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„Tag des offenen Denkmals”: Blick in Historie der evangelischen Kirche Teveren

Von: Georg Schmitz
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Das Gerüst an der evangelisch
Das Gerüst an der evangelischen Kirche in Teveren war pünktlich zum Tag des Denkmals weg. Das freute auch Pfarrerin Tanja Bodewig, Bärbel Wagner, Marion Neugebauer und Jürgen Wagner (v.r.). Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Pfarrerin Tanja Bodewig freute sich, dass die Baumaßnahme am kleinen evangelischen Gotteshaus in Teveren pünktlich zum „Tag des Offenen Denkmals” abgeschlossen war. Das 1686 erbaute Kleinod mit der Adresse „Welschendriesch 7” spielt in der über 400-jährigen Geschichte der evangelischen Christen in Geilenkirchen eine nicht unbedeutende Rolle.

Jürgen Wagner, Gemeindemitglied und Referent am „Tag des Denkmals” hat sich mit der Historie beschäftigt und stützt sich dabei auf Recherchen des damaligen Pfarrers Hermann Jeude. „Die eigentliche Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Geilenkirchen-Teveren beginnt im Jahre 1586”, begann Wagner seinen Vortrag vor interessierten Zuhörern.

Mit dem Anschlag der lutherischen Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg sei 1517 die Reformation eingeleitet worden.

Der 1618 begonnene Religionskrieg sei mit dem Westfälischen Frieden 30 Jahre später beendet worden, und schon unmittelbar danach hätten sich in Teveren, Grotenrath und Scherpenseel reformierte Familien angesiedelt.

Die Protestanten hätten 1661 ein kleines Haus gekauft um darin Zusammenkünfte und Gottesdienste abhalten zu können. An dem damals schon alten Gebäude mussten immer wieder Reparaturen durchgeführt werden, so dass sich die evangelischen Christen letztendlich zum Neubau einer Kirche am heutigen Standort entschlossen.

„Unser kleines Kirchlein in Teveren hat über dreihundert Jahre lang gut seiner Bestimmung gedient und ist heute, so wie es dort steht, ein Kleinod, an dem zwar mehrfach gebaut werden musste, das uns aber aus einer alten Zeit überkommen ist, die nicht einfach war für protestantische Christen, hier inmitten von überwiegend katholischer Bevölkerung”, sagte Jürgen Wagner und nannte einige interessante Zahlen: Im Jahre 1774 hatte Hünshoven 140 und Teveren 120 reformierte Gemeindemitglieder.

1900 seien es in Hünshoven 225 in Teveren nur noch 38 Mitglieder gewesen. Das habe sich ab 1911, als die Bergleute von überall her in die Zechenregion gekommen seien, zum Positiven verändert.

Bis 1969 waren die Protestanten in Teveren noch eine eigenständige Gemeinde, bevor sie der Kirchengemeinde Geilenkirchen-Hünshoven zugeordnet wurde. Mitte der 50er Jahre war bereits eine größere Sanierungsmaßnahme inklusive der Installation eines neuen Dachstuhls am Gotteshaus durchgeführt worden, 1959 fand die Kirche durch das direkt angebaute Gemeindehaus eine Erweiterung. Dieses Gemeindehaus wurde 2004 nochmals erweitert und völlig neu gestaltet. Die jetzige kleine Glocke wurde erst 1986 im Turm installiert. Genau 68 Jahre lang war es bis dahin still im Kirchturm, denn die frühere Glocke war im Krieg eingezogen und zur Waffenproduktion verwendet worden.

Dies und noch einiges mehr erfuhren die Besucher bei den Führungen aus Anlass des „Tag des Denkmals” über die evangelische Kirche in Teveren. Natürlich wurde auch die Fertigstellung der vor wenigen Tagen beendeten Sanierung gefeiert.

Verbunden war die Feier mit einem Gottesdienst und einer Ausstellung im Gemeindesaal, die sich mit über 400 Jahren Kirchengeschichte in Geilenkirchen und Teveren beschäftigte.

Hierbei standen auch die Gemeindemitglieder Bärbel Wagner, Marion Neugebauer, Jürgen Wagner und natürlich Pfarrerin Tanja Bodewig für Fragen zur Verfügung. Auch Bürgermeister Thomas Fiedler stattete der unter Denkmalschutz stehenden Kirche einen Besuch ab und überbrachte ein Grußwort.
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