Übach-Palenberg - Streetworker zieht positive Bilanz

Streetworker zieht positive Bilanz

Von: vm
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Übach-Palenberg. An mehr als einem Dutzend Punkten haben sich noch vor rund sechs Jahren unzählige Jugendliche getroffen und die dortigen Anwohner gegen sich aufgebracht. In Frelenberg, in Boscheln, Übach-Palenberg, Marienberg und Scherpenseel – im gesamten Stadtgebiet also.

 „Zum Teil waren es Gruppen von bis zu 35 Jugendlichen, die sich auch unter der Woche getroffen haben“, berichtete der städtische Streetworker Alexander Zenker im Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur.  Der Spielplatz an der Theodor-Seipp-Straße in Frelenberg, der Abenteuerspielplatz in Marienberg und das Pfarrzentrum in Scherpenseel sind nur ein paar Beispiele aus der damals noch langen Liste. Nicht nur der Lärm war es, der Anwohner störte, sondern auch Verwüstungen, Beschmierungen, Müll und Drogenhandel. Grund genug für die Stadt, sich des Phänomens anzunehmen.

Inzwischen ist Alexander Zenker also schon im siebten Jahr im Einsatz, mal mit Bauwagen, mal ohne. „Verflixt“ scheint dieses Jahr allerdings nicht zu sein, das Gegenteil ist der Fall. Er hatte viel Positives zu berichten. So seien die allermeisten Brennpunkte verschwunden und die verbleibenden Gruppen kleiner geworden, „aber nicht, weil ich die Jugendlichen verjagt habe, sondern weil sich deren Lebensgewohnheiten einfach verändert haben“, sagte er. Heute gebe es noch eine Handvoll Haupttreffpunkte: das Schulzentrum, Basketballplatz und Skaterbahn, Parkplätze und an der Kirche St. Theresia.

Zweimal die Woche fährt Zenker die Plätze ab, an den anderen drei Tagen bietet er Jugendlichen mit seinem mobilen Bauwagen eine Anlaufstelle zum Kickerspielen, Musikhören, „oder einfach nur chillen“, wie er erzählt. Neue Schwerpunkte sind hier das Freibad und das Schulzentrum.

Fehlende Räume zum Treffen

Viele der Jugendlichen, die früher für Unruhe sorgten und mit ihm damals den Bauwagen fertiggemacht hätten, seien inzwischen volljährig und hätten neue Interessen: mit dem Auto rumfahren, sich hier und da kurz auf Parkplätzen treffen. Dadurch, dass sie mobiler seien, hätten sich auch die Anlaufstellen verändert. Was bliebe, sei die Tatsache, dass viele aus seiner Zielgruppe – überwiegend Jungen – schlicht nicht die Möglichkeit hätten, Freunde zu sich nach Hause einzuladen und die Zeit der Jugendtreffs sei vorbei. Soziale Bindungen einzugehen, die bis ins Erwachsenenalter reichten, sei aber in dem Alter ein wichtiges Anliegen, deshalb das Ausweichen in den öffentlichen Raum.

Zenker versteht sich als Schnittstelle zwischen Jugendlichen und Erwachsenen, in dem konkreten Fall dem Ausschuss. Dazu gehöre auch, dass er sie anspreche, wie es mit Schule oder Ausbildung aussehe und ihnen helfe, die richtigen Ansprechpartner bei Behörden oder Bildungsträgern zu finden.

Dass sie uneinsichtig oder unkooperativ seien, wies er zurück. Bei Thema Vermüllung von Parkplätzen betonte er zum einen, dass die Verursacher nicht allein in diesen Reihen zu suchen seien und zum anderen, dass seine Jugendlichen bereits fehlende Mülleimer bemängelt hätten. Nachfragen aus dem Ausschuss, die auf ein Vorgehen gegen Drogenhandel abzielten, verwies er an die zuständigen Behörden. Die Verwaltung stimmte dem bei: Zenker sei zur Kontaktpflege da, Ordnungsamt und Polizei für die Durchsetzung von Recht und Ordnung.

Zu den weiteren Vorhaben von Zenker gehört, das Internet gezielter als Draht zu den Jugendlichen zu nutzen. Möglicherweise mit einer Facebook-Präsenz.

Die Ausführungen des Streetworkers stießen fraktionsübergreifend auf positive Resonanz: Man wolle diese Stelle auf jeden Fall weiter erhalten.

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