St.-Elisabeth-Krankenhaus investiert sechs Millionen

Von: Udo Stüsser
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An beiden Wurmufern soll eine ein Meter hohe Schutzmauer entstehen und auch das Krankenhaus (rechts im Bild) vor Hochwasser schützen. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Am Dienstag flatterte Stefan Bienert, Geschäftsführer des Geilenkirchener Krankenhauses, die Baugenehmigung auf den Tisch: Die St.-Elisabeth-Krankenhaus gGmbH investiert nun sechs Millionen Euro in einen viergeschossigen Anbau mit einer Nutzfläche von 2000 Quadratmetern. Hier sollen unter anderem Lagerräume, Räumlichkeiten für Notarzt und Rettungsdienst und eine Zentralsterilisation für Geräte und OP-Equipment geschaffen werden.

An zwei Stellen wird der Neubau direkt mit dem OP-Trakt und der Intensivstation im Haupthaus verbunden. Bienert rechnet mit einer Bauzeit von 15 Monaten.
Ebenfalls am Dienstag tagte der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Geilenkirchen.

Das Gelände beidseitig der Wurm zwischen Kreissparkasse und Realschule soll vor Hochwasser geschützt werden. Hintergrund ist unter anderem der Bauantrag der Geschäftsführung des St.-Elisabeth-Krankenhauses, die die Klinik in Richtung Wurm erweitern will. Bei der Beratung über den Bauantrag  wurde die Frage diskutiert, wie das Krankenhaus vor einem Übertritt der Wurm geschützt werden kann. Immerhin liegen dessen Notstromaggregate und ein Tank mit etlichen 10.000 Litern Öl in einer von Hochwasser gefährdeten Zone.

Aus diesem Grund hat der verantwortliche Wasserverband Eifel-Rur das Ingenieurbüro Osterhammel aus Nümbrecht mit der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen beauftragt. Zwei Alternativen stellte Dipl.-Ing. Florian Roth vom Ingenieurbüro Osterhammel dem Umwelt- und Bauausschuss am Dienstagabend vor: Die erste Variante sah einen etwa einen Meter hohen Deich vor, der zweite Plan eine ein Meter hohe Mauer. Sowohl Florian Roth als auch Erfried Lorenz und Arno Hoppmann vom Wasserverband Eifel-Rur sprachen sich eindeutig gegen einen Deich aus und plädierten für eine Mauer. Für den Bau eines Deiches müsse ein erheblicher Kahlschlag erfolgen, da man mit einer Breite von zehn Metern kalkulieren müsse. In Deichnähe dürfe kein Baum stehen, da das Wurzelwerk ihn beschädigen könne. Auch dürfe ein solcher Schutz nur mit ein wenig Gras bepflanzt werden.

Da ein Deich der Pflege bedürfe, seien die Folgekosten wesentlich höher. Für den Bau einer Maueranlage hingegen müsse lediglich mit einer Breite von 4,50 Metern geplant werden, der Flächenverbrauch sei also wesentlich geringer.

Diskutiert wurde im Ausschuss über die Höhe der Mauer, die vom Planer mit einem Meter kalkuliert wurde. Diese, so Florian Roth, schütze die Stadt vor einem 200-jährigen Ereignis. Der Gesetzgeber schreibt den Schutz vor einem Hochwasser vor, dass sich rein theoretisch alle 100 Jahre ereignet. Da man jedoch davon ausgeht, dass in den nächsten Jahren immer mehr Fläche versiegelt wird, unter anderem durch weitere Neubaugebiete, will der Wasserverband diesen Teil der Stadt Geilenkirchen vor einem 200-jährigen Ereignis schützen.

Während der Bau eines Deiches mit Kosten von rund 800.000 Euro veranschlagt wird, kalkuliert man für die Errichtung einer Schutzmauer mit 900.000 Euro. Das Land wird die Maßnahme mit 60 Prozent bezuschussen, den Rest haben die dem Wasserverband angeschlossenen Kommunen gemeinsam zu tragen. Baubeginn wird im Jahr 2014 sein.

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses stimmten dem Bau einer Mauer zu, lediglich die Grünen enthielten sich der Stimme. Ist diese Maßnahme beendet, wird der Wasserverband sein Augenmerk auf die Innenstadt lenken. An der Ecke Haihover Straße/Herzog-Wilhelm-Straße drohte die Wurm in der Vergangenheit immer wieder, über die Ufer zu treten. Der Wasserverband will zwischen Geilenkirchen und Aachen Gebiete ausweisen, auf denen sich die Wurm bei Hochwasser verteilen kann. Das Wasser, das oberhalb der Stadt Geilenkirchen zurückgehalten wird, muss sich nicht später mit hohem Druck durch das Kastenprofil in der Innenstadt zwängen.

Deshalb ist aber auch geplant, die 1996 errichtete Hochwasserschutzmauer an der Kornmühle zu erweitern, um das Kastenprofil leistungsfähiger zu machen. Diese Maßnahme hatte der Wasserverband schon bald vorgesehen, nach dem Bauantrag des St.-Elisabeth-Krankenhauses jedoch zurückgestellt, um zunächst die Mauer zwischen Kreissparkasse und Realschule zu realisieren.

Zu klären ist noch die Frage, ob die Mauer nicht ansprechender gestaltet werden kann „Mit dem Bau der Mauer ist der Naherholungswert des Wurmweges dahin“, kritisierte Barbara Slupik (CDU). Und ihr Fraktionskollege Heinz Kohnen fragte: „Was kostet eine optisch ansprechende Mauer entlang des Wurmweges?“ Mit dieser Frage werden sich die Planer jetzt noch beschäftigen.

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