Tonnen für die Entsorgung nur im Doppel

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Wo eine Altpapiertonne steht, wie sie Hubertine Schmitz gerade öffnet, muss auch ein Behälter für Restmüll sein, wie ihn Ludwig Schmitz gerade hervorholt. So will es die Satzung der Gemeinde, und zwar pro Haushalt, nicht jeweils für ein Grundstück.

Gangelt. Die Gemeinde hat sich eine neue Satzung über die Abfallentsorgung gegeben. In deren Folge, darauf sind Verwaltung und Politik stolz, konnten die Gebühren dank aktueller Ausschreibung gesenkt werden. Aber auch andere Größenordnungen haben sich ein wenig verschoben. Daran muss man sich hier und da gewöhnen.

„Jedem privaten Haushalt eines zu Wohnzwecken genutzten Grundstücks wird mindestens ein 80-Liter-Normbehälter mit Verwiegevorrichtung zur Restmüllentsorgung und ein 240-Liter-Normbehälter zur Altpapierentsorgung zugeteilt.” So sieht es der Paragraph 11 im ersten Absatz der neuen Satzung vor.

Der Begriff Privathaushalt ist ebenfalls dort definiert: „Jede selbstständig bewohnte Wohneinheit im Sinne des Wohnungsbaugesetzes. (Sie) umfasst mindestens eine Küche bzw. Kochgelegenheit, ein Bad/Dusche oder Waschgelegenheit und ein Wohn-/Schlafzimmer.”

„Nie ein Problem”

Die Gemeindeverwaltung hat früh bekannt gemacht, in welchem Zeitraum und für welchen Ort die neuen Tonnen gegen alte gewechselt werden. Im vorigen Dezember gab es Gelegenheiten dazu, auch in Langbroich. Zwei Monate zuvor aber hatte sich die dort lebende Familie Schmitz entschlossen, eine zweite Papiertonne zu beantragen. Damit wurde eine Entwicklung ausgelöst, die das Umweltverständnis der Schmitzens strapaziert.

„In der gesamten Gemeinde wurden Altpapiertonnen verteilt. Da auf unserem Grundstück unser Wohnhaus und ein vermietetes Wohnhaus stehen, bin ich davon ausgegangen, dass uns auch zwei Altpapiertonnen zugeteilt werden, welche wir auch aus Massegründen benötigen”, schildert Hubertine Schmitz.

Auch die Folgen dieses Wunsches haben sich bei den Langbroicher Bürgern nachhaltig ausgewirkt. „Als wir nur eine Altpapiertonne erhielten, klärte uns die Gemeinde Gangelt auf, dass man auch zwei Restmülltonnen brauche, um zwei Altpapiertonnen zu erhalten,” erläutert die 41-jährige Betreuerin. Und Ehemann Ludwig ergänzt: „Restmüll war bei uns nie ein Problem.”

Wieso jetzt eine zweite Restmülltonne? „Als wir hier gebaut haben, vor 23 Jahren, wurde gesagt, dass unserem Grundstück nur eine Restmülltonne zugeteilt wird”, erinnert sich Hubertine Schmitz. „Anscheinend hat die Gemeinde Gangelt zu entscheiden, wie viel Müll wir zu produzieren haben.”

Bei den Eheleuten Schmitz wirkt noch nach, dass sie in der zurückliegenden Jahresmitte erhebliche Probleme mit der Sperrmüllentsorgung hatten. Das erste Mal, weiß der 47-jährige Kraftwerksschlosser, dass man sich - gegen entsprechende Gebührenmarken - dieser Entsorgung bedienen wollte, um nach einem Umbau ein in drei Elemente zerlegtes Hoftor los werden wollte. Hinzu kamen Wäscheständer, Fernsehsessel, schließlich drei Kleinmatratzen. Letztere liegen immer noch bei Schmitzens im Schuppen.

Auch darüber haben die Langbroicher mit der Gemeindeverwaltung gesprochen. Und über das „Augenmaß”, was ein Kubikmeter Sperrmüll sei. Eine Lösung hat es für die Familie Schmitz nicht gegeben; zukünftig aber, mit der neuen Satzung, besteht eine Abholmenge gegen eine Wertmarke schon mal aus drei Kubikmeter Altmaterial.

Hubertine Schmitz hat mit der Gemeindeverwaltung viel telefoniert, um eine Papiertonne extra zu bekommen. „Bis kurz vor Weihnachten haben wir verhandelt”, sagt die 41-Jährige. Dann hat sie resigniert. Und trotzdem kann das Fachamt nun zwei neue Tonnen, Rest und Papier, an die Langbroicher Adresse liefern. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnis, dass sich ein zweiter Haushalt auf dem Grundstück befindet, werden die Gebühren für die Eigentümer Schmitz neu erfasst.

Gemeinde-Beigeordneter Gerd Dahlmanns verweist auf die vom Rat beschlossene Satzung, die klare Verhältnisse schafft. Die Benutzung der Abfallbehälter sei Pflicht, wenn entsprechendes Material anfällt. Papier wird über die Normbehälter mit dem blauen Deckel sogar weiterhin von der Ortsvereinen gesammelt.

Für diejenigen, die im Abholrhythmus ihre Tonnen gar nicht gefüllt kriegen, hat Gerd Dahlmanns für bis zu sechs Nachbarspersonen den Hinweis: „Es ist ja möglich Abfallgemeinschaften für die getrennten Restmüllmengen zu bilden.” So steht es in Paragraph 11 zweiter Absatz exakt nachzulesen. Und aus der Gebührensatzung geht hervor, dass für die Teilnehmer ein von 68,90 auf 67,54 Euro reduzierter Grundbeitrag dafür zu leisten ist.

Hubertine und Ludwig Schmitz warten jetzt erst einmal ab, sagen sie, „was kommt”, was der Gebührenbescheid der Gemeinde beinhaltet. Mit einem sind die Langbroicher Bürger aber schon auf der sicheren Seite: Zwei Wertmarken für die Sperrmüllabfuhr sind ihnen schon zugestellt worden.
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