Startbahn: Ab Freitag rollen die Lastwagen an

Von: Udo Stüßer
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Letzte prüfende Blicke: In dieser Mischmaschine auf dem Teverener Flugplatz wird der Asphalt für die Erneuerung der Startbahn hergestellt. 125 000 Tonnen Mischgut werden benötigt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Am Freitag fällt auf dem Nato-Flugplatz Teveren der Startschuss für ein 10-Millionen-Euro- Projekt: Um Punkt sechs Uhr haben die Sanierungsarbeiten auf der 3000 Meter langen und 45 Meter breiten Start- und Landebahn – das ist etwa die Breite einer vierspurigen Autobahn – begonnen.

Zwei E-3A-Flugzeuge befinden sich noch in den Wartungshallen, zwei sind im Afghanistan-Einsatz, die 13 anderen haben den Geilenkirchener Awacs-Stützpunkt verlassen und starten ab Freitag von den vorgeschobenen Flugplätzen in Italien, in Griechenland, in der Türkei und in Norwegen. Das letzte Aufklärungsflugzeug hat am Donnerstag um Punkt 14 Uhr Teveren in Richtung Konya,Türkei, verlassen.

Thorsten Wahl, als Leiter der Abteilung Infrastruktur zuständig für die Unterhaltung und Wartung der etwa 300 Gebäude auf dem Awacs-Flugplatz, für Renovierungsmaßnahmen und Neubauten, ist auch für die Sanierung der Bahn verantwortlich.

1982 sei die derzeitige Start- und Landebahn mit einer garantierten Lebensdauer von 20 Jahren fertiggestellt worden. In den vergangenen Jahren musste die Bahn immer wieder repariert werden, immer öfter mussten Löcher gestopft werden. Eine Studie aus dem Jahre 2008 habe empfohlen, die Bahn so schnell wie möglich zu sanieren. Schließlich wurden die Gelder beantragt, die im vergangenen Jahr nach längerer Diskussion innerhalb der Nato bewilligt wurden. Mehrere Varianten wurden daraufhin geprüft, wie die Landebahn erneuert und der Verband gleichzeitig seinen Auftrag erfüllen kann. Eine Komplettschließung des Platzes wurde ausgeschlossen, weil die Wartungsarbeiten an den Flugzeugen in Geilenkirchen erfolgen müssen.

Arbeiten nur in der Nacht und Flugverkehr am Tag schlossen die Verantwortlichen des Verbandes ebenfalls aus. Schließlich hat man einen Kompromiss gefunden: Elf Tage wird gearbeitet, an drei Tagen wird geflogen. An den drei Flugtagen kommen die E-3A-Maschinen aus Oerland (Norwegen), Aktion (Griechenland), Konya (Türkei) und Trapani (Italien) zur Inspektion nach Geilenkirchen. Nach der Wartung verlassen sie Teveren wieder, und die Bauarbeiten starten wieder für elf Tage. Acht Bauphasen sind vorgesehen, um die jetzige Beton-Bahn mit einer 32 Zentimeter dicken Asphalt-Schicht zu versehen. In einer neunten Bauphase werden die Beleuchtung aufgebaut und die endgültigen Markierungen aufgebracht. Thorsten Wahl rechnet damit, dass die Sanierung im Oktober abgeschlossen ist. Ebefalls saniert werden bei dieser Gelegenheit Wege zur Startbahn und Abstellplätze für die Flugzeuge.

Im November 2013 wurde der Auftrag ausgeschrieben. 32 Firmen aus dem In- und Ausland, so Thorsten Wahl, hatten ihr Interesse an diesem Auftrag bekundet, allerdings haben nur sieben die Ausschreibungsunterlagen zurückgeschickt. Den Zuschlag hat schließlich die Willicher Niederlassung der Bunte Bauunternehmung erhalten, ein Unternehmen, das auch auf den Flugplätzen Braunschweig, Frankfurt und Berlin-Brandenburg gearbeitet hat.

Vor dem Start der Sanierung hat diese Firma eine eigene Asphalt-Mischanlage in Polen, wo sie einen großen Auftrag hatte, abgebaut und mit 30 Lkw über 1000 Kilometer hinweg nach Teveren transportiert. „Durch den Einsatz einer eigenen Mischanlage entstehen natürlich nur noch Transportwege von wenigen Minuten, was die Qualität des Asphalts sichert“, sagt der leitende Ingenieur Thorsten Wahl. Außerdem werde sichergestellt, dass kein Transportverkehr in der Nacht und am Sonntag entsteht.

In den acht Bauphasen werden insgesamt 125.000 Tonnen Asphaltmischgut angefahren, hinzu kommen 19.110 Tonnen Materialien für die Frostschutzschicht. Etwa 750 Lkw-Ladungen Splitt und Steine werden in jeder der acht Bauphasen nach Teveren gebracht. Vor Ort werden sie dann mit Bitumen in der Mischanlage zu Asphalt verarbeitet. 230 Tonnen 160 bis 170 Grad heißer Asphalt entstehen pro Stunde in der Mischmaschine, die mit drei bis vier Lkw zur Landebahn gebracht werden. Etwa alle fünf Minuten verlässt in der Bauphase ein Lkw die Umgehungsstraße, fährt durch Gillrath und biegt vor Stahe in Richtung Flugplatz ab, um hier Material anzuliefern. Angeliefert werden muss darüber hinaus Braunkohle-Staub für den Betrieb der Mischanlage. „Die Sanierung der Bahn ist eine große logistische Herausforderung“, sagt Wahl.

Ab dem heutigen Freitag wird zunächst die Betonfläche zertrümmert. Der entstehende Schotter wird dann mit dem Asphalt verarbeitet. Zwölf Stunden am Tag wird auf der Bahn gearbeitet, nach elf Arbeitstagen werden die Arbeiten gestoppt und drei Flugtage eingelegt. „Flugtage sind immer dienstags bis donnerstags. Wir fliegen nie an den Wochenenden, und es wird an den drei Tagen nicht mehr als sonst geflogen“, verspricht Flugsicherheitsoffizier Oberstleutnant Ekkehard Heinichen.

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