Gangelt-Schierwaldenrath - Strahlende Kinderaugen: Kinderfest der Selfkantbahn

Strahlende Kinderaugen: Kinderfest der Selfkantbahn

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Lokführer Christoph Sega sorgte für strahlende Kinderaugen. Foto: K. Hamacher
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Mitarbeiter des Dürener Papiermuseums zeigen, wie früher Papier gemacht wurde. Foto: K. Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Bunt war das Schild auf dem „Willkommen“ stand, grau in grau das, was Maike Würdig sah, als sie am Sonntag gegen 9 Uhr in den Himmel blickte. „Wolken und Regen – das war genau das, was wir nicht haben wollten bei unserem Kinderfest“, so die Organisatorin aus der Komanns-Dynastie bei der Selfkantbahn.

Aber: Der Regen hörte zumindest über weite Strecken auf, die Wolken verzogen sich teilweise, und so stand der 23. Auflage für den Tag, an dem die Kinder im Mittelpunkt des Geschehens stehen, nichts im Wege.

Und schon bevor sich um 10.30 Uhr die erste Dampflok auf den rund fünf Kilometer langen Weg nach Gillrath machte, waren erfreulich viele Kinder auf dem Bahnhofsgelände in Schierwaldenrath unterwegs. Dass es später am Tag noch eine gelungene Kombination aus der Faszination für die gute alte Eisenbahn und den Freunden der Cowboys geben sollte, wussten die Kinder nicht.

Was steht ganz oben auf dem Programm, wenn der Nachwuchs bei der Selfkantbahn in der ersten Reihe steht? Natürlich ein Besuch im Allerheiligsten, ein Blick in den Führerstand der Dampflok, dahin, von wo aus der ganze Zug gesteuert wird, wo das Feuer brennt und wo der Lokführer die Hebel betätigt, um kurzerhand einen Teil des Bahnhofes mit schneeweißem Dampf einzunebeln.

Christoph Sega war einer der Lokführer, die mit einer Engelsgeduld immer wieder die gleichen Fragen beantwortet und als Lohn für die ganze Erklärerei oft in strahlende Kinderaugen blicken konnte – spätestes dann, wenn er die Klappe zum Brennraum öffnete. Dort werden die Kohlen verbrannt, die den Kessel auf die Temperatur bringen, damit sich das schwarze Ungetüm ächzend und schnaubend in Bewegung setzte.

Auch da durften die Kinder eine kleine Strecke mitfahren. Das heißt: Es fuhren nicht nur die Kinder mit. Viele Väter hatten scheinbar ihre Sprösslinge nur als Alibi mit, um endlich einmal ganz vorne dabei sein zu können. Ganz klein hat das erste Kinderfest vor 23 Jahren begonnen.

Aber schon im zweiten Jahr übernahm Maike Würdig das Fest. „Meine Mutter meinte, da ich Kindergärtnerin sei, wäre das genau die richtige Aufgabe für mich.“ Mit und mit wurde die Veranstaltung größer und schon dreimal hatte man die Hauptfigur aus der Sendung mit der Maus zu Gast, die jeweils zu einem besonderen Publikumsmagneten wurde. „Ich arbeite daran, in zwei Jahren beim 25-Jährigen wieder mit der Maus ins Geschäfts zu kommen“, erinnert Maike Würdig daran, wie schwer es ist, hier zum Zuge zu kommen.

Auf der einen Seite der Museumshalle konnten die Kinder auf preiswertem Papier ihre Bilder zum Thema Selfkantbahn in bunten Farben malen. Gegenüber war ein Stand vom Papiermuseum Düren, wo man dabei sein konnte, wenn Papier auf die traditionelle Art geschöpft wird: aufwendig die Arbeit, von hoher Qualität das Papier.

Die beiden Mitarbeiterinnen erzählten den Gästen die Geschichte der Papiermanufakturen im Dürener Land, und die Kinder waren fasziniert dabei, wenn mit dem Sieb die Fasermasse aus dem Wasser gehoben wurde und nach dem Pressen dickes Papier übrig blieb.

Daneben auf einer Uhrwerkeisenbahn konnte der Nachwuchs selber Hand anlegen, Zug fahren, Weichen stellen und rangieren. Bei der Draisine mussten gleich zwei Männer hart arbeiten, um das Gefährt durch den Bahnhof zu steuern. Nach so viel Abenteuer auf dem Gelände brach man immer wieder gerne zu einer Fahrt mit den Selfkantbahn auf.

Während man still die Landschaft genoss, wurde die Ruhe in Höhe des Gelindchens einige Male unterbrochen. Von Ullas Reiterhof hatte sich eine Gruppe Cowboys aufgemacht, um einen Zugüberfall, wie er wohl im wilden Westen an der Tagesordnung war, nachzustellen. Dass die Räuber aber von der harmlosen Sorte waren, zeigt sich spätestens dann, als sie kleine Geschenke an den Nachwuchs verteilten.

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