Übach-Palenberg - Stadt macht ernst mit „Quartieren“ für den Wandel

Stadt macht ernst mit „Quartieren“ für den Wandel

Von: mh
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Mit diesen Altbauten ist nicht mehr zu planan. Hier, an der Hovergracht, sollen die städtischen Gebäude 20 und 22 verschwinden und Platz schaffen für 40 Wohneinheiten, die der „Quartierbildung“ – also altersgerecht und stadtnah – entsprechen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Es sind noch nicht viele Wochen vergangen, seit Volkhard Dörr, der Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung bei der Kreisverwaltung, in Übach-Palenberg das „Sozialmonitoring“ vorstellte und dabei auch von „Quartierbildung“ am Beispiel Übach-Palenberg sprach. Nun stellte Stadtplaner Achim Engels dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Sicherheit ein seiner Meinung nach „besonders spannendes Projekt“ vor.

Unter dieser Rubrik sollen zwischen Talstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Hovergracht – und damit in Zentrumsnähe – zwei Mehrfamilienhäuser mit mehr als 40 für Senioren geeignete Wohnungen entstehen. Das würde einer solchen Quartierbildung sehr entsprechen. Und nicht nur geeignet, weil mit Aufzug erreichbar und barrierefrei, sondern auch erschwinglich sollen diese Mietwohnungen sein, weil sie durch den Sozialen Wohnungsbau gefördert werden.

Das erklärte der Investor, Karl-Heinz Emrich aus Bergheim, dem Ausschuss. Nach dem für Übach-Palenberg geltenden Mietspiegel, so Emrich, wird die Miete in diesen Wohnungen bei einem Quadratmeterpreis von 4,45 Euro liegen. In den Häusern soll es Einraumwohnungen mit 45 bis 47 Quadratmetern Fläche und Zweiraumwohnungen mit 70 bis 72 Quadratmetern Fläche geben. Emrich hat Erfahrung mit solchen Projekten. Gemeinsam mit seinen Kindern besitzt er rund 2000 geförderter Wohnungen vor allem im Raum Aachen und Düren, aber auch im Kreis Heinsberg.

Wie die Ausschussmitglieder der Verwaltungsvorlage entnehmen konnten, bestechen die Objekte Emrichs auch durch eine ansprechende und grüne Gestaltung der Freiflächen. Auch für Übach-Palenberg, so betonte der Investor, werde zwischen den Gebäuden ein gärtnerisch gestalteter Innenhof mit Sitzmöglichkeiten geschaffen. Außerdem werde für eine Beleuchtung gesorgt, die vor allem älteren Bewohnern ein größeres Sicherheitsgefühl vermittle.

Im gleichen Viertel – oder Quartier – will Karl-Heinz Emrich gemeinsam mit den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf eine moderne Wohneinrichtung mit 18 Einzelapartments für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung bauen. Diese sollen an der Hovergracht entstehen, wo die Stadt zwei Häuser besitzt, die nicht mehr bewohnbar und durchaus abbruchreif sind, wie Achim Engels berichtete.

Als Wirtschaftsleiter der Gangelter Einrichtungen erklärte Patrick Berger dem Ausschuss, dass der Neubau neben den Wohnungen für 18 Klienten auch Gemeinschaftsräume, Büroeinheiten und ein Pflegebad bieten wird. Damit sei es möglich, den Bewohnern eine Betreuung als „Tagesstruktur“, eine Form der ambulanten Betreuung, anzubieten. Dieses Angebot richte sich außerdem auch an andere Menschen, vor allem solche in der zweiten Lebenshälfte, aus dem Umfeld oder dem Quartier. Für die vorgestellten Pläne gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht.

Ein geplantes Projekt, das sich eher an Mieter mit größerem Einkommen wendet, stellte schließlich Architekt Ralf Hansen den Ausschussmitgliedern vor. Denn das Architekturbüro Hansen-Hano plant, an der Rimburger Straße zwischen dem alten Pastorat und einem Mietshaus ein Mehrfamilienhaus mit besonders hochwertigen Wohnungen zu bauen.

Nach Hansens Ausführungen besteht auch nach diesem Wohnraum eine große Nachfrage. Entstehen sollen sieben Wohneinheiten, jeweils zwei Wohnungen auf drei Etagen und einem Penthouse im Dachgeschoss. Garagen sollen im Keller untergebracht werden.

Weil mit einem solchen Bau ein städtischer Parkplatz, der auch von Kirchenbesuchern und Vereinsmitgliedern genutzt wird, verloren geht, konnte sich der Ausschuss noch nicht zur Zustimmung entschließen, sondern nahm die Planung nur zur Kenntnis. Eine Lösung könnte sich nach den Ausführungen von Achim Engels ergeben, wenn man außerhalb der Schulzeiten den Platz der Grundschule Übach als Parkraum freigeben würde.

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