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Thronwechsel: Im Heerlener Zentrum regieren die Kinder

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Heerlen. Ganz am Ende dieser in orange getauchten Reportage erwischte es dann auch den Autor dieser Zeilen: plötzlich baumelte ein orangefarbenes T-Shirt über seiner Schulter. So ist das eben, wenn man sich mitten ins Gewusel des Koniginnedags in Heer
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Alles wurde in den niederländischen Nationalfarben geschmückt, selbst Elektroscooter. Unten: Eine beileibe nicht repräsentative Auswahl an Konings-Artikeln, natürlich durften die „Wuppies“ nicht fehlen. Foto: mabie

Heerlen. Ganz am Ende dieser in Orange getauchten Reportage erwischte es dann auch den Autor dieser Zeilen: Plötzlich baumelte ein orangefarbenes T-Shirt über seiner Schulter. So ist das eben, wenn man sich mitten ins Gewusel des Koninginnedags in Heerlen begibt.

Alle der über 88.000 Einwohner der südlimburgischen Stadt passten natürlich nicht auf den Marktplatz, doch gefühlt waren es sehr sehr viele. Und alle hatten etwas Orangefarbenes dabei oder an.

Die wenigen Ausnahmen wurden aber nicht mit Spott oder Häme bedacht, selbst wer nur schüchtern ein Glas Pindakaas (Erdnussbutter) beim Kaufmann um die Ecke erwarb, wurde für seinen Einkauf mit einem „Wuppie“ belohnt. Die kleinen orangefarbenen Plüschkugeln mit aufgeklebten Augen, goldener Krone und Pappfüßen waren an diesem Feiertag in den Niederlanden höchst beliebt und pappten an wirklich allem. Ansonsten gab es aufblasbare Kronen in Gold, Rot-Weiß-Blau und Orange, Pfefferminz, Eis, Schnaps, einfach alles, was so „oranjekleurig“ sein kann.

Gesellig war es ohnehin, das ist bei unseren westlichen Nachbarn nachweislich Pflicht, wenn etwas Spaß machen soll, auch ohne die 20 Riesenbildschirme, die im 20 Kilometer entfernten Maastricht für die Live-Übertragung der offiziellen Inthronisierung des ersten niederländischen Königs seit 123 Jahren aufgestellt wurden. Denn mit dem gestrigen Koninginnedag ging die Ära Beatrix nach 33, die Ära der niederländischen Königinnen nach Wilhelmina, Juliana und Beatrix sogar nach 123 Jahren zu Ende.

Im Heerlener Zentrum regierten stattdessen die Kinder. Sie durften ausgiebig spielen, bei einem eigenen Kinderflohmarkt die Dinge feilbieten, die sie nicht mehr so gerne haben, oder eben auch nicht korrekt gekleideten Deutschen ein T-Shirt verkaufen.

Süß und bunt

Mit Tanzdarbietungen auf der eigens aufgebauten Bühne, leckeren „Tompouces“ (eine Art Sahnegebäck mit Mürbeteigboden und – man ahnt es schon – orangefarbenem Zuckerguss), natürlich dem einen oder anderen Bier, ging der Tag gemütlich weiter. Und diejenigen, die schon am Abend zuvor ihre Flaggen am Häuschen oder auf dem Balkon gehisst hatten, bevor sie zum Koniginneabend feiern gingen, durften dann abends noch mal „op stap“, also ausgehen, und das neue Paar in Amsterdam feiern.

Denn schließlich bleibt der Koninginnedag dank eines Beschlusses der nun zur Prinzessin gewordenen Beatrix am 30. April bestehen. Und eine Königin, die Maxima, gab‘s ja gestern auch dazu. Da geriet auch fast der mit 33,2 Millionen Euro gefüllte Jackpot bei der traditionell am Koniginnedag ausgespielten Staatslotterie fast in Vergessenheit.

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