Übach-Palenberg - SPD-Kandidat erntet nur Kritik von UWG

SPD-Kandidat erntet nur Kritik von UWG

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:

Übach-Palenberg. Dass Corinna Weinhold als Vorsitzende und „Motor“ der UWG auch als Spitzenkandidatin der Unabhängigen Wählergemeinschaft in den Kommunalwahlkampf zieht, ist sicherlich keine Überraschung.

Dass sie bei der Mitgliederversammlung im Übacher Restaurant „Et Mölke“ gegenüber der SPD und deren Bürgermeisterkandidaten Ralf Kouchen deutliche Worte fand, verwunderte auch nicht.

Was aber zumindest für Aufhorchen sorgte, waren die ebenso klaren Erwiderungen, die sie gegenüber der CDU fand. So haben die Christdemokraten den Unabhängigen zum Vorwurf gemacht, sie seien unzuverlässig. „Die UWG hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass uns die Haltung der CDU in verschiedenen Dingen nicht gepasst hat“, unterstrich Weinhold. So sei auch gegen die Meinung der CDU votiert worden, allerdings habe der Koalitionspartner vor jeder Abstimmung im Rat von der Einstellung der UWG zu bestimmten Themen gewusst. „Denn wir waren nie gegen eine Nahversorgung im Stadtteil Marienberg, wie von der CDU behauptet, aber gegen eine von Anfang an geplante überdimensionale Lidl-Verkaufsfläche“, so die Vorsitzende.

Dies sei eine Fehlentscheidung zu Lasten des Stadtteils Palenberg, die, falls dort die Nahversorgung in naher Zukunft nicht mehr funktioniere, die CDU mit zu verantworten habe. Mit dem gegen den Willen der UWG von der CDU eingestellten Juristen entzündete sie die Diskussion um die Bemühungen, die Verwaltung zu verschlanken und Schulden abzubauen. „Seit 2009 kamen wir ohne einen Juristen im Rathaus aus, plötzlich soll das nicht mehr möglich sein?“, fragte Weinhold in die Runde. Auch in Sachen Derivate blieb es bei ihrem erhobenen Zeigefinger.

Denn trotz einer gewonnenen ersten Instanz müsse die Stadt immer noch kalkulatorische Rückstellungen einsetzen, um bei einer Niederlage in der nächsten Instanz die Kosten auffangen zu können. Ralf Kouchen als Bürgermeisterkandidat der SPD bekam von ihr in mehrfacher Hinsicht das Fett weg. So fragte sie nach dem Anstand gegenüber dem Dienstherren, wenn dieser nicht im Vorfeld über die Bürgermeisterkandidatur informiert worden sei. Auch prangerte sie an, dass bei ihrem erklärten Hassobjekt „Klangbrücke“ der jetzige SPD-Kandidat mit im federführenden Kader gesessen habe.

„Bei der Entscheidung über die Klangbrücke hat dieser gelernte Buchhalter zur Entscheidung für den Bau beigetragen“, unterstrich Weinhold. Sie stellte aber auch eine kurze Liste dessen zusammen, wofür die UWG auch im 20. Jahr nach ihrer Gründung stehe. Sie wehre sich gegen Filz und Klüngel, kreditfinanzierte Prestigeobjekte, mehr Schulden und Verschwendungen aller Art. Was sie sich auf die Fahnen schreibe, sei der sparsame Umgang mit öffentlichen Geldern, einen aufgelösten Instandhaltungsstau an Schulen, die Sanierung der Bergarbeitersiedlungen, Schaffung und Erhaltung von Nahversorgungszentren, schlanke Verwaltungsstrukturen und vor allem Bürgerbeteiligung.

Deutliche Aussagen hinsichtlich möglicher Koalitionspartner oder unterstützter Bürgermeisterkandidaten gab es nicht. Dafür aber viel Schelte für längst vergangene Mehrheitsgefüge im Rathaus. „Schamlos und unverschämt“ nannte beispielsweise Wolfgang Bien mit Blick auf Ex-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll aus seiner Sicht das Vorgehen der früheren Entscheider, den Karren damals in den Dreck gefahren zu haben und heute nichts mehr davon wissen zu wollen. „Die SPD leidet unter Alzheimer“, schloss auch Peter Peetz, „denn die CDU konnte gar nicht anders handeln“, da die Schulden nichts anderes zugelassen hätten.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert