Geilenkirchen - St. Ursula sagt tschüss zu seinem „Alten“

CHIO-Header

St. Ursula sagt tschüss zu seinem „Alten“

Von: Isabelle Hennes
Letzte Aktualisierung:
5857736.jpg
Ein typischer Gesichtsausdruck: Matthias Küsters, seit 20 Jahren Schulleiter am Geilenkirchener St. Ursula Gymnasium, verabschiedet sich in den Ruhestand. Foto: Isabelle Hennes

Geilenkirchen. Für Matthias Küsters ist die Schule aus. Am Freitag wurde er feierlich in der Turnhalle von St. Ursula in den Ruhestand entlassen. Fortan ist er der ehemalige Schulleiter vom bischöflichen Gymnasium in Geilenkirchen.

Viele waren da, um sich zu verabschieden: Bernward Coers, sein Stellvertreter, Benno Groten, Generalvikariat Aachen, Paul Palmen, Bezirksregierung Köln, Bürgermeister Thomas Fiedler und jede Menge Kollegen, Vertreter der Eltern und Schüler. Sie alle sagten auf ihre Art und Weise Danke, ob mit Worten oder Musik.

Die vielleicht schönste Idee hatte Schülersprecherin Sophia Plum. Sie brachte einen Koffer mit auf die Bühne mit nützlichen Dingen für den Alltag. Unter anderem auch Schwimmflügel. „Sie waren in mancher Situation wie Schwimmflügel für uns, die uns vor dem Ertrinken gerettet haben“, sagte Sophia Plum.

Fast genau 20 Jahre lang – seit August 1993 – war Küsters Schulleiter in Geilenkirchen. Sein Stellvertreter Coers richtete persönliche Worte an ihn. „Vor vielen Jahren kamst Du als mein Chef, heute gehst Du als mein Freund.“ Deshalb könne er ohne schlechtes Gewissen sagen: „Der Alte geht.“ Ohne schlechtes Gewissen hatte Coers wohl auch im Vorfeld der Feier ein Video gedreht, das im Programm mit „Magical History Tour“ betitelt war. Küsters – Lehrer für Geschichte und katholische Religion – wurde darin mal als Albert Einstein, mal als Mutter Teresa oder als Dagobert Duck dargestellt. Die Gäste freute es. Und Küsters letztlich auch.

Als Küsters am Ende des Festakts ans Rednerpult ging, trat er noch einmal entschlossen vor seinen Gästen auf. Er zitierte Angela Merici – sie war die Gründerin der Compagnia di Sant‘Orsola, aus der sich der Orden der Ursulinen entwickelte. Mit Liebe und sanfter Hand müsse man den Schülern begegnen. „Enge und Arroganz begegnen mir jeden Tag. Bei mir selbst und anderen“, sagte Küsters.

Das mache unsere Welt klein. Um ein guter Lehrer sein zu können, müsse er eins sein mit sich; er dürfe nicht auseinanderbrechen. Werte müssen vorgelebt werden. Um ein guter Lehrer zu sein, müsse man letztlich auf sein eigenes Gewissen hören. „Auch in schwierigen Zeiten haben mir hier viele Menschen geholfen“, sagte Küsters. Am Schluss hatte er Tränen in den Augen. Er übergab seinem Nachfolger Jürgen Pallaske noch eine alte Kladde, dann sagte er tschüss. Für ihn ist die Schule jetzt aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert