St.-Josef-Kirche vorläufig unter Denkmalschutz

Von: st
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Geilenkirchen. „Ich bin überrascht, wie man hier mit dem Gesetz umgehen will. Der Forderung des Landschaftsverbandes ist nachzukommen. Da haben wir keinen Ermessensspielraum“, erklärte Karl-Peter Conrads (CDU) inmitten einer lebhaften Debatte.

In der Ratssitzung am Mittwochabend ging es um den Antrag des Landschaftsverbandes Rheinland, die Kirche St. Josef Bauchem vorläufig unter Denkmalschutz zu stellen. Das Rheinische Amt für Denkmalpflege will, wie berichtet, innerhalb von sechs Monaten prüfen, ob es sich bei der 1974 errichteten Kirche um ein Denkmal handelt. Bislang hat das Amt noch kein Gutachten erstellt.

CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff ärgerte sich, „dass wir als Stadt nichts zu sagen haben“. Er bat die Verwaltung, darauf zu drängen, dass sich die Gutachter des Landschaftsverbandes keine sechs Monate Zeit lassen, wie es das Gesetz vorsieht. Während SPD-Fraktionsvorsitzender Horst-Eberhard Hoffman dem Antrag des Landschaftsverbandes zustimmte, wollte Rainer Jansen (Grüne) der Franziskusheim gGmbH, die auf diesem Gelände ein Seniorenzentrum errichten will, „die Abrissgenehmigung erteilen und damit Tatsachen schaffen“. Auch für die FDP-Vorsitzende Toska Frohn war dieser Antrag nicht nachvollziehbar. „Reißen wir das Gebäude ab“, schlug sie vor. Ihr Fraktionskollege Nils Kasper war gleicher Meinung: „Die haben doch geschlafen und noch kein Gutachten erstellt.“ Technischer Beigeordneter Markus Mönter mahnte zur Besonnenheit: „Wir haben es hier mit einer denkmalrechtlichen Angelegenheit zu tun. Erteilen wir eine Abrissgenehmigung, kann der Landschaftsverband sich ans Ministerium wenden.“

„Die Behörde hat geschlafen, und wir wollen unser Sozialzentrum nicht gefährden. Wir sollten über diesen Antrag nicht abstimmen“, meinte Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden. Wenn nicht abgestimmt werde, komme das einer Ablehnung gleich, erklärte Alex Jansen, Leiter des städtischen Hochbauamtes. Dann müsse die Stadt den Landschaftsverband informieren, der würde sich dann innerhalb von zwei Monaten ans Ministerium wenden, wo dann eine Entscheidung getroffen werde. „Und wir missachten damit das Recht. Der kurze Weg ist nicht immer der rechtskonforme Weg“, meinte Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzender Christian Kravanja. „Dem Vorwurf, dass wir die Denkmalbehörde ingnorieren, möchte ich mich als Ratsherr nicht aussetzen“, sagte auch Kurt Sybertz (SPD). Bei vier Enthaltungen und drei Nein-Stimmen stimmte der Stadtrat dem Antrag des Landschaftsverbandes zu.

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