Symbole der Annäherung sind wieder da

Von: Markus Bienwald
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Zwei Jahre nach dem Diebstahl der beiden Bronzeplastiken im Jahr 2011, wurden die neuen Figuren nun wieder feierlich aufgestellt. Foto: Markus Bienwald
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Über ihre Rückkehr freuten sich nicht nur die Künstler. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Rimburg. Sie sind wieder da und dürften eins der in dieser Woche meistfotografierten Motive sein: die Schildkröten am Grenzübergang Rimburger Brücke zwischen Landgraaf/NL und Übach-Palenberg. Selig waren nicht nur deutsche und niederländische Vertreter der Gemeinden, sondern auch die beiden Künstler, Heinke Haberland und Stefan Sous.

„Die Schildkröten waren etwas ganz Besonderes“, so Stefan Sous. Und seine Kollegin Heinke Haberland gibt zu, sich heute sehr glücklich zu fühlen.

Rückblende: Bis Mitte 2009 waren an gleicher Stelle einfache Betondreiecke die das Überfahren der Grenze an dieser Stelle verhinderten. Seit dem 5. Juli 2009 waren es zwei in Bronze gegossene Schildkröten, die an dieser Stelle die langsame, aber stetige Annäherung der Menschen über Staatsgrenzen hinaus dokumentierten.

Doch in der Nacht vom 14. auf den 15. August 2011 waren diese Symbole einer grenzüberschreitenden Annäherung spurlos verschwunden. Weder die Stadt Übach-Palenberg noch die Partnergemeinde Landgraaf hatten eine Spur, aber auch ein greifbarer Verdacht liegt bis heute nicht vor.

Lediglich Mutmaßungen waren zu hören, so ging beispielsweise Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch davon aus, dass der Diebstahl der beiden schweren Bronzeplastiken über die deutsche Seite vonstatten gegangen sein muss.

„Es gibt Schleifspuren, die darauf hindeuten, dass die Skulpturen auf die deutsche Seite geschafft wurden“, erzählte Jungnitsch damals. Zwischenzeitlich wurde der verwaiste Raum durch nachts beleuchtete Sperrbaken gefüllt. Anwohner hatten damals von dem Diebstahl nichts bemerkt.

„Doch die Leute, die das getan haben, müssen mit vielen Armen und schwerem Gerät unterwegs gewesen sein“, ist sich Heinke Haberland heute noch sicher. Die Anker der Kröten wurden entweder fein säuberlich auf Fahrbahnhöhe abgesägt oder einfach aus dem umliegenden Straßenpflaster gerissen. Aber jetzt sind sie zurück, „die Original-Gussvorlagen waren noch da“, so Haberland weiter.

300 Kilo wiegt eine Schildkröte, sie wurden in einer Arbeit, die alleine einen Tag in Anspruch nahm, wieder verankert, diesmal tiefer und an mehreren Punkten als zuvor. Auch sind weitere technische Sicherungen vorhanden, die einen Klau bei Nacht und Nebel verhindern sollen.

Und fast scheint es so, als ob die bronzenen Tiere, die im „Neubau“ rund 40 000 Euro kosten, deren Materialwert mindestens mit dem Faktor von 100 geteilt werden muss, darüber lächeln, dass sie wieder hier sein dürfen. Eine auf der niederländischen, eine auf der deutschen Seite, stehen sie sich Aug‘ in Aug‘ gegenüber.

Erhaben wirken sie, detailliert und so lebensecht, dass sie am ersten Tag an ihrem neuen Stammplatz sogar von einem Scherzkeks mit Salat und Gemüse gefüttert wurden. Was sie verkörpern, ist klar: Sie sollen das Ewige, das Unsterbliche und den Frieden symbolisieren, und die langsamen Schritte aufeinander zu, gerade an dieser heute nicht mehr sichtbaren Grenze.

„Dieses Überdauernde, dieses Zusammenleben beider Länder, darauf kommt es an“, meinte bei der feierlichen Übergabe der Kunstwerke auch Stefan Sous, der gemeinsam mit seiner Kollegin Heinke Haberland für Entwurf, Ausführung und Installation verantwortlich zeichnet. Die beiden ausgebildeten Bildhauer hatten bereits im Jahr 2003 mit der Arbeit begonnen, gewannen 2006 den Preis des Gremiums „Brückenschlag“ der „Euregionalen 2008“.

Im Oktober 2008 folgte die gemeinschaftliche Entscheidung der politischen Gremien von Übach-Palenberg und Landgraaf, hier mit den Schildkröten die unsichtbar verlaufende Grenze zwischen den Ländern künstlerisch sichtbar zu machen. Damit wurde das Hauptziel des „Brückenschlags“ auf der backsteinernen Brücke erfüllt.

Die damals vom Beigeordneten für Planen und Bauen der Stadt Übach-Palenberg, Volker Schlüter, und Landgraafs ehemaligem Bürgermeister Bert Janssen installierten Schilder ließen die Diebe übrigens unangetastet. Und nun, nach ihrer Rückkehr, dürfen sie auch wieder gefüttert werden. „Und die Kinder dürfen sie wieder streicheln und darauf Platz nehmen, dann glänzen sie nämlich so schön“, lacht Heinke Haberland.

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