetauscht und weitergegeben werden: „Wir bemühen uns, dass immer jeweils einer der Ansprechpartner vom vorherigen Treffen auch im folgenden Monat anwesend ist, so dass die Gäste beim nächsten Besuch wieder ein bekanntes Gesicht vorfinden.“

Oft hören neue Gäste einfach nur den anderen zu und entscheiden selbst, ob und wann sie sich an den Gesprächen beteiligen. Man redet dann über Erfahrungen, Erlebtes, Alltägliches, über Familie, Urlaub und oft Humorvolles. „Es wird auch geweint“, beschreibt Renate Kaspar, „aber auch sehr viel gelacht, getröstet und Mut gemacht.“ Meist empfänden Trauernde den Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, als heilsam und tröstlich. Die Angst vieler Betroffenen, durch einen Besuch im Trauercafé nur noch mehr belastet zu werden, habe sich nicht bestätigt.

„Die Trauer um einen geliebten Menschen bleibt immer bestehen. Es wird nie wieder, wie es vorher war, aber sie wandelt sich, und am Ende bleiben das Positive und die Dankbarkeit, diesen einzigartigen Menschen gekannt und geliebt zu haben. Bei dieser schweren Trauerarbeit stehen wir von Camino den Trauernden gerne bei“, sagt die Vorsitzende.

Was in diesem geschützten Rahmen besprochen werde, würde von allen Beteiligten vertraulich und respektvoll behandelt, versichert der Verein. Im Trauercafé steht den Besuchern inzwischen eine stattliche Leihbücherei mit hilfreicher Literatur zur Verfügung. Die Besucher des Trauercafés kommen aus alles Altersgruppen und sozialen Feldern. „Kinder und Jugendliche“, sagt Renate Kaspar, „vermitteln wir an ihrem Alter entsprechende Trauerangebote in ihrer Umgebung.“

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