Starke Darsteller in Wechselrollen

Von: agsb
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Die Dorfbühne Birgden begeisterte mit ihrem Lustspiel „Sizilien ist überall”. Nach der Auführung gab es großes Lob von allen Seiten für die Darsteller (Bild), sogar vom Buchautoren. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. Seit 1965 spielt die Dorfbühne Theater. Was aber am Freitag anlässlich der Generalprobe geschah, ließ den größten Karnevalsgag vergessen. Und so hofften viele der rund 270 Besucher bei Aufführung am Samstagabend auf Wiederholung.

Vor drei Jahren bekam Siggi Hermanns Startverbot von den Ärzten. Die Stimmbänder machten nicht so mit wie gewohnt. Und so wurde für den Kameraden eigens eine Nummer eingeschoben. Er kam als Taubstummer in die Kneipe von Peter Schubert (Willi Dohmen), bestellte mit Gestik zwei Schnäpse und eine Frikadelle. Nach zwei bis drei Minuten verabschiedete sich Siggi wieder. So die Idee der Regie.

„Bist du krank?”, fragte der Gastwirt. Siggi gestikulierte Durchfall. „Schei... wah”, so die Antwort - das Eis war bereits gebrochen. Siggi spielte und bekam dann unerwartet eine Serie, die sich weiter ausbaute. Für die nachfolgenden Darsteller ein ungewohntes Bild, denn laut Drehbuch war die Bühne leer. Und Siggi konnte das Glücksblatt nicht mehr wenden.

Diese Nummer war schon das Eintrittsgeld wird, aber es sollte noch dicker für die Lachtränen kommen. „Ich habe schon viele Aufführungen dieses Stückes gesehen. Aber so, wie das hier gespielt wurde, ist nicht mehr zu toppen”, kam nach der Aufführung mehr als ein dickes Lob des Autors Erich Koch. Der war eigens vom Bodensee angereist.

Erich Koch bewies sich selbst als Entertainer, legte nach der grandiosen Vorstellung für einige Minuten nach und erhielt mehrfach Szenenapplaus.

Die einzelnen Rollen schienen den Laienspielern wie auf den Leib geschrieben. Da war Peter Schubert, er spielte einen Kneipenwirt und Pizzeria-Gastronomen. Die Kneipe lief schlecht. Die Stammgäste Didi Sommerlatt (Thomas Jansen) und Romulus Eisbrecher, Verkäufer für Damenunterwäsche, lieferten wenig Umsatz.

Die Farbe der Feder

Mit Nino (Jürgen Franken) tauchte ein waschechter Sizilianer auf. Er soll auf Wunsch des Mafia-Bosses Lollo Gorgonzola (Sandra Nobis) heiraten, liebt aber die Gastwirtstochter Susi (Daniela Krükel) und möchte von Heirat oder Arbeit nichts wissen. Jeanette Franken spielt eine gescheiterte Wirtin, die sich zu Peter Schubert hingezogen fühlt. Uli Jansen gibt als Alfred Sommerlatt den treu sorgenden Vater von Didi.

Das Lustspiel kommt richtig ins Rollen, als Nino aus Sizilien eine weiße Feder erhält. Dies bedeutete „Heirat”, aber mit Lollo, die Nino nicht kennt. Und dann kommt Lollo hereinspaziert. Diese Rolle schien das i-Tüpfelchen zu sein, denn man konnte denken: Hier kommt Heidi Klum. Lange Beine, tolle Figur und lange blonde Haare - ein Raunen ging durchs Publikum.

Starke Verwandlungseffekte

Lollo war auf der Suche nach Nino und hatte eine schwarze Feder dabei. Die bedeutete: „Kaputt” - bei Nichtheirat. Nino musste untertauchen. Aus der Not heraus eröffnete Peter Schubert zusätzlich eine Künstler- und Heiratsagentur. Das Stück lebte durch viele Verwandlungseffekte, und die Theaterspieler begeisterten ob dieser Kunst. Ob Sandra Nobis als fesches Dirndl, Nino als Graf oder türkische Putzfrau und vieles mehr. Die Schauspieler zeigten großes Theater. Einzigartig Werner Jansen als Primaballerina, hier gab es im Publikum kein Halten mehr. Und als Trude Herr (Werner Jansen) und Elvis (Uli Jansen) als Asse der Künstleragentur vorgestellt wurden, hatte Birgden endgültig seinen Kracher.

Das Stück nahm ein gutes Ende. Schließlich bekam Nino seine Susi - und die Kneipe lief wieder bestens. Birgden feierte seine Theaterhelden, die wieder einmal einzigartig waren. Es dauerte lange bis zum letzten Vorhang.
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