Geilenkirchen - Stellwerk-Abriss? So nah dran war Geilenkirchen noch nie

Stellwerk-Abriss? So nah dran war Geilenkirchen noch nie

Von: jpm
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Ortsbegehung: Vertreter von Bahn und Stadt waren am Mittwoch am alten Stellwerk unterwegs, um den Abriss des Gebäudes endlich in die Wege zu leiten. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Die Bahn kommt. Was zu Werbezwecken schon lange behauptet wird, traf am Mittwoch auch am alten Stellwerk endlich zu. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt wurde eine Ortsbegehung vorgenommen, um den Abriss des nutzlosen und gemeinhin als potthässlich wahrgenommenen Stellwerksgebäudes in die Wege zu leiten.

Wer dieser Neuigkeit nun mit einer gewissen Skepsis begegnet, hat dafür gute Gründe. Dass die Bahn zum ersten Mal versprach, das Stellwerk aus dem Blickfeld zu entfernen, liegt immerhin schon knapp sieben Jahre zurück. Auch nach einer vollmundigen Ankündigung im vergangenen Jahr, derzufolge der Abriss noch 2013 erfolgen sollte, geschah nichts. Grund war ein von der Bahn in unvollständiger Form beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereichter Abrissantrag.

Auf einigermaßen peinliche Weise wiesen Bahn und Aufsichtsbehörde sich anschließend gegenseitig die Schuld zu: Die Bahn behauptete gegenüber unserer Zeitung, nie zu einer Vervollständigung des Antrags aufgefordert worden zu sein, das EBA gab das genaue Gegenteil vor. Inwieweit der Antrag unvollständig war, dazu wollte damals keine der beiden Seiten Näheres sagen. Offensichtlich war es eben die übergangsweise Regelung von Straßen- und Schienenverkehr, die der Antrag im Trüben ließ.

Weil Bahn und Stadt sich am Mittwoch zu diesem Thema austauschten, zeigte der technische Beigeordnete Markus Mönter sich im Anschluss vorsichtig optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass sich tatsächlich etwas tut.“ Aller Voraussicht nach würden die Abrissarbeiten ein Wochenende in Anspruch nehmen, für dessen Dauer der Autoverkehr umgeleitet werden muss. Am aussichtsreichsten ist für Mönter die Möglichkeit, Autos, Motorräder und Schwerlastverkehr über Hommerschen zu schicken. Dieser Schleichweg wird schließlich generell gern genutzt, wenn die Schranken am Bahnübergang geschlossen sind.

Komplizierter gestalten sich natürlich die Eingriffe in den Schienenverkehr. Dieser würde zwar nicht ganz ausfallen – hierfür sorge auch die Tatsache, dass die Abrissarbeiten überwiegend auf die nächtlichen Stunden konzentriert werden. Dennoch habe die Bahn verlauten lassen, dass Eingriffe in den Fahrplan notwendig sind. Diese einzuplanen werde wohl um die 14 Wochen in Anspruch nehmen. Zumindest für einige Monate wird den Geilenkirchenern ihr Schandfleck also wohl noch erhalten bleiben. Definitiv sagen lässt sich dennoch: Geilenkirchen war noch nie so nah dran, den hässlichen Ziegelklops endlich loszuwerden. Mönter: „Wir werden der Bahn da ganz bestimmt keine Steine in den Weg legen.“

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