Geilenkirchen - Teverener Heide: Ortsvorsteher fühlt sich „hinters Licht geführt“

Teverener Heide: Ortsvorsteher fühlt sich „hinters Licht geführt“

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
Sägen
Nach dem Kahlschlag im Naturschutzgebiet Teverener Heide und dem Ortstermin hat Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus den Eindruck, dass man ihn „hinters Licht führen wollte“. Foto: dpa

Geilenkirchen. Nach dem Kahlschlag im Naturschutzgebiet Teverener Heide und dem Ortstermin am vergangenen Freitag hat der Teverener Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus den Eindruck, dass man ihn „hinters Licht führen wollte“. „Bei diesem Ortstermin konnte der Eindruck entstehen, dass es unter den Beteiligten eine Abstimmung gegeben hat“, erklärt er.

Den Landeanflug der Awacs-Maschine ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, zu dem sich Vertreter des Awacs-Verbandes, des Bundesforstes, der Stadt Geilenkirchen und unserer Zeitung in der Einflugschneise befanden und die geringe Höhe des landenden Flugzeuges könne man als „nicht zufällig“ betrachten.

Paulus ist auch nach dem Treffen mit Achim Urmes und Martin Wingerszahn vom Bundesforst, Sicherheitsoffizier Ekkehard Heinichen und Bürgermeister Thomas Fiedler der Überzeugung, dass nicht, wie in der vergangenen Woche erklärt wurde, das ganze Waldstück dem Erdboden gleich gemacht werden musste. Paulus Auffassung nach hätten nur einzelne Bäume gekappt werden müssen.

Die Kappung von einigen Bäumen scheint auch der Awacs-Verband gefordert zu haben. In einem mit dem 21. August 2013 datierten Schreiben des Nato-Verbandes an die Stadt Geilenkirchen, das jetzt auch unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Der E3A-Verband Geilenkirchen hat bei der Überprüfung der Hindernislage gemäß den aktuellen Vorschriften festgestellt, dass im Bereich des Anfluges Ost (Teveren) einige Bäume die Freiflächen für An- und Abflüge durchstoßen.“

Diese Bäume befänden sich auf städtischem Grund um den Sportplatz Teveren herum. „Wir bitten die Stadt Geilenkirchen, direkt mit Beginn der Schneideperiode (Oktober 2013) die entsprechenden Maßnahmen zu treffen, um diese Hindernisse schnellstmöglich aus dem Bereich der Freiflächen zu entfernen. Als Anlage übersenden wir eine Karte mit den betroffenen Bereichen und ihrer maximal zulässigen Wuchshöhe.“

Auch bei der Stadt Geilenkirchen war man stets von einer Kappung einzelner Bäume ausgegangen. In der Niederschrift über die Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses vom 17. September 2013 heißt es: „Technischer Beigeordneter Mönter teilte mit, dass im Bereich des Aschesportplatzes in Teveren aus Flugsicherheitsgründen voraussichtlich ab Oktober diesen Jahres Bäume über einer Höhe von 7 Metern gekappt bzw. gefällt werden müssen.“

Dass jetzt noch etwa 30 Bäume am Rande des Ascheplatzes der Säge zum Opfer fallen müssen, bezweifelt Paulus. „Wenn sie eine akute Gefährdung der Flugsicherheit darstellen würden, hätte ich nichts dagegen. Dieser Bereich ist so weit von der Einflugschneise entfernt, dass eine Abholzung nicht erforderlich ist. Außerdem ist dieser Bereich im Aufforstungsplan überhaupt nicht erfasst.“

Weiter schimpft Paulus: „Man will uns Sand in die Augen streuen. Man will uns weis machen, dass man die Bäume auf Stock setzt und diese dann nachwachsen. Das aber stimmt so nicht. Es werden keine Bäume mehr, es werden Sträucher. Aber es ist die billigste Art, man muss nicht rekultivieren.“

Auch der Stadtrat wird sich am kommenden Mittwoch mit den Abholzungsarbeiten befassen: Der Teverener Ortsvorsteher hat eine Einstellung weiterer Abholzungsarbeiten beantragt. Den mit Rücksicht auf die Gewährleistung der Flugsicherheit erhobenen Anforderungen sei bereits in vollem Umfang Rechnung getragen. Eine besondere Dringlichkeit für weitergehende Abholzungen sei nicht zu erkennen, zumal ab Mai der Flugbetrieb mit Rücksicht auf die Erneuerung der Start- und Landebahn für einige Monate eingestellt würde. „Bis zu diesem Zeitpunkt dürfte sich die Wuchshöhe der Bäume kaum verändern.“ Aber egal wie der Rat entscheidet: Ab März darf ohnehin nicht mehr gekappt werden.

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