Talente nicht verstecken, sondern nutzen

Von: Isabelle Hennes
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Beim Basteln im Gemeindesaal d
Beim Basteln im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde Geilenkirchen hilft Pfarrer Till-Karsten Hesse mit einem Teppichmesser beim Ausschneiden der Motive. Foto: Isabelle Hennes

Geilenkirchen. Die Kinder, die in der ersten Osterferienwoche an der Bibelwoche der evangelischen Kirche Geilenkirchen teilgenommen haben, können an Ostern eine ganz besondere Kerze anzünden.

An drei Nachmittagen haben rund 20 Kinder im Grundschulalter zuerst bei einem Theaterspiel in der Kirche mitgemacht und sind anschließend im Gemeindesaal kreativ geworden. Den Abschluss der Bibelwoche bildete ein Gottesdienst, zu dem alle Eltern herzlich eingeladen waren. Thema der Kinderbibelwoche war „Talente, Talente”.

Musikfortbildung

Anja Isbanner-Erdner, Erzieherin der evangelischen Gemeinde, und Pfarrer Till-Karsten Hesse haben die Kinder gemeinsam mit 11 Jugendlichen, so genannten Teamern, betreut. Die Idee zum dem Thema „Talente, Talente” hatte Anja Isbanner-Erdner. „Das war bei einer Musikfortbildung”, erinnert sich die 41-Jährige. Musikalisch ging´s dann auch in der Kirche weiter. Um die Kinder ans Thema heranzuführen, wurde zu Beginn gemeinsam gesungen. Dazu gab´s Klavier-Livemusik von Teamerin Antonia. Beim Warm-up-Lied der Kinder wurde es ganz schön laut in der Evangelischen Kirche: Die Kinder klatschten in die Hände, trampelten so feste sie konnten auf den Boden und schüttelten kräftig ihre Körper. Anhand von Musik den Kindern den Einstieg ins schwierige Matthäusevangelium ermöglichen - das wollten Anja Isbanner-Erdner und Till-Karsten Hesse erreichen. Und: Die Kinder sollten lernen, ihre Talente zu erkennen und einzusetzen.

Jesus auf Reisen

Im Evangelium geht es um das Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Jesus schildert in dem Gleichnis einen Mann, der seinen Knechten Geld gibt und sich dann auf eine Reise begibt. Bei seiner Rückkehr möchte er sehen, was die Knechte mit dem Geld erreicht haben.

So wurden auch während der Kinderbibelwoche drei Diener von ihrem Herrn Jente mit Talent-Münzen ausgestattet. Der erste Diener erhielt fünf Münzen, der zweite zwei Münzen und der dritte schließlich eine Münze. Der erste Diener baut sich ein Haus mit einem tollen Swimmingpool. Die restliche Münzen kommen aufs Sparbuch, damit sie sich vermehren können. Der zweite Diener kauft sich zehn Hühner. Die gelegten Eier der Hühner verkauft er so lange, bis er genügend Geld zusammen hat, um sich einen Hahn zu leisten.

Aus Angst, sie könnte ihm verloren gehen, vergräbt der dritte Diener seine einzige Talentmünze im Garten. Also ging es mit einem Eimer und einer kleinen Schaufel raus aus der Kirche und rauf auf die Wiese hinter dem Gemeindesaal. Bis zu Jentes Rückkehr vergisst der dritte Diener seine Münze sogar zwischendurch und holt sie erst kurz vor der Rückkehr seines Herrn wieder zum Vorschein.

Wieder zurück in der Kirche fragte Anja Isbanner-Erdner in die Runde der aufmerksamen Kinder: „Kann der dritte Diener stolz auf sich sein?” Die Kinder schüttelten den Kopf. „Nein”, lautete ihre Antwort. Er sei ängstlich gewesen, eine „Memme” sozusagen. Und es sei schade, dass er nichts aus seiner Talentmünze gemacht hat.

Als Jente von seiner Reise zurückkommt und er seine Diener nach den Münzen fragt, hat er nichts vorzuweisen: Er hat nichts aus seinem Talent gemacht, während die anderen es mit ihrem Talent zu Reichtum und Wohlstand gebracht haben. Trotzdem wird der dritte Diener nicht für seine Angst bestraft - wie im Gleichnis der Bibel - sondern darf wie die anderen an einem großen Fest teilnehmen.

Kerzen und Schatztruhen

Nach dem Theaterstück waren im Gemeindesaal viel Kreativität und Maßarbeit gefordert. Am ersten Tag der Bibelwoche haben die Kinder eine Schatztruhe für ihre Talente gebastelt, am zweiten Tag eine Kerze, auf die sie ihre Talente kleben konnten.

Auf dem Basteltischen türmten sich viele bunte Papiere und jede Menge Klebstoff. Während die kleinen Künstler in übergroßen T-Shirts, die sie übergezogen hatten, das Bastelangebot durchkramten, hatten die Teamer ein wachsames Auge, damit sich die Kinder nicht mit den Teppichmessern verletzten. Schon nach kurzer Zeit waren die anfangs weißen Kerzen mit vielen bunten Motiven beklebt. Bei den Jungen waren besonders Fußbälle beliebt, während die Mädchen viele rote Herzen ausschnitten.

Die wohl passendste Kerze hielt Frauke am Ende des Bastelns in ihren Händen. Denn was kann man an Ostern besser auf eine Kerze kleben, als einen Hasen mit einer großen orange Möhre.
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