Teverener Heide: Abholzungen künftig behutsamer

Von: mh
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Luftverkehrsgesetz bricht Naturschutz: Daran gibt es in Sachen Teverener Heide weiterhin nichts zu rütteln. Foto: Markus Bienwald, Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Aufregung, die es vor einigen Monaten um die Abholzmaßnahmen im Bereich der Einflugschneise am Fliegerhorst Teveren gab, hat sich gelegt. Und wenn es nach dem Willen der Beteiligten (Stadt, Nato, Bundesforstbetrieb) geht, wird es auch keine neue geben. Das ist das Fazit aus der Beratung im Geilenkirchener Umwelt- und Bauausschuss, bei dem Vertreter der Forstbehörde und der Nato ihre Sicht der Dinge schilderten.

Für den Bundesforstbetrieb Rhein-Weser ließ Florian Zieseniß keinen Zweifel daran, dass die dauerhafte Erhaltung der Flugsicherheit über allen anderen Aspekten steht. Das Luftverkehrsgesetz werde im Zweifelsfall auch Rechtsgüter wie den Naturschutz brechen. Zuvor hatte Zieseniß anhand von Fotos belegt, dass der im Frühjahr beklagte „Kahlschlag“ im Bereich des Flugplatzes heute ein anderes Gesicht zeigt.

Neuanpflanzungen etwa mit Birken und Pappeln sind zu grünen Flächen geworden, Eichen und Ebereschen haben sich ohne Zutun der Forstleute angesiedelt, und einige junge Eichenstämme haben schon zwei Meter Höhe erreicht.

Insgesamt gibt es nach den Ausführungen des Forstmannes vorgeschriebene maximale Bewuchshöhen, die von null bis zu 20 Meter reichen. Zieseniß wies darauf hin, dass man in Zukunft verstärkt auf kleineren Flächen („wie die Löcher eines Schweizer Käses“) arbeiten wolle, was die Eingriffe nicht so drastisch erscheinen lasse.

Diese kleinflächige Arbeit sei zwar aufwendiger, doch der Bund trage die Mehrkosten. Im Bereich der Anflugbefeuerung müsse der Bewuchs praktisch auf null gehalten werden, was aber, so Florian Zieseniß, mit den entstehenden offenen Flächen durchaus für den Naturschutz wertvolle Ergebnisse habe.

Auf den Naturschutzwert der entstehenden Magerrasenflächen im Bereich der Anflugbefeuerung wies auch Oberstleutnant Ekkehard Heinichen als für die Flugsicherheit zuständiger Offizier des Nato-Flugplatzes hin. Er zeigte mit Hilfe von Luftbildern die Flächen, die immer wieder auf die erforderlichen Bewuchshöhen von zehn, 15 oder 20 Metern gebracht werden müssen.

Auf den Einwand von Helmut Gerads (Bürgerliste), im Bereich des Sportplatzes stünden immer noch höhere Bäume, sagte Oberstleutnant Heinichen, der Rückschnitt innerhalb der eingezäunten Sportplatzfläche sei Sache der Stadt, Richtmaß dabei sei die Höhe der Flutlichtmasten. „Unsere Arbeit“, so Heinichen, „muss der Flugsicherheit entsprechen, Wir werden uns dabei aber bemühen, den Vorstellungen der Bevölkerung so nahe wie möglich zu kommen“. Der Offizier warb auch dafür, dass man das Bewusstsein dafür schärfen müsse, dass auch Niederwald naturschutzwürdige Flächen bilden könne.

Zu Beginn der kurzen Aussprache berichtete Ausschussvorsitzender Hans-Josef Paulus von Vorgesprächen, in denen der Bürgermeister einige Forderungen gestellt habe, auf welche die Forstbehörde mit ihrem Versprechen auf behutsames Vorgehen mit möglichst wenig schwerem Gerät nun eingegangen sei.

Die Sprecher aller Fraktionen nahmen die Ausführungen des Forstmannes und des Offiziers zustimmend zur Kenntnis, wobei Stephan Evertz für die Grünen den Wunsch äußerte, auf den zu bearbeitenden Flächen mehr Sträucher oder langsam wachsende Arten anzupflanzen. Ein Einwand, dem Florian Zieseniß entgegen hielt, dass in waldarmen Regionen die Umwandlung von Wald- in Buschflächen sicher nicht genehmigt würde. Er versprach aber, dass vor künftigen Rückschnittarbeiten immer die Bevölkerung informiert werde.

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