bullyparade kino freisteller bully herbig tramitz kavanian

SPD-Kandidat reißt UB-Plakat von Laterne

Von: jpm
Letzte Aktualisierung:

Gangelt. Verunstaltete oder gar abgerissene Wahlplakate sind nichts Besonderes. Gleichwohl wird in den seltensten Fällen ein Täter überführt. Dieses kleine kriminalistische Kunststück ist nun offenbar den Unabhängigen Bürgern (UB) Gangelt gelungen.

Das wirklich Ungewöhnliche daran: Verantwortlich war ein Kandidat der örtlichen SPD. Dies berichtet die UB auf ihrer Homepage in reichlich ungehaltenem Ton. Mittlerweile hängt das Plakat wieder. Der SPD indes ist der Vorgang sichtlich peinlich.

Ende vergangener Woche fiel Ratsherr Gerhard Löder auf, dass – wieder mal – eines der UB-Plakate von seinem auserkorenen Platz verschwunden war. Bereits wenige Wochen zuvor hatten er und seine Mitstreiter wegen vergleichbarer Fälle Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Dieses Mal allerdings war das UB-Plakat (das passenderweise den Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ trug) durch ein SPD-Plakat ersetzt worden.

Dass zudem ein Gangelter Sozialdemokrat praktisch in Sichtweite wohnt, grenzte den Kreis der Verdächtigen ausgesprochen scharf ein – auf exakt eine Person, um genau zu sein. Der Mann leugnete die Tat nach Löders Darstellung jedoch zunächst, was den pensionierten Polizeibeamten vielleicht auch aus im Verlauf des Berufslebens gesammelten Erfahrungen heraus nicht zu beeindrucken vermochte. Und dass das UB-Plakat kurze Zeit später wieder an seinem Platz hing, erhärtete den Verdacht nur weiter.

Der SPD-Ortsverbandsvorsitzende Rainer Mansel gibt mittlerweile zu, dass der in Verdacht geratene Parteifreund das Plakat entfernt (und später wieder angebracht) hat. Sicher sei die Sache ein Fehler gewesen, Mansel spricht von einem Dummejungenstreich und entschuldigt sich ausdrücklich: „Das tut uns leid.“

Dass die UB die Sache weniger entspannt sieht, hat auch damit zu tun, dass sämtliche Plakate aus eigener Tasche bezahlt wurden. Schließlich haben die Ratsleute Roger Schröder, Gerhard Löder und Heinz Huben keine große Partei im Rücken. „Bisher glaubte man immer noch daran, dass sich Jugendliche schon einmal einen Spaß daraus machen, Bilder zu beschmieren oder abzureißen. Nun wurden wir eines Besseren belehrt“, schimpft Gerhard Löder.

Von einer weiteren Anzeige – die diesmal nicht gegen Unbekannt gelaufen wäre – wurde dennoch abgesehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert