Geilenkirchen - Suchtkranke beweisen ihre Kreativität

Suchtkranke beweisen ihre Kreativität

Von: Georg Schmitz
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Koordinatorin Ermina Talic-Simunovic (r.) und Hans-Rainer Hubbes erläuterten Horst-Eberhard Hoffmann und Bürgermeister Thomas Fiedler (l.) den Sinn des „Erinnerungsbaumes”. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Zweieinhalb Jahre nach Eröffnung der Außenstelle „Zum Kniepbusch” des AHG (Allgemeine Hospitalgesellschaft) Therapiezentrums Loherhof stellte sich die Einrichtung mit einem „Tag der Offenen Tür” vor. Die ambulante Tagesstruktur Kniepbusch ist Anlaufstelle für chronisch Suchtkranke und psychisch beeinträchtigte Menschen aus dem Kreis Heinsberg.

In dem Haus betreuen vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Tagesgäste und die in der oberen Etage lebenden fünf Frauen und Männer. „Der heutige Tag soll einen Einblick in unsere Arbeit gewähren”, erklärte der Leiter des Therapiezentrums, Hans-Rainer Hubbes, bei einer Besichtigungstour durch das Gebäude Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler.

Der Weg führte auch die beiden Fraktionsvorsitzenden Jürgen Benden (Grüne) und Horst-Eberhard Hoffmann (SPD) in den PC-Raum, in dem die Bewohner den Umgang mit dem Internet trainieren können.

Hubbes schwärmte davon, wie gut auch der Gesellschaftsraum bei Bundesliga-Übertragungen ausgelastet sei. Der Leiter erzählte, dass die Außenstelle als ambulante Tagesstruktur ein breites Spektrum von Aktivitäten und arbeitstherapeutischen Maßnahmen biete, dass dabei helfe, den Tag sinnvoll und im Kontakt mit anderen zu gestalten.

„Es ist wichtig für unser Klientel, ein Umfeld zu haben, in dem man abstinent leben kann”, sagte Hans-Rainer Hubbes. Im Flur blieben Hubbes zusammen mit Thomas Fiedler und Horst-Eberhard Hoffmann an einem mit Zetteln bestücktem „Erinnerungsbaum” stehen.

Teamkoordinatorin Ermina Talic-Simunovic erklärte dazu, dass die Bewohner hier ihre Erinnerungen aufgeschrieben hätten. Bilder und Texte unterstützten das gewählte Motto „Woher wir kommen - was wir tun - wohin wir gehen”.

Mit Sprüchen hatten Bewohner ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Lebenserfahrungen dokumentiert: „Früher hatte ich durchschnittlich rund drei Promille, heute bin ich seit 2920 Tagen trocken”, oder „Früher hatte ich einen großen Bekanntenkreis, heute weiß ich wen ich schätzen kann”, und „Früher war mir meine Gesundheit egal, heute achte ich darauf, dass ich gesund lebe”, war unter anderem zu lesen.

Hans-Rainer Hubbes erläuterte das Angebot des Therapiezentrums mit Gruppen- und Einzeltherapien, Hausbesuchen, PC- und Hauswirtschaftskursen, Beschäftigungstherapie, Gartengestaltung, gemeinsamem Kochen und verschiedenen Freizeitaktivitäten. Das Angebot werde in Kürze um eine Fahrradwerkstatt sowie Lauf- und Ausflugstreff erweitert.

„Das ist vorbildlich”

Bürgermeister Thomas Fiedler zeigte sich beeindruckt von dem Angebot in der Außenstelle Zum Kniepbusch. „Das ist vorbildlich”, sagte er und freute sich auch über die vielen Kunstwerke, die von der Schaffenskraft der Bewohner zeugten.

So hatte die Kreativität der Kunstschaffenden unter den Bewohnern Gemälde, Collagen und Skulpturen hervorgebracht, die an diesem „Tag der Offenen Tür” ausgestellt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Die hauseigene Band „Mosaik” sorgte während der Veranstaltung für den musikalischen Background.
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