„Spectaculum Romanum“: Eine Reise in die Zeit der Römer

Von: Markus Bienwald
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Impressionen vom „Sepctaculum Romanum“ 2008: An der Wurm gab es damals niedliche Jungrömer und spektakuläre Reit-Shows zu sehen. Fotos: Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald
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Impressionen vom „Sepctaculum Romanum“ 2008: An der Wurm gab es damals niedliche Jungrömer und spektakuläre Reit-Shows zu sehen. Fotos: Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg/Rimburg. Geschichte ist selten so greifbar wie an der kleinen, beinahe unscheinbaren Steinbrücke in Rimburg. Hier, wo die Wurm die fließende Grenze zwischen Deutschland und den Nachbarn aus den Niederlanden markiert, gibt es seit jeher eine Flussüberquerung, die Völker verbindet und früher auch militärische Interessen auf sich zog.

Was 1944 bei der Offensive der amerikanischen Verbände gegen die Wehrmacht das Gebiet von Rimburg zum Niemandsland machte, war auch schon zu römischen Zeiten ein interessantes Areal.

Und am Samstag, 9. August, sowie Sonntag, 10. August, wird das Rad der Zeit um gute 2000 Jahre zurückgedreht, denn mit der zweiten Auflage des „Spectaculum Romanum“ wird die Historie dieses Fleckchens zwischen den Ländern wieder lebendig. 2008 gab es hier das erste internationale Fest, und schon damals war es das Ziel des Organisatorenteams um Sjef Born, die Bedeutung der „Via belgica“, der ehemaligen römischen Heerstraße, aufzuzeigen.

Typische Langhäuser

Historiker bezeichneten so eine Strecke von 400 Kilometern zwischen der Atlantikküste und Köln, die nicht nur die See mit dem Festland, sondern auch viele Städte und Gemeinden in unserer Region miteinander verband. „Bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass beispielsweise Rimburg schon vor 2000 Jahren eine römische Siedlung war, ausgestattet mit den typischen Langhäusern“, so Cheforganisator Born.

Bei der Programmvorstellung im Rathaus der Gemeente Landgraaf zeigte er aber nicht nur per Computersimulation rekonstruiertes römisches Leben in der heutigen 800-Seelen-Gemeinde im niederländischen Teil Rimburgs auf. Er verwies auch auf die damalige Bedeutung des Militärs als ständiger Begleiter entlang der „Via Belgica“. „Damals waren neben den 6000 Soldaten auch rund 1000 Menschen dabei, die das Heer ständig begleiteten und versorgten“, sagte er. Etwas weniger, rund 5000 Menschen, waren bei der ersten Auflage des römischen Spektakels vor sechs Jahren dabei. Gut 160 von ihnen sorgten dabei hinter und vor den Kulissen für eine beeindruckende Zeitreise.

Und so wird es auch am 9. und 10. August sein, denn dann gibt es neben dem römischen Heereslager, das zugleich einen interessanten Blick in die römischen Kochkünste jener Zeit zulässt, auch eine Abteilung von Kelten. „Das kommt nicht von ungefähr, schließlich waren auch die Kelten ein paar Jahre vor den Römern zu Gast in Rimburg“, verwies Sjef Born auf die Zeit vor zwei Jahrtausenden zurück. Keltische Genüsse, die italienische Küche vor 2000 Jahren, ein riesiges Angebot an Marktständen, bei denen auch selbst einmal Hand angelegt werden kann und natürlich die zum Spektakel gehörenden Gladiatoren sind weitere Meilensteine im Programm, das die Besucher in Rimburg erwartet. „Wir runden das Ganze noch mit Geschichtenerzählern, römischen Reitern und vielen Aktivitäten ab“, verspricht Born.

Und wer will, der kann sich am Samstagnachmittag noch das Schauspiel einer römischen Feuerbestattung gönnen. Dabei wird der natürlich noch lebendige Darsteller zunächst nach allen Regeln der Kunst balsamiert und betrauert, feierlich zum Feuerplatz getragen, ehe dann eine Puppe anstelle des Schauspielers in Flammen aufgeht. Das wird sicherlich ein gelungener Abschluss sein, nachdem sich die Schwerter der Gladiatoren vielfach gekreuzt, die Feuerstellen für Tee und Gebäck genutzt wurden und die Menschen die geschichtliche Bedeutung eines nur oberflächlich unscheinbaren Orts eingeatmet haben.

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