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Tae-kwon-do: Mit viel Präzision, Kraft und Kontrolle

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
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Im Kampf zeigt Carsten Müller, warum der den sechsten Dan zu Recht tragen darf. Respekt vor den Leistungen von Tochter Eleonore, die selbst den Schwarzen Gurt trägt, hat aber natürlich auch ein sechster Dan wie Carsten Müller. Foto: Markus Bienwald
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Das Trainingsteam (v.l.): Dr. Marcus Lancé, Hans-Dieter Wagner, Karl-Heinz Maaßen, Carsten Müller und Eleonore Müller.

Übach-Palenberg. Ob der sechste Dan nun wirklich der siebte Himmel für jeden Tae-kwon-do-Sportler ist, kann auch Carsten Müller nicht wirklich beantworten. „Natürlich geht immer noch mehr“, sagt der 46-Jährige aus Frelenberg, doch die Leistung, den Meistergrad der sechsten Stufe zu erreichen, ist schon eine ganz besondere.

„Ohne meine Mitstreiter und Vereinskameraden wäre das aber nicht möglich gewesen“, sagt der sympathische Familienvater, der im echten Leben beim Finanzamt arbeitet.

In der Turnhalle an der Annabergstraße in Frelenberg hingegen zeigt er bei einer für unseren Besuch nachgestellten Dan-Prüfungsübung aber, was den wahren Meister ausmacht. Während Müllers Tochter Eleonore ihn attackiert, muss sich Vater Carsten gleichzeitig gegen sein Fleisch und Blut und die Attacken von Dr. Marcus Lancé und Karl-Heinz Maaßen wehren. Das tut er mit Präzision, Kraft und Kontrolle. Und auch, wenn es beim Vater-Tochter-Kampf schon einmal so aussieht, als würden die Fetzen fliegen, bleibt doch alles im kontrollierten Rahmen. Kein Wunder, denn die Vierertruppe, die um den leider verletzten Hans-Dieter Wagner bald wieder ergänzt wird, hat sich sechs Monate lang intensiv auf diese Prüfung vorbereitet.

Zwei mal zwei Stunden pro Woche wird bei den Frelenberger Kampfsportlern, die im Kreis des Hauptvereins TuS Rot-Weiß Frelenberg eine gar nicht so kleine Gruppe ausmachen, ohnehin trainiert. „Dazu haben wir noch Sondertrainings eingefügt, damit auch alles saß“, so Carsten Müller. Langsam führt er noch einmal die wie bei einer Tanzchoreographie ineinandergreifende Abfolge von Bewegungen vor.

Und während er scheinbar mit seinen Trainingskollegen, die übrigens auch alle über den zweiten Meistergrad, also Dan, verfügen, über den glatten Turnhallenboden fegt, wird klar, warum Carsten Müller diesen hohen Reifegrad erlangen konnte. Denn sein Blick ist außergewöhnlich fokussiert, seine Aufmerksamkeit gilt nur der Aufgabe, die er sich stellen muss und alles, was um ihn herum geschieht, blendet er aus.

Dabei war er nicht immer dem Kampfsport verschrieben. „Ich bin 1999 zum Verein gekommen, damals hat sich der Vorsitzende Michael Buhlert zum Trainer ausbilden lassen, so kam ich schnell herein“, sagt Müller. Nach sechs Jahren hatte er den ersten Dan und damit die niedrigste Stufe des Meisters mit dem schwarzen Gurt erreicht. „Heute, mit 46, wird der Hochleistungssport aber nicht einfacher“, gibt Carsten Müller zu.

Die Prüfung hatte er schon eine Minute schneller als vorgegeben erfolgreich absolviert. „Eigentlich hat man 2.45 Minuten Zeit“, erinnert er sich zurück, „aber ich habe richtig Gas gegeben und war hinterher entsprechend kaputt“, lacht er heute.

Trotz des Erfolges ist er aber kein Supermann, wie er selbst betont. Vielmehr will er sich nach dem Erreichen dieses persönlichen Zieles wieder der Ausbildung des Nachwuchses im Verein widmen. „Wir haben 14 Schwarzgurte in unseren Reihen, zwei davon mit ernsten Absichten, den dritten Dan zu schaffen“, schließt er. Wenn die dann auch so schnell sind wie ihr Lehrer, dann werden künftig sicher noch mehr Tae-kwon-doins in Frelenberg den dunkelsten aller Gurte tragen.

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