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Theatergruppe Kreuzrath besticht mit fullminantem Sprachwitz

Von: Andrea Schever
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So gut Alfons (Hans-Josef Schm
So gut Alfons (Hans-Josef Schmölders,l.) Tipps an seinen Bruder Gustav (Michael Faßbender) bezüglich Frauen auch gemeint sind, versteht dieser scheinbar nur „Bahnhof”. Foto: Andrea Schever

Kreuzrath. „Ja, ich bin auch verliebt, aber ich bin darin noch nicht so gut. Auf Wolke 7 komm ich noch nicht, bei mir ist es so Wolke 2 oder 3.”

Bei dieser Selbsteinschätzung Gustavs musste nicht nur Benny, sondern auch das Publikum mit dem Kopf schütteln und lachen. Denn, wie der Name dreiaktigen Stückes von Siegfried Burger schon ankündigte, zeigte die Theatergruppe Kreuzrath etwas logisches, doch programmiert Lustiges: „Dummheit schützt vor Liebe nicht.”

Die Handlung: Das Testament des Altbauers räumt dem geistig benachteiligten Sohn Gustav (Michael Faßbender) ungeahnte Rechte ein, so lange er ledig ist. Da beschließen sein Bruder Alfons (Hans-Josef Schmölders) und dessen Frau Agnes (Angelika Scheufens) ihn schnellstens zu verheiraten.

Doch dazu muss Gustav erst einmal in Sachen Liebe und Ehe aufgeklärt werden. Dabei bekommt er teilweise gegensätzliche Tipps, die er auf seine Weise anwendet. So erzählt ihm Benny (Martin Otto), der Freund von Susi (Monique Faßbender), der Tochter des Hauses, etwas von „steilen Zähnen” und „Wolke Sieben”, während Bruder Alfons beim grundsätzlichen Unterschied zwischen Mann und Frau ansetzt.

Als dann auf einem seine von Agnes auserkorene mögliche Braut Frau Großmaul (Gerda Faßbender) zu Gast ist, kommt es zu Verwechslungen und Auseinandersetzungen, dass die Fetzen nur so fliegen. Mit von der Partie ist noch die Zeitungsfrau Rosa (Rita Görgens), die ihrerseits Interesse an Gustav hat und auch bei ihm seltsam Anwandlungen wie Herzrasen und Schweißausbrüche auslöst.

Doch zwischen all dem Hin und Her, dem Kampf zwischen Agnes und Frau Großmaul um Alfons, den Letztere für ihren Zukünftigen hält, und Bennys Aufregung, endlich Susis Eltern vorgestellt zu werden, finden sich dann am Ende doch noch alle Pärchen so, wie es sich gehört.

Zur Überraschung aller geschieht kurz vor Schluss noch ein heilsames Wunder: Frau Großmaul beweist mit ihrem Holzknüppel, mit dem um ihren zukünftigen Ehegatten kämpfen wollte, fast magische Wirkungskraft, indem sie Gustav seine geistige Verwirrtheit „ausschlägt” und den Hausdrachen Agnes ebenso in ein schier friedfertiges Lamm verwandelt.

Unter den rund 100 Gästen im Saal der Alten Schule brach nicht selten herzhaftes Lachen aus - egal ob bei Gustavs Bemühen „Liebe zu machen” er im Schlafanzug um den Küchentisch rannte oder Alfons, Agnes und Frau Großmaul mit Mist vollgeschmiert ins Haus zurück kamen.

Die abendfüllende Veranstaltung sorgte sichtlich für Begeisterung unter den Zuschauern. Damit dieser Spaß unter der Regie von Hans-Josef Schmölders jedoch auch allen interessierten zuteil werden konnte, öffnete sich der Vorhang in Kreuzrath gleich an drei Abenden. So konnten die Schauspieler das Ergebnis ihrer seit November laufenden Proben zum Besten geben und wurden mit entsprechend viel Applaus belohnt.
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